Gasöl-Rallye treibt Heizölpreise nach oben

19.11.25 • 11:24 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Zur Wochenmitte starten die Ölpreise etwas schwächer, nachdem sie gestern in den Preis-Sog der Mitteldestillate geraten waren und den Handel mit einem Plus schlossen. Nach den API-Daten rückt die Sorge vor steigenden US-Beständen wieder in den Vordergrund. Gasöl bleibt jedoch hoch und sorgt weiterhin für deutlichen Auftrieb bei den Heizölpreisen im Inland, die heute früh auf neue Zwischenhochs geklettert sind.

Die Ölpreise nahmen im gestrigen Handel an Fahrt auf, doch der Dienstag stand ganz klar im Zeichen der Mitteldestillate. ICE Gasoil sprang im Tagesverlauf um rund 4,5 % auf 777,50 US-Dollar je Tonne und markierte damit ein neues Novemberhoch. Treiber waren vor allem die beginnende Wintersaison mit steigender Heizölnachfrage, eine sehr gute Auslastung der Raffinerien sowie die anstehenden US-Sanktionen gegen russische Ölexporte. Am Morgen geben die Rohölpreise leicht ab, Brent kostet aktuell 64,50 US-Dollar je Barrel, WTI 60,38 US-Dollar.

Ab dem 21. November treten die im Oktober beschlossenen US-Sanktionen gegen die großen russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil in Kraft. Betroffen sind nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch Banken, Versicherer und Reedereien, die am Transport und der Finanzierung russischen Öls beteiligt sind. Viele Marktteilnehmer sichern sich deshalb vorsorglich ab, russische Fracht wird gemieden oder nur noch mit Risikoaufschlag gehandelt. Das stützt vor allem die Produktpreise wie Diesel und Heizöl.

Brent und WTI konnten von diesem Umfeld mitprofitierten. Beide Rohölsorten zogen am Dienstag im Fahrwasser des teuren Gasöl an und schlossen über den Vortagesniveaus. Von einem Ausbruch nach oben kann aber noch keine Rede sein. Die Angst vor einem deutlichen Überangebot im kommenden Jahr bleibt präsent und deckelt den Anstieg. OPEC, EIA und IEA rechnen übereinstimmend mit steigenden Fördermengen und weltweit wachsenden Lagerbeständen.

Zudem sorgte dann der Bericht des American Petroleum Institute (API) für eine Verschnaufpause. Der Interessenverband meldete Aufbauten in allen Kategorien, mehr Rohöl, mehr Benzin, mehr Destillate als erwartet. Das wies die Ölbullen in ihre Schranken. Entsprechend handeln Brent und WTI am Vormittag knapp unter ihren gestrigen Hochs, bleiben aber in Reichweite.

Für Heizölkunden ist der Mix aus teurem Gasöl und festerem Rohöl deutlich spürbar. In Deutschland steigt der bundesweite Durchschnittspreis auf knapp einen Euro je Liter und liegt damit knapp drei Prozent über dem Vortag. Im Drei-Monats-Chart schiebt sich die Kurve damit auf ein neues Hoch, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Temperaturen so langsam den Winter ankündigen.

In Österreich setzt sich der bereits hohe Preisstand ebenfalls fort. Die landesweiten Durchschnittspreise ziehen weiter in Richtung 1,19 Euro pro Liter. Seit Anfang November hat sich Heizöl um sechs Prozent verteuert. Und auch in der Schweiz verteuert sich der flüssige Brennstoff heute um durchschnittlich 2,5 Rappen je Liter und schiebt die Heizölpreise auf ein kantonweites Mittel von 1,02 Franken pro Liter.

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