Heizungsgesetz: Ölheizung darf bleiben, Biokomponente ohne CO2-Preis

25.02.26 • 12:57 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Rohölpreise stehen am Mittwoch unter leichtem Druck. Überraschend hohe US-Lagerbestände dämpfen die Stimmung, während die Welt auf die nächste Runde der Iran-Gespräche am Donnerstag wartet. Auch im DACH-Raum geben die Heizölpreise leicht nach. Die Top Meldung des Tages kommt aus Berlin, wo die Bundesregierung die Überarbeitung des Heizungsgesetzes auf den Weg gebracht hat. Ein Verbot von Gas- und Ölheizungen ab 2045 ist damit vom Tisch und CO2-neutrale Brennstoffkomponenten kommen ins Spiel.

Der Dienstag verlief an den Ölbörsen unruhig. Zeitweise trieben Meldungen über eine Militärübung der Iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf und weitere US-Truppenverstärkungen in der Region die Rohölpreise nach oben. Doch die Aufwärtsbewegung hielt nicht lange. Vor Eröffnung der US-Börsen setzten Gewinnmitnahmen ein, und die nächtlichen Lagerdaten des American Petroleum Institute (API), des Interessenverbands der amerikanischen Öl- und Gasindustrie, sorgten für zusätzlichen Druck auf die Rohölpreise.

Das API meldete für die Woche zum 20. Februar einen Anstieg der US-Rohölvorräte um 11,4 Millionen Barrel, weit mehr als die erwarteten 1,2 Millionen Barrel. Auch im Zentrallager Cushing in Oklahoma stiegen die Bestände. Bei Benzin und Destillaten, dem Vorprodukt von Heizöl, gingen die Vorräte dagegen stärker zurück als erwartet. Unterm Strich überwiegt der bearishe Eindruck, den die massiven Rohölaufbauten hinterlassen. Heute Nachmittag um 16:30 Uhr veröffentlicht das US-Energieministerium (DOE) die offiziellen Wochendaten, die zeigen werden, ob sich das Bild bestätigt.

In Donald Trumps Rede zur Lage der Nation blieb der Iran zwar ein Thema, konkrete neue Ankündigungen gab es jedoch nicht. Der US-Präsident betonte lediglich, dass Teheran unter keinen Umständen in den Besitz einer Atombombe gelangen dürfe. Am Donnerstag sollen die indirekten Atomgespräche zwischen Washington und Teheran in Genf in die nächste Runde gehen, eine Einigung gilt aber weiterhin als unwahrscheinlich.

Die Heizölpreise im DACH-Raum geben heute leicht nach. In Deutschland kostet Heizöl aktuell durchschnittlich 96,7 Cent pro Liter. Damit entspannt sich die Lage am Markt – und nicht nur dort.

Auch politisch gibt es Entwarnung für Heizölkunden: Die Bundesregierung aus CDU und SPD löst ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein und hat erste Details zur Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bekanntgegeben. Das GEG machte Anfang 2024 als sogenanntes Heizungsgesetz wochenlang Schlagzeilen, da es weitreichende Eingriffe zur Regulierung des Heizungsmarktes vorsah. U.a. schrieb das seinerzeit Grün geführte Wirtschaftministerium eine 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien im GEG fest, die neu installierte Heizungen ab 2026 bzw. 2028 ermöglichen müssen. Der Einbau neuer Öl- oder Gasheizungen wären damit nicht mehr ohne Weiteres zulässig.

Diese Vorgabe ist mit dem neuen Entwurf in der aktuellen Form vom Tisch. Künftig herrscht demnach bei der Installation wieder Technologieoffenheit und alle Heizungsarten sind erlaubt. Wer neu installieren oder modernisieren möchte, kann sich ohne gesetzlichen Zwang für eine Gas-, Pellet-, Ölheizung, Wärmepumpe oder Fernwärme etc. entscheiden.

Gleichzeitig setzt die Gesetzesreform auf machbare Bioquoten, wie sie bereits seit einigen Jahren u.a. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein existieren. Hier ist der Einsatz von Heizöl mit zehn Prozent biogenem Anteil bereits gängige Praxis um die gesetzlich geforderte Bioquote für neue Ölheizungen zu erfüllen. Ab 2029 sollen neue Öl- und Gasheizungen dann bundesweit mit einem steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden, zunächst mindestens zehn Prozent. Parallel dazu wird für Heizöl- und Gaslieferanten eine Beimischungsquote eingeführt, um alle Heizungen im Bestand zu erreichen. Start ist 2028 mit einem Anteil von zunächst einem Prozent. Positiv für Verbraucher und ein Anreiz für den schnellen Markthochlauf einer steigenden Biokomponente ist, dass der klimafreundliche Anteil im Heizöl von der CO2-Bepreisung ausgenommen werden soll. Zukünftig dürfte beim Heizöl u.a. HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) eine Rolle spielen, das z.B. aus alten Speisefetten gewonnen wird und bereits als synthetischer Diesel-Ersatz auf dem Markt ist.

Für Heizölkunden heißt das unterm Strich: Wer weiterhin auf eine Ölheizung setzt oder modernisieren möchte, kann dies ohne unmittelbaren gesetzlichen Zwang tun. Der Markt bleibt offen – und die Wahlfreiheit im deutschen Heizungskeller ist wieder gesichert.

Bis Ostern sollen die Eckpunkte nun als Gesetzentwurf ausgearbeitet werden. Nach Verabschiedung im Bundestag soll das neue Gesetz ab Juli in Kraft treten. – ok

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