Heizöl Jahresrückblick 2011 - Teil 2, Ölpreis und Börse

03.01.12 • 10:33 Uhr • HeizOel24 News

Mit Wiederaufnahme des Börsenhandels in Asien und der ersten Öffnung der Ölbörsen Nymex und ICE im Jahr 2012 legt der Ölpreis heute Morgen kräftig zu.

Zum einen spiegeln sich hier die gestrigen Gewinne am europäischen Aktienmarkt und verbesserte Konjunkturdaten aus China wider, zum anderen wird auch die latente Kriegsgefahr im Iran ein Stück dazu beitragen, die Ölpreise nach oben zu ziehen. Das Säbelrasseln an der Straße von Hormus am Persischen Golf hält an. Der Euro kann gegenüber gestern ebenfalls zulegen und begrenzt den Heizölpreisanstieg für deutsche und österreichische Verbraucher heute auf 0,5 bis 0,6 Cent je Liter Heizöl. Mit weniger als 1,30 US-Dollar, die man aktuell für einen Euro erhält, bleibt die Gemeinschaftswährung aber insgesamt schwach (Hintergrundinformationen). Die Heizölpreise erreichen dadurch den höchsten Stand seit Anfang Dezember.

Der Schwache Euro bietet sogleich den Einstieg in die zweite Hälfte unseres Jahresrückblicks auf die Heizölpreisentwicklung im Jahr 2011. Ein wesentlicher Faktor für die fünfzehnprozentige Preissteigerung im Jahresverlauf waren nämlich Währungsverluste, die die Importpreise steigen ließen. Zwar hatte der Euro bereits zu Beginn des Jahres 2011 eine Schwächephase mit Kursen unter 1,30 Dollar, durch Gasölpreise (Börsenwert für Heizöl und Diesel) unter 800 Dollar je Tonne fiel dies allerdings weniger ins Gewicht. 

Euro/Dollar, Gasölpreis Auswirkungen auf den Heizölpreis Dass Ölpreis und Euro-Kurs parallel schwanken und gleichzeitig hoch und runter gehen ist nichts Ungewöhnliches. Schließlich findet ein erheblicher Teil des weltweiten Ölverbrauchs in der Eurozone statt und die Börse preist das Wechselspiel der beiden Märkte ein. Besonders im vierten Quartal 2011 fiel der Euro durch die Staatsschuldenkrise und schwindendes Vertrauen in die Politik überproportional stark. Wir erinnern uns an mehrere Eurorettungs-Gipfel in Brüssel und das Ende der Berlusconi-Regierung in Italien. Das Drama Griechenland darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Das empfindliche Gleichgewicht von Öl- und Währungsmarkt wurde gestört. Wegen weltweit hoher Diesel und Heizölnachfrage im Herbst kam es sogar an Tagen mit fallendem Euro zu steigenden Gasölpreisen. Inländische Faktoren, wie z.B. Niedrigwasser am Rhein und hohe regionale Nachfrage unmittelbar vor dem Winter verstärkten den Effekt noch weiter und so wurde der November zum teuersten Heizölmonat 2011.

Auch die anhaltende politische Instabilität im arabischen Raum - wir erinnern uns an den „Arabischen Frühling“ mit dem Umsturz in Tunesien und Ägypten, dem späteren Bürgerkrieg in Libyen und die Unruhen in Syrien – war kontraproduktiv für fallende Ölpreise. Besonders deutlich wurde die Bedeutung der nordafrikanischen Ölfelder für Europa durch einen historisch großen Preisabstand zwischen dem europäischen Brent Crude Nordseeöl und dem amerikanischen West Texas Intermediate (WTI, Light Sweet Crude) von zeitweise über 20 Dollar je Barrel. Aktuell sind es noch rund acht Dollar. In früheren Jahren waren die beiden Ölsorten meist Preisgleich.

Ungünstig für deutsche und österreichische Heizölverbraucher war zudem die robuste Ölnachfrage aus Fernost. Die europäische Schuldenkrise ließ auch die Volkswirtschaft Chinas zittern, was den Ölpreis an weiteren Kletterpartien hinderte. Ein weltweiter Konjunktureinbruch wie im Jahr 2008 – anlässlich der Bankenkrise – folgte aber nicht. Entsprechend überoptimistisch war dann auch unsere Prognose fallender Ölpreise im Spätsommer. Der Börsencrash am Aktienmarkt, der den DAX im August aus heiterem Himmel 25 % einbrechen ließ, übertrug sich nur teilweise auf den Ölmarkt und wurde vom Wertverfall des Euros überlagert. Anders als bei der letzten Krise 2008 wurde auch der Ölpreis selbst, durch die Börsenturbulenzen gestützt: In Zeiten einbrechender Aktienkurse machten viele Anleger den Rohstoffmarkt als Sicheren Hafen und Inflationsschutz fürs Depot aus. Zudem blieb die Börsenpanik weitgehend europäisch, was sich u.a. am robusten Dow Jones Index ablesen ließ. Amerikanische Aktien verloren 2011 weitaus weniger an Wert als Deutsche.

Es wird deutlich: 2011 war ein schwieriges Jahr für Heizölhändler und -verbraucher. Eine Vielzahl von Sonderfaktoren wirbelte das Preisgefüge ordentlich durcheinander und sorgte für Preisaufschläge.

Dass es 2012 ruhiger wird ist keinesfalls sicher. Auch nicht, dass Heizöl billiger wird! Der neueste Unruheherd im Nahen Osten ist zugleich ein Klassiker, wenn es darum geht, hohe Ölpreise herbeizureden, und heißt Iran. Auch in Sachen Euro kann keine Entwarnung gegeben werden. Hier droht ein weiterer Wertverfall. Das größte Potential für fallende Heizölpreise bietet vermutlich eine weltweite Rezession. Doch wer will die schon?

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 109,30 $, Gasöl ca. 942 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. 0,60 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,299 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis seitwärts
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise seitwärts
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die milde Witterung lässt die Reichweite der Heizölvorräte steigen. Wer spekuliert sollte aber unbedingt ca. 2 - 3 Wochen Lieferzeit einplanen, bis das neue Heizöl da ist! Auch wenn es noch einmal kalt wird muss der alte Vorrat im Tank so lange reichen. www.heizoel24.de - 03.01.2012
 

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