Gespräche vom Tisch? Ölbullen bleiben vorsichtig

22.04.26 • 10:06 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Am Dienstag hat sich der Markt lange zurückgehalten, bis am Nachmittag die Zweifel an weiteren Gesprächen zwischen den USA und dem Iran überwogen haben. Aus Teheran blieb die Zusage aus, sodass die Hoffnung der Verunsicherung wich. Die Stimmung kippte und zog die Ölpreise hoch, was auch auf die Heizölpreise schwappte. Die kommen am Vormittag fester daher und gehen im Schnitt drei Cent bzw. Rappen je Liternach oben.

Die politische Ausgangslage hat sich dabei nicht verbessert. US-Präsident Donald Trump hat den Waffenstillstand zwar verlängert, gleichzeitig bleibt aber die Seeblockade bestehen. Und für den Iran ist das genau der Knackpunkt. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat Teheran Pakistan bereits mitgeteilt, keine Delegation nach Islamabad zu schicken. Hintergrund sind die anhaltende US-Seeblockade und aus iranischer Sicht überzogene Forderungen aus Washington.

Gleichzeitig wird die Verlängerung des Waffenstillstands aus Washington in Teheran nicht als Entgegenkommen gesehen. Auch diese Entscheidung sei nicht vom Iran ausgegangen. Vielmehr werde die Blockade weiterhin als Bruch der Vereinbarungen gewertet und sogar als „Akt des Krieges“ bezeichnet. Damit bleibt die Situation festgefahren.

Parallel meldete das American Petroleum Institute (API) für die vergangene Berichtswoche deutliche Abbauten in allen wichtigen Kategorien. Die Rohölbestände gingen um 4,4 Millionen Barrel zurück, bei Destillaten lag das Minus bei 4,6 Millionen Barrel, Benzinbestände sanken um 5,2 Millionen Barrel. Damit fielen die Rückgänge jeweils deutlich stärker aus als von Analysten erwartet, was tendenziell stützt.

Die offiziellen Daten des US-Energieministeriums stehen noch aus. Sollten sich die API-Zahlen bestätigen, würde das die angespannte Versorgung weiter untermauern.

Am Mittwochmorgen gaben die Ölpreise erstmal wieder nach und entfernen sich von den Hochs des Vortages. Brent fällt wieder unter die Marke von 98 US-Dollar und auch WTI und Gasoil verlieren. Die gestrige Bewegung wird damit teilweise zurückgenommen, ohne dass sich an der grundsätzlichen Lage etwas ändert.

Mit dem gestrigen Aufwärtspotenzial auf den Schultern kommen auch die Heizölpreise fester in den Mittwoch. Damit bleiben die Märkte in Bewegung. Dennoch ist der Preisschub aus dem März und Anfang April inzwischen zu einem großen Teil verarbeitet. Am Vormittag pegelt sich der Preis für den flüssigen Brennstoff auf einem deutschen Mittelwert von 1,29 Euro je Liter ein. Die Berg- und Talfahrt der letzten Tage veranlasst Verbraucher wieder aktiver zu werden. Preisnachlässe werden öfter genutzt, um nachzutanken, da Ölheizer die Entwicklung genau beobachten.

In Österreich zeigen sich kleinere Bewegung nach unten bzw. in der Schweiz nach oben. Größere Ausschläge bleiben aus, da nun erstmal gewartet wird, was sich im Laufe des Tages an den Börsen tut. Unterm Strich bleibt die Richtung wechselhaft.

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