Ölpreise steigen mit den Risiken

30.03.26 • 12:10 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben am Freitag spürbar zugelegt und den Handel klar im Plus beendet. Neue militärische Drohungen und zusätzliche Risiken für wichtige Lieferwege bestimmten das Geschehen. Zum Wochenstart steigen auch die Heizölpreise weiter und verteuern sich aktuell um bis zu neun Cent je Liter.

Der Freitag entwickelte früh Zug nach oben. Die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI legten im Tagesverlauf kontinuierlich zu und bauten ihre Gewinne bis zum Handelsschluss weiter aus. Beide Referenzsorten gingen damit deutlich fester ins Wochenende.

Im Zentrum stand die zunehmende Eskalation im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende offen über eine Ausweitung des militärischen Engagements gesprochen und dabei auch Bodentruppen ins Spiel gebracht. Im Fokus möglicher Operationen steht die iranische Insel Charg im Persischen Golf. Über sie läuft ein Großteil der iranischen Ölexporte.

Die Aussagen aus Washington sorgten für Aufmerksamkeit, weil sie ungewöhnlich konkret ausfielen. Parallel dazu wurden zusätzliche US-Truppen in die Region verlegt. Mehrere Tausend Soldaten sind bereits eingetroffen.

Teheran reagierte mit scharfen Drohungen. Militärnahe Vertreter kündigten Angriffe auf wirtschaftlich zentrale Infrastruktur an, sollte es zu einem solchen Schritt kommen. Damit rückte das Risiko direkter Schäden an Förder- und Exportanlagen stärker in den Fokus des Marktes.

Gleichzeitig weitete sich der Konflikt aus. Am Wochenende griffen Huthi-Milizen aus dem Jemen aktiv ein und beschossen Ziele in Israel. Damit verlagerte sich ein Teil der Spannungen auch auf das Rote Meer. Neben der Straße von Hormus ist nun auch die Meerenge Bab el-Mandeb, eine zweite zentrale Route für den Öltransport, betroffen.

Auch außerhalb der Region blieb die Angebotslage angespannt. In Russland führten ukrainische Angriffe auf wichtige Exportterminals an der Ostsee zu erheblichen Einschränkungen. Anlagen in Ust-Luga und Primorsk waren teilweise außer Betrieb, wodurch ein spürbarer Teil der Verladekapazitäten wegfiel. Die Angriffe treffen gezielt die russische Energieinfrastruktur, um die Mehreinnahmen der Exporte Russlands durch die gestiegenen Ölpreise zu verhindern.

Damit trafen mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auf den Markt. Einschränkungen bei Transportwegen, Risiken für Förderanlagen und zusätzliche Ausfälle im Export verstärkten den Preisdruck.

Zum Wochenstart zeigt sich die Aufwärtsbewegung im Inland deutlich. In vielen Regionen steigen die Preise um mehrere Cent gegenüber Freitag. Die Aufschläge zwischen zwei und zehn Cent je Liter fallen dabei regional unterschiedlich aus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt aktuell bei rund 1,46 Euro je Liter. Der Norden bleibt auf einem höheren Niveau. Während einige nördliche Bundesländer klar über dem Bundesdurchschnitt liegen, bewegen sich die süddeutschen Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern deutlich darunter, folgen aber ebenfalls dem Aufwärtstrend.

Im DACH-Vergleich ergibt sich ein ähnliches Bild. Österreich liegt mit knapp 1,85 Euro je Liter deutlich über Deutschland. Die Schweiz bewegt sich entgegengesetzt und fällt auf 1,51 Franken je Liter zurück. Damit bleibt die heutige Preisbewegung in den drei Ländern uneinheitlich.

Die Nachfrage bleibt zurückhaltend. Viele Verbraucher bestellen, wenn nötig, kleinere Mengen und reagieren vorsichtig auf die schnelle Entwicklung der letzten Wochen.

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