Heizölpreis kurz vor Dreimonatshoch

05.04.24 • 09:29 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Mit Preisanstiegen von bis zu 1,05 Cent bzw. Rappen pro Liter steht der Heizölpreis in Deutschland kurz davor das aktuelle Dreimonatshoch zu übertreffen. Getrieben wird der neuerliche Anstieg von den Reaktionen Guyanas auf Venezuelas Vorbereitungen zur Annexion weiter Teile seines Staatsgebietes und den iranischen Aussagen über Vergeltungsmaßnahmen für die Angriffe auf seine syrische Botschaft. In Russland scheint es derweil Probleme damit zu geben, die nötigen Reparaturen an den eigenen Ölraffinerien, nach den ukrainischen Drohnenangriffen, durchzuführen.

Der Euro fiel leicht auf 1,083 Dollar und wartet wie die Rohölsorten auf neue Richtungsimpulse. Die Rohölsorte Brent konnte allerdings die psychologisch wichtige 90 Dollar Marke mit 91 Dollar pro Fass deutlich überschreiten und auch WTI steht kurz vor 87 Dollar pro Fass. ICE Gasoil folgt noch einem kleinen Aufwärtstrend und wird derzeit mit 868 Dollar gehandelt. Damit sind weitere Heizölpreisanstiege im Tagesverlauf wahrscheinlich.

Nachdem die Konflikte rund um den Globus ab Dienstag für massive Ölpreisanstiege sorgten, begann sich die Lage am Donnerstag zu beruhigen. Durch die Reaktionen der angegriffenen Parteien, steigen die Ölpreise allerdings wieder. Das südamerikanische Guyana kündigt an sich gegen die potentielle Annektierung, von zwei Drittel seines Staatsgebietes durch Venezuela, wehren zu wollen. Der Iran verkündet derweil Vergeltungsmaßnahmen für den tödlichen Angriff auf seine Botschaft in Syrien. Der Iran macht Israel für den Angriff verantwortlich, Israel hat allerdings bisher die Verantwortung für den Angriff nicht übernommen. Zum Schutz vor Drohnen und Raketenangriffen störte Israel, laut offiziellen Quellen, gestern das GPS in weiten Teilen seines Hoheitsgebietes.

Zusätzlich zu den oben genannten Konflikten wird der globale Ölmarkt, von dem seit über zwei Jahren andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine, belastet. Die Ukraine wehrt sich dabei unter anderem mit sehr erfolgreichen Drohnenangriffen auf die russischen Ölraffinerien. Laut unabhängigen Quellen sind im ersten Quartal 2024 14 Prozent der gesamten russischen Raffinierungskapazitäten ausgefallen und das Land hat Probleme die nötigen Reparaturen durchzuführen. Die westlichen Sanktionen verhindern dabei Reparaturen, während durch chinesische Technologie nur ein kostspieliger Austausch möglich zu sein scheint.

Neben den globalen Konflikten und der künstlichen Angebotsverknappung durch das Ölförderkartell OPEC+, sorgt auch der stärker als erwartet gestiegene globale Ölverbrauch für Aufwärtsdruck. Laut Analysten der Firma JP Morgan stieg der globale Ölverbrauch im ersten Quartal 2024 auf 101,2 Mio. B/T und damit um rund 100.000 B/T mehr als erwartet.

Während die Heizölpreise in Österreich mit einem Plus von durchschnittlich 0,15 Cent und in der Schweiz mit 0,4 Rappen pro Liter in den Handel starten, stiegen sie in Deutschland im Schnitt um 1,05 Cent an und stehen kurz davor das aktuelle Dreimonatshoch zu übertreffen. Dennoch gibt es heute Vormittag vereinzelte Abwärtsbewegungen im Süden und Westen des Landes. -fr-

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