Ölpreise fallen dank Gewinnmitnahmen an der Börse

17.04.24 • 08:46 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Am heutigen Vormittag geben die Heizölpreise um bis zu 0,3 Cent bzw. Rappen pro Liter nach, mit Aussicht auf weitere Preisrückgänge. Der Ölmarkt vermutet, dass ein direkter Krieg zwischen dem Iran und Israel, dank der Verschärfung der Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor, vermieden werden kann. Selbst wenn nicht besteht der Glaube, dass die OPEC+ ihre ungenutzten Reservekapazitäten zur Kompensation einsetzen würde. Zusätzlich sorgen die Zahlen zum chinesischen BIP und die laut API gestiegenen US-amerikanischen Rohölbestände für Abwärtsdruck, welcher durch die vermutlich Ende der Woche wieder eingeführten Sanktionen gegen den venezuelischen Ölsektor nicht ausgeglichen werden können.

Der Euro stagniert bei 1,061 Dollar, während die Ölpreise heute Vormittag einem moderaten Abwärtstrend folgen. Die Rohölsorten Brent und WTI sind mit 89 bzw. 84 Dollar pro Fass wieder unter die psychologisch wichtigen Marken von 90 bzw. 85 Dollar gefallen und ICE Gasoil gab auf 811 Dollar pro Tonne nach. Damit sind weitere Heizölpreisrückgänge im Tagesverlauf wahrscheinlich.

Am Ölmarkt nehmen die Teilnehmer Gewinne mit, da der Markt aktuell als überbewertet angesehen wird. Ein offener Krieg zwischen dem Iran und Israel scheint noch verhindert werden zu können und selbst wenn nicht, geht der Ölmarkt davon aus, dass Saudi-Arabien die ggf. ausfallenden iranischen Exporte kompensieren würde. Zusätzlich steht die neuste Zahl zum chinesischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf tönernen Füßen und laut dem US American Petroleum Institute (API) stiegen die US-amerikanischen Rohölbestände deutlich stärker als erwartet. Beides sind Faktoren für eine möglicherweise rückläufige globale Ölnachfrage.

Etwas Aufwärtsdruck für die Ölpreise könnte noch aus den USA kommen. Zum einen läuft die befristete Aufhebung der Sanktionen des venezuelischen Ölsektors diese Woche aus und aufgrund der ausbleibenden Umsetzungen der Zusagen Venezuelas ist eine Verlängerung sehr unwahrscheinlich. Zum anderen haben die USA ein Gesetz verabschiedet, welches Teile der bestehenden Sekundärsanktionen gegen den iranischen Ölsektor auf Teile des chinesischen Finanzsektors ausweitet. Experten gehen davon aus, dass hiervon 0,5 Mio. bis 1,0 Mio. der durchschnittlich 1,8 Mio. B/T iranischer Ölexporte betroffen werden könnten.

Während die Heizölpreise in Österreich auf dem Vortagesniveau in den Handel starten, sanken sie in der Schweiz im Schnitt um 0,3 Rappen und in Deutschland um 0,1 Cent pro Liter. Besonders im Westen und Süden der Bundesrepublik können Heizölinteressenten von deutlich stärkeren regionalen Abwärtsbewegungen profitieren. -fr-

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