
Ist der Krieg vorbei? Heizölpreise rutschen auf Dreimonatstief
15.06.26 • 09:49 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Was wochenlang wie ein Wunschtraum wirkte, ist seit Sonntagabend Realität. Die USA und der Iran haben sich auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Die Ölpreise fallen heute auf das günstigste Niveau seit dem Frühjahr. Heizöl wird im DACH-Raum spürbar günstiger.
Die Nordseesorte Brent fiel am Montagmorgen auf 83,38 US-Dollar je Barrel, ein Rückgang von knapp vier Prozent. Die amerikanische Ölsorte WTI steht bei 80,61 US-Dollar, ebenfalls stark im Minus. Gasoil, der für den europäischen Heizölmarkt entscheidende Terminkontrakt an der Londoner Warenbörse ICE, gibt mit 930,00 US-Dollar je Tonne gut drei Prozent nach. Die Risikoaufschläge, die der Markt seit Kriegsbeginn in die Preise eingebaut hatte, schmelzen heute förmlich dahin.
Den Startschuss gab Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif. Pakistan hatte in den vergangenen Wochen als Vermittler zwischen Washington und Teheran fungiert und meldete als erstes Land die erzielte Einigung. Trump folgte mit einer Bestätigung auf Truth Social und schrieb: “Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!” Er kündigte die gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus an sowie die sofortige Aufhebung der amerikanischen Seeblockade. Bereits am Sonntagabend trat Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi vor die Kameras des staatlichen Fernsehens und bestätigte das Kriegsende. Gefechte und Militäraktionen an sämtlichen Fronten, einschließlich des Libanon, würden in dieser Nacht dauerhaft eingestellt. Kurz vor Tagesanbruch am Montag folgte die formelle Zustimmung des iranischen Sicherheitsgremiums zum Abkommenstext.
Die offizielle Unterzeichnung ist für Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz geplant. Teheran hat angekündigt, den genauen Inhalt der Vereinbarung erst nach dem Signiertag zu veröffentlichen. Bekannt ist bisher, dass die Parteien einen 60-tägigen Zeitrahmen für weiterführende Verhandlungen vereinbart haben. Im Zentrum dieser Gespräche wird Irans Atomprogramm stehen.
Die Straße von Hormus, über die vor Kriegsbeginn täglich Millionen Barrel Öl verschifft wurden, soll im Zuge des Abkommens wieder freigegeben werden. Wegen laufender Minenräumungen braucht das noch einige Tage. Marktexperten dämpfen allerdings die Euphorie. Die Wiederherstellung der vollen Förder- und Exportkapazitäten in der Region könnte Monate in Anspruch nehmen, da Infrastruktur und Logistikketten während des Krieges erheblich gelitten haben. Auch die Schifffahrtsbranche braucht Zeit, um den Betrieb schrittweise wieder aufzunehmen.
Auf europäischer Seite begrüßten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Einigung. Von der Leyen forderte eine rasche Umsetzung und betonte, die Meerenge müsse für alle Schiffe gebührenfrei passierbar sein. Kallas sieht in dem Abkommen einen möglichen Ausgangspunkt für tiefergehende Gespräche über Irans Nuklearprogramm und die globale Energieversorgung. Die EU stehe bereit, die nächste Phase aktiv zu begleiten.
Mit dem erfreulichen Preisrutsch zum Wochenstart fällt der Heizölpreis in Deutschland heute auf dem günstigsten Stand seit Monaten. Österreich folgt mit 1,40 Euro je Liter, die Schweiz mit 1,11 Franken. Wer den Drei-Monats-Chart aufruft, sieht, wie weit es vom April-Hoch bergab gegangen ist. Damals kostete der Liter in Deutschland zeitweise über 1,55 Euro, heute sind es gut 40 Cent weniger.
Mit einem deutschen bundesweiten Preis von 1,13 Euro je Liter ist der Vorkriegsstand von rund 98 Cent allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Der Krieg hat das Preisniveau tüchtig angefüttert, was jetzt nach und nach abgebaut werden muss. Hält der Deal und läuft die Meerenge wieder auf Normalbetrieb, rückt das nächste Ziel in Sichtweite: die Marke von einem Euro je Liter.
Wem so langsam die Tankreserven ausgehen, kann jetzt wieder mit Freude auf den Chart blicken. Zahlte man zur Preisspitze im April noch rund 4.700 Euro für seine 3.000 Liter-Bestellung, sind es heute ca. 1.300 Euro weniger. Davon lässt sich durchaus ein Urlaub finanzieren. Und der Sommer kommt da gerade recht.
HeizOel24-Tipp: Günstige Preisfenster wie dieses öffnen sich selten mit Vorankündigung. Wer seinen Tank jetzt auffüllt, sichert sich das aktuelle Niveau. Wer noch etwas abwarten möchte, setzt einen Preisalarm auf HeizOel24 und kauft automatisch zum Wunschpreis. HeizOel24
| Börsendaten | Montag 15.06.2026 09:49 Uhr | Schluss Vortag 14.06.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 83,25
$
pro Barrel | 86,80
$
pro Barrel | -4,09% |
Gasöl | 923,25
$
pro Tonne | 964,25
$
pro Tonne | -4,25% |
Euro/Dollar | 1,1606
$
| 1,1601
$
| +0,04% (konstant) |
USD/CHF | 0,793
CHF
| 0,794
CHF
| -0,13% (konstant) |
| Heizölpreis | Montag 15.06.2026 09:49 Uhr | Schluss Vortag 14.06.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 113,45 € | 115,11 € | -1,44% |
Österreich | 139,95 € | 140,23 € | -0,20% |
Schweiz | 109,38 CHF | 113,77 CHF | -3,86% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | fallend | ||
| Heizöl | fallend | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
