Leichter Ölpreisanstieg trotz rückläufiger Nachfrage

06.06.24 • 08:50 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Während die Heizölpreise in Österreich weiterhin täglich neue Mehrmonatstiefs erreichen, beginnen sie sich in der Schweiz und in Deutschland zu stabilisieren. Der Ölmarkt hofft aktuell auf US-amerikanische Zinssenkungen im September 2024, da der dortige Bausektor und die Industrie schwächeln. Auf der anderen Seite kam der Servicesektor wieder in den Wachstumsbereich und gibt damit der dortigen Zentralbank mehr Spielraum zur Inflationsbekämpfung. Der Anstieg der US-amerikanischen Ölbestände, sowie die Rohölpreissenkungen Saudi-Arabiens für den asiatischen Markt, begrenzen derweil die Ölpreisanstiege.

Nachdem sowohl der Bausektor als auch das verarbeitende Gewerbe in den USA den zweiten Monat in Folge schrumpften, hofft der Ölmarkt auf Zinssenkungen im September 2024 und damit eine steigende Ölnachfrage. Dies wirkt sich heute preistreibend aus. Auf der anderen Seite könnte dieser dadurch ausgelöste Anstieg nur von kurzer Dauer sein. Hintergrund ist, dass der Dienstleistungssektor der USA, welcher den Großteil des dortigen Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet, wieder in den Wachstumsbereich zurückgekehrt ist. Solange die Wirtschaft stark ist, hat die US-amerikanische Zentralbank (Fed) Zeit die sich hartnäckig haltende Inflation durch hohe Zinsen zu bekämpfen.

Preisdrückend wirken sich dagegen die Ölbestandsanstiege in den USA aus. Zwar fielen diese laut dem Bericht des Department of Energy (DOE) nicht so gravierend aus wie der Bericht des American Petroleum Institute (API) es vermuten ließ, insgesamt lagen sie dennoch deutlich über den Markterwartungen. Die Rohölbestände stiegen um 1,2 Mio. Fass, statt um 1,6 Mio. Fass zu fallen und die Destillat- und Benzinbestände stiegen mehr als doppelt so stark als vom Markt erwartet an. Besonders, dass die Benzinbestände in der aktuell laufenden US-amerikanischen Fahrsaison steigen, drückt auf die Ölpreise.

Die schwächelnde globale Nachfrage begrenzt jegliches Aufwärtspotential. Nicht nur im Westen ist die Ölnachfrage gering. Saudi-Arabien senkte deshalb seine für den asiatischen Markt, in den es ca. 82 Prozent seines Rohöls verkauft, für den kommenden Juli, aufgrund der sinkenden Nachfrage.

In Österreich setzen die Heizölpreise ihren Abwärtskurs mit einem Minus von durchschnittlich 0,15 Cent pro Liter fort. In der Schweiz stiegen die Preise dagegen mit 0,2 Rappen pro Liter im Vortagesvergleich leicht an. In Deutschland müssen Heizölinteressenten heute früh einen Anstieg von im Schnitt 0,5 Cent pro Liter einplanen. Trotz des Anstiegs ist der Heizölpreis in der Bundesrepublik auf Jahressicht weiterhin sehr günstig und Interessenten mit Heizölbedarf nutzen die Gunst der Stunde, um sich zu bevorraten. Es gibt weiterhin regionale Angebote knapp unter 92 Cent pro Liter, allerdings geht der Trend aktuell zum Wert von ca. 94 Cent pro Liter Heizöl. -fr-

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