Öl lässt Preisspitze hinter sich

04.05.26 • 10:50 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben zum Ende der vergangenen Woche nachgegeben und starten auch in den Montag mit Verlusten. Brent notiert bei rund 107 US-Dollar je Barrel. Die Lage am Persischen Golf bleibt dabei alles andere als entspannt: Washington startet heute seinen umstrittenen Geleitschutz durch die Meerenge, Teheran hat einen neuen 14-Punkte-Plan vorgelegt. Die Heizölpreise haben sich etwas beruhigt und kommen durchschnittlich zwei Cent bzw. Rappen je Liter leichter aus dem Wochenende.

Nach dem Kriegshoch vom vergangenen Donnerstag folgte die Ernüchterung. Der steile Preisanstieg der Vorwoche konnte sich nicht halten, die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI gaben am Freitag nach. Durch den Feiertag blieb der europäische Handel allerdings eher dünn. Als die US-Börsen am Nachmittag öffneten, gerieten die Notierungen erneut unter Druck. Teheran hatte einen neuen Vorschlag in Richtung Washington geschickt, und obwohl die USA diesen umgehend zurückwiesen, reichte die bloße Existenz eines Gesprächskanals aus, um die Risikoprämie etwas abzubauen. Am Montag setzt sich die Abwärtsbewegung fort. Brent notiert bei rund 107,42 US-Dollar je Barrel, WTI bei 101,11 US-Dollar, Gasoil gibt ebenfalls nach.

Bewegung kommt heute von einer anderen Seite. Trump hat angekündigt, festsitzende Handelsschiffe im Persischen Golf unter dem Namen Projekt Freiheit durch die Meerenge zu geleiten. Das US-Zentralkommando bestätigte seine Beteiligung an der Mission, bei Bedarf auch unter Waffeneinsatz. Am Markt hält sich die Begeisterung jedoch in Grenzen, nicht zuletzt, weil die Wirkung von Trumps Ankündigungen eine gewisse Sättigung erreicht haben. Der Iran kritisierte das Vorhaben und betont, dass jede fremde Militärpräsenz in der Meerenge als Verletzung der Waffenruhe gelte.

Der Iran kritisiert das Vorhaben und betont, dass jede fremde Militärpräsenz in der Meerenge als Verletzung der Waffenruhe gelte. Gleichzeitig präsentierte Teheran einen 14-Punkte-Plan, der ein Kriegsende binnen 30 Tagen, den Abzug amerikanischer Truppen, die Aufhebung der Seeblockade sowie Reparationszahlungen vorsieht. Das Atomprogramm bleibt ausgeklammert, was für Washington nach eigener Aussage nicht verhandelbar ist. Trump ließ auf Truth Social wenig Interpretationsspielraum: Der Plan werde kaum akzeptabel sein.

Die OPEC+ beschloss am Sonntag eine weitere Förderanhebung um 188.000 Barrel täglich für Juni. Allerdings verpufft die Aussicht auf mehr Mengen, wenn sie doch nicht geliefert werden können. Die Straße von Hormus bleibt weiterhin geschlossen.

Nach den Hochs der vergangenen Woche haben sich die Heizölpreise im DACH-Raum etwas zurückgezogen. In Deutschland liegt der Durchschnittspreis heute bei rund 1,34 Euro je Liter, in Österreich bei etwa 1,65 Euro je Liter, in der Schweiz bei rund 1,35 Schweizer Franken je Liter. Damit korrigieren sich die Preise, nachdem sie in der vergangenen Woche steil zogen.

Ob diese Entspannung anhält, ist offen. Das Projekt Freiheit könnte die Lage in der Meerenge schnell wieder kippen, sollte der Iran darauf militärisch reagieren. Wer seinen Tankstand im Blick hat und noch Spielraum besitzt, beobachtet die Entwicklung genau. Aktuell bewegen sich die Heizölpreise wieder im Seitwärtsmodus.

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