Heizölpreis geht steil – Neun-Monats-Hoch erreicht

16.10.23 • 12:57 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Ölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen sind seitwärts in die neue Woche gestartet. Die nationalen Heizölpreise zeigen sich uneinheitlich. Während es in der Schweiz untertägig bergab geht, verzeichnen Deutschland und Österreich einen neuen Aufwärtssprung. Mit kräftigen Tagesgewinnen von bis zu 2,5 Cent je Liter werden die höchsten Heizölpreise seit Anfang Januar erreicht. Zur Kriegsangst im nahen Osten wird nun die extrem hohe Inlandsnachfrage in den letzten beiden Wochen Preiswirksam. Parallel sacken auch die Temperaturen in den einstelligen Bereich und Verbraucher, die noch kein Heizöl getankt haben, geraten unter Zugzwang.

Hintergrund der steigenden Ölpreise am Freitag, die sich heute in den inländischen Heizölpreisen durchsetzen war die durch Israel angekündigte Bodenoffensive, welche über das Wochenende jedoch ausblieb. Die damit verbundenen Risikoaufschläge bilden sich langsam zurück, so dass auch ein leichtes Absinken der Heizölpreise im Tagesverlauf in den Bereich des Möglichen kommt. Die anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitiger Unsicherheit an den Ölmärkten dürfte die Abwärtsspielräume aber eng begrenzen.

Die Rohöl- und Ölproduktpreise sind auf dem Freitagsniveau in den Handel gestartet. Aufgrund der ausgebliebenen israelischen Offensive bildet sich allerdings eine moderate Abwärtstendenz. Die Nordseesorte Brent wird derzeit mit 90 und die US-amerikanische Sorte WTI mit 87 Dollar pro Fass gehandelt. ICE Gasoil notiert derzeit bei 925 Dollar pro Tonne. Der Euro konnte sich wiederum auf 1,054 Dollar hochkämpfen.

Die Ölpreise halten sich zum Wochenstart auf dem Niveau vom Freitag, an dem die beiden Rohölreferenzsorten Brent und WTI um ca. 6 Prozent zum Vortag stiegen. Israel und Palästina sind keine am globalen Markt relevanten Ölproduzenten. Ein Ausufern des Konfliktes auf die anderen angrenzenden Länder könnte allerdings neben dem Iran, welcher ein moderater Ölproduzent ist, auch Schwergewichte wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien in den Konflikt mit hineinziehen. Zusätzlich kontrolliert der Iran die Straße von Hormus, eine Meerenge über die ca. 20 Prozent des täglichen globalen Rohölbedarfs verschifft werden. Der Iran hatte hier bereits mehrfach mit einer Sperrung gedroht, um die eigenen globalen Interessen durchzusetzen. Eine Eskalation in Form des Eintritts neuer Kriegsparteien, wird laut Ölmarktexperten zu weiteren massiven Preisaufschlägen führen.

Kurzfristig positive Neuigkeiten für die Heizölpreise kommen aus China. Der dortige Staatskonzern und größter Raffineriebetreiber Sinopec soll bei der Regierung einen Exportquotentausch beantragt haben. Die chinesische Regierung hat erst vor kurzem zusätzliche Exportquoten für Schiffsdiesel in Höhe von 22,2 Mio. Barrel freigegeben. Sinopec will 5,92 Mio. Fass davon in leichtere Produkte wie Diesel und Benzin umtauschen, welche mit höheren Gewinnen exportiert werden können. Hauptabnehmer ist dabei Europa. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine importiert China mit deutlichen Rabatten russisches Rohöl und etabliert sich als einer der wichtigsten Zulieferer für Ölprodukte in Europa. Pro Fass wird von einem zehn Dollar höherem Umsatz im Export, verglichen mit dem heimischen Markt, ausgegangen. Dies spiegelt sich auch in den Exportzahlen für Diesel wider. Diese verdreifachten sich in den ersten drei Quartalen 2023, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, auf 250.000 B/T.

Während sich Heizölinteressenten in der Schweiz über einen Rückgang von einem Rappen pro Liter Heizöl freuen können, stiegen die Heizölpreise in Österreich um durchschnittlich 2,35 und in Deutschland um 2,75 Cent pro Liter. Damit kostet ein Liter Heizöl in Deutschland heute im Schnitt 1,17 Euro und markiert den höchsten Wert seit Anfang Januar. Nur in der ersten Woche des Jahres war Heizöl 2023 noch teurer als aktuell. Mit Beginn der Heizsaison und dem Krieg in Israel steigen allerdings nicht nur die Ölpreise. Auch Gas wird hierzulande bereits deutlich teurer. Relevant ist dies, da Öl in einigen Industrien als Ersatz für Gas genutzt werden kann. Dies geschah im letzten Winter, wo die Gaspreise aufgrund des Ukrainekrieges explodierten. Dieses Jahr ist beispielsweise Deutschland deutlich besser aufgestellt und die Gasspeicher sind laut Bundesnetzagentur zu mehr als 97 Prozent gefüllt. Im letzten Jahr zur gleichen Zeit und bei höheren Spotmarktpreisen lag der Füllstand bei nur rund 95 Prozent. Dennoch konnten Engpässe im letzten Jahr nur aufgrund eines milden Winters und rigorosen Sparverhaltens in den Haushalten und vor allem der Wirtschaft verhindert werden. Bei einem durchschnittlich kalten Winter und ohne sparsamen Verbrauch reichen die Gasspeicher Deutschlands allerdings nur ca. zwei Monate. -fr-

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