
Heizölpreise 2012: Aktuell, Rückblick und Ausblick
06.07.12 • 11:57 Uhr • HeizOel24 News •
Die EZB hat wie erwartet die Leitzinsen gesenkt auf das historische Tief von 0,75 Basispunkten gesenkt. Der Euro geriet durch die Meldung unter Druck und ist mit unter 1,24 Euro je US-Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Parallel versuchte sich der Ölpreis an neuen einem neuen Monatshoch, das er aber nach aktuellem Stand nicht halten konnte. Neben dem Ölarbeiter Streik in Norwegen und der unsicheren Lage im Iran unterstützten auch die US-Bestandsdaten gestern Nachmittag den Preisauftrieb. Im Einzelnen fiel die Erhebung des Departments of Energy (DOE) wie folgt aus:
- Rohöl: deutlicher Abbau (- 4,3 Mio Barrel)
- Destillate (Heizöl, Diesel): leichter Abbau (- 1,1 Mio Barrel)
- Benzin: geringer Aufbau (+ 0,2 Mio Barrel)
Für Rohöl (Brent Crude Nordseeöl) war bei 102 Dollar je Barrel und für Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) bei 894 Dollar je Tonne Schluss. Heute Morgen kommen die Notierungen weiter zurück. Aufschläge bei den Inlandspreisen gibt es durch die Wechselkursverluste dennoch.
Die aktuellen Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen den neunten Tag in Folge und wieder stellt sich die kurzfristige Frage: Ist der Zenit nun endlich überschritten?
Im Rückblick auf das erste Halbjahr 2012 war der Jahresstart von einem sehr hohen Heizölpreis geprägt. Das erste Quartal war sogar das teuerste in der Geschichte des Heizölhandels. Die Börsen haussierten und im Februar wurde der Preisanstieg durch die massive Kältewelle in Mitteleuropa verschärft. Ein Januar-Preistief, das es in den letzten Jahren sehr häufig gab, sucht man 2012 vergeblich. Ab Mitte März drehten sich sowohl Börsenentwicklung als auch das Nachfrageverhalten der Kunden um. Die Öl- und Heizölpreise sanken sukzessive. Rohöl fiel um fast ein Drittel im Preis. Heizöl aufgrund von Wechselkursverlusten nur 10 - 15 %. Als diese Bewegung gerade richtig Fahrt aufzunehmen schien, und eine für den Juni bis dahin unbekannte Bestellwelle über den Heizölhandel hereinbrach fand der Preisverfall ein jähes Ende. Die Heizölpreise stiegen mit einem Sprung um 10 % innerhalb einer Woche.
Der Ausblick auf die verbleibenden Sommermonate und das zweite Halbjahr gestaltet sich entsprechend durchwachsen. Vieles wird von der Konjunkturentwicklung und den Krisenherden dieser Welt abhängen. Kunden, die die letzte Kaufchance verpasst haben und nun auf eine Rückkehr des Juni-Preistiefs spekulieren, brauchen einen langen Atem. Der sprunghafte Anstieg der Öl- und Heizölpreise hat gezeigt, wie schnell es gehen kann und die Börse ist keine Einbahnstraße. Dennoch ist keinesfalls sicher, ob und wann wir im bundensdeutschen Durchschnitt wieder Heizölpreise um oder unter 80 Cent je Liter sehen. In Österreich liegt die Schwelle steuerbedingt bei 90 Cent und in der Schweiz bei 90 Rappen je Liter Heizöl.
Folgende Faktoren machen Hoffnung:
- Weltweite Konjunktursorgen (Europa, China, USA)
- Gute Versorgungslage (hohe US-Lagerbestände, hohe OPEC-Förderung)
- Kaum noch Neubestellungen (Preisanstieg hat Inlandsnachfrage abgewürgt)
- Gegenreaktion der Börse (Abbau kurzfristiger Übertreibung)
- Verschärfung der Eurokrise (nur in Bezug auf Ölpreis, Vorsicht bei Euro/Dollar)
Das spricht dagegen:
- Potentielle Stabilisierung der Eurozone nach Gipfelbeschlüssen (anhaltender Rückenwind für Aktien und Rohstoffbörsen)
- Verschärfung des Irankonflikts (EU-Embargo, US-Truppenverlegung, Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus)
- Traditionell höhere Heizölnachfrage im Herbst (auf längere Sicht)
- Hurrikansaison am Golf von Mexiko (temporär bei Stürmen)
- Ölarbeiterstreik in Norwegen (eher kurzfristiger Aspekt)
Nach aktuellem Stand der Dinge sind die Chancen auf einen erneuten Preisverfall bzw. einen weiteren Anstieg bei 50:50 anzusetzen. Noch vor einer Woche deutete vieles auf ein neues Jahrestief beim Heizölpreis hin. Nun ist das Rennen wieder offen. Auch wenn wir in Sachen Teuerung das schlimmste hinter uns zu haben scheinen hat die jüngste Bewegung den Abwärtstrend zerstört.
Generell stiegen die Heizölpreise in den letzten Jahren im zweiten Halbjahr häufig an. Aber auch der große Einbruch 2008 fiel in diese Jahreszeit. Wer auf kurze Lieferfristen Wert legt sollte zudem die Zeit zwischen Mitte August und Oktober meiden. Danach wird es zumeist etwas ruhiger, ehe ab Dezember das Wintergeschäft im Brennstoffhandel losgeht. 2012 ist jedoch ohnehin vieles anders. Der Heizölpreis hat bereits einige überraschende Entwicklungen gezeigt und wird dies aller Voraussicht nach auch im zweiten Halbjahr nicht an die Spielregeln gewohnter Verlaufsmuster halten.
Wir wünschen ein schönes Wochenende!
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 99,50 $, Gasöl ca. 875 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,50 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,238 (deutlich leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,038 (deutlich leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis vor Richtungsentscheid (rauf oder runter)
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise vor Richtungsentscheid (rauf oder runter)
alle Angaben ohne Gewähr
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| Börsendaten | Freitag 06.07.2012 11:57 Uhr | Schluss Vortag 05.07.2012 | Veränderung zum Vortag |
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| Heizölpreis | Freitag 06.07.2012 11:57 Uhr | Schluss Vortag 05.07.2012 | Veränderung zum Vortag |
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| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||

