Angriffswellen auf Raffinerien treiben Gasölpreise

11.08.26 • 10:49 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise setzen ihren Anstieg fort und ziehen zum Dienstag weiter an. Zwei Kräfte wirken dabei zusammen: Angriffe auf Raffinerien in Russland und Saudi-Arabien haben Diesel und Gasöl verknappt, während sich die Aussichten auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran weiter eingetrübt haben. Die Heizölpreise klettern auch heute weiter nach oben. Im Durchschnitt sind es etwa sechs Cent je Liter, die Verbraucher mehr zahlen müssen.

An den Börsen zeigen sich die Notierungen fester. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 89,44 US-Dollar je Barrel und nimmt die 90 US-Dollar-Marke in Angriff. Die US-Sorte WTI steigt auf 83,85 US-Dollar. Noch deutlicher legt der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE zu, an dem der Heizölpreis hängt. Dieser steht bei 1.346,50 US-Dollar je Tonne, das sind rund drei Prozent mehr zum gestrigen Tagesmittel. Schon am Montag hatten die Rohölsorten rund fünf Prozent gewonnen, beim Diesel fiel das Plus sogar noch kräftiger aus.

Der Sprung beim Diesel geht auf eine Serie von Angriffen auf Raffinerien zurück. In Russland setzte die Ukraine mit Drohnen mehrere Anlagen in Brand, unter anderem in den Regionen Woronesch und Orenburg. Parallel traf die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen erneut die saudische Raffinerie in Dschasan, die seit Ende Juli ohnehin stillsteht. Fallen solche Anlagen aus, wird weniger Diesel und Heizöl produziert, und die Knappheit treibt die Preise. Die europäischen Dieselmargen sprangen zum Wochenstart um fast zehn Prozent.

Parallel dazu verhärten sich die Fronten am Persischen Golf. Der Iran macht eine Öffnung der Straße von Hormus, der Meerenge, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweit geförderten Öls verschifft wurde, von sechs Bedingungen abhängig und verlangt unter anderem Entschädigungen für Kriegsschäden. Nun legte US-Präsident Donald Trump seinerseits nach und forderte über seine Plattform Truth Social Entschädigungszahlungen vom Iran, für Opfer des Regimes im eigenen Land ebenso wie für Konflikte in der Region. Statt sich anzunähern, treiben beide Seiten die Einsätze in die Höhe. Inzwischen liegen Bedingungen auf dem Tisch, die für die Gegenseite wohl eher inakzeptabel sein dürften.

Für zusätzlichen Druck sorgt ein gemeldeter Drohnenangriff auf eine Raffinerie im libyschen Zawiya, bei dem ein großer Lagertank ausbrannte. Damit bleiben die Risiken weiterhin hoch, was sich in den steigenden Notierungen zeigt.

Für Verbraucher zeichnen sich am Dienstag klare Aufschläge bei den Inlandspreisen ab. Das bundesweite Mittel je Liter beläuft sich am Vormittag auf knapp 1,35 Euro, gut sechs Cent mehr als am Vortag. Über das Frühjahr und den Sommer hatte sich die Nachfrage nach Heizöl spürbar zurückgezogen. Bei den hohen Preisen hielten sich viele Haushalte zurück und haben ihre Bestellungen nach hinten geschoben. Dadurch hat sich einiges an Bedarf aufgestaut. Sobald die Temperaturen fallen und sich der Herbst zeigt, könnte sich dieser Stau in einer Bestellwelle entladen. Wer dann ordert, sollte längere Lieferzeiten einplanen. Denn bei hohem Bestellaufkommen verschieben sich die Termine schnell nach hinten. Wer früh plant, vermeidet teure Expresslieferungen.

In Österreich zieht der Liter auf 1,59 Euro an, rund drei Cent mehr als gestern. Die Heizölpreise in der Schweiz können sich auf Vortagesniveau halten und liegen aktuell bei rund 1,45 Franken je Liter.

HeizOel24-Tipp: Wer in der aktuellen Situation Heizöl kaufen muss, braucht eine klare Vorstellung davon, zu welchem Preis er spätestens handeln will. Der Preisalarm von HeizOel24 hilft dabei: Einfach den eigenen Zielpreis eintragen und sich benachrichtigen lassen, sobald Heizöl in der Region diesen Wert erreicht. HeizOel24

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