Friedenshoffnung drückt Ölpreise

26.05.26 • 12:33 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind zum Ende des langen Pfingstwochenendes deutlich eingeknickt, nachdem erwartungsvolle Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Erwartungen am Markt verschoben haben. Dennoch flogen die USA gestern Angriffe gegen den Iran, die die Ölpreise im frühen Dienstaghandel wieder hochzogen. Die Heizölpreise knüpfen an die Abwärtsbewegung vergangener Woche an und können auch am heutigen Vormittag weiter abwerfen.

Die Bewegung am Ölmarkt wurde am Wochenende vor allem durch die Gespräche zwischen Washington und Teheran bestimmt. Beide Seiten meldeten Fortschritte bei einer möglichen Absichtserklärung, die eine Verlängerung der Waffenruhe um bis zu 60 Tage umfassen soll. In diesem Zusammenhang stand auch eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus im Raum sowie Lockerungen bei der Blockade iranischer Ölexporte.

Diese Aussicht schürte in der zuletzt eher festgefahrenen Rhetorik wieder Optimismus an den Börsen. Entsprechend schnell reagierten die Notierungen. Die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI gaben gestern knapp acht US-Dollar nach, und auch der Gasölkontrakt in London folgte. Sollte der Deal dieses Mal tatsächlich von beiden Seiten unterschrieben werden, würde sich die aktuelle Versorgungslage akut entspannen.

Dabei blieb die Lage vor Ort widersprüchlich. Die USA griffen im Süden des Iran Ziele an, die nach eigener Darstellung im Zusammenhang mit Bedrohungen für die Schifffahrt standen. In iranischen Berichten war zeitgleich von Explosionen in mehreren Küstenregionen rund um die Straße von Hormus die Rede.

Parallel verschärfte sich die Lage in Osteuropa. Russland erhöhte den Druck auf die Ukraine und stellte weitere Angriffe in Aussicht. Marktteilnehmer rechneten damit, dass im Gegenzug auch die ukrainischen Angriffe auf Energieanlagen zunehmen könnten. Letztendlich überwog gestern die Erwartung einer politischen Lösung im Nahen Osten mehr als die derzeit knappe Versorgungslage.

Im Inland geben die Heizölpreise heute weiter nach und folgen damit den schwächeren Vorgaben an den Börsen. In Deutschland geht es im bundesweiten Durchschnitt um rund zwei Cent je Liter nach unten, der Preis liegt aktuell bei 1,19 Euro je Liter.

Langsam, aber stetig fällt auch der Heizölpreis in Österreich. Zur Mittagszeit erreicht der flüssige Brennstoff die Marke von 1,53 Euro je Liter. In der Schweiz geht es etwas dynamischer nach unten, hier geben die Preise um durchschnittlich fünf Rappen je Liter nach. Der Liter Heizöl kostet aktuell 1,18 Franken.

Auf Verbraucherseite bleibt es ruhig. Viele halten sich noch zurück und schauen, ob da noch mehr geht. Die Preise kommen gerade runter, und genau das sorgt für Abwarten. Wer nicht muss, bestellt im Moment eher nicht sofort.

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