Heizölpreis vor Richtungswechsel?

29.06.23 • 12:39 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Nachdem die Heizölpreise gestern ein Zweiwochentief erreicht haben, starten sie heute mit einer Aufwärtsbewegung in den Handel. Dieser stehen weiterhin die Angst vor steigenden Zinsen in den USA und Europa, steigende Produktbestände in den USA und eine sich schwächer als erwartet erholende chinesische Wirtschaft gegenüber. Die Heizölpreisentwicklung der letzten zwei Monate spricht dennoch für eine Aufwärtsbewegung in den nächsten Tagen.

Der Euro ist mit 1,08 Dollar auf minimalem Abwärtskurs. Dem gegenüber stehen leichte Aufwärtsbewegungen bei den Rohöl- und Ölproduktpreisen. Die US-amerikanische Sorte WTI und die Nordseesorte Brent werden derzeit mit 69,36 bzw. 73,84 Dollar gehandelt, während die Tonne ICE Gasoil sich mit 701,75 Dollar pro Tonne knapp über die psychologisch wichtige 700 Dollar Marke kämpfen konnte. Damit ergibt sich für die heutigen Heizölpreise leichtes Aufwärtspotential.

Nachdem die Zentralbanken in Europa und den USA verlauten ließen, dass weitere Zinsanhebungen nötig seien, um die Inflation auf die Zielmarken zu reduzieren, sorgte der Bericht des US American Petroleum Institute (API) für Auftrieb bei den Heizölpreisen. Der Bericht zeigte einen moderaten Abbau der Rohölbestände der USA und einen relativ starken Rückgang der Benzinbestände. Gestern Nachmittag veröffentlichte das US-amerikanische Department of Energy (DOE) allerdings seinen Wochenbericht, der genauere und mehr Informationen als der des API enthält. Die Rohölpreise profitieren hierbei, da der Rückgang bei 9,6 Mio. Fass liegt, verglichen mit den 2,4 Mio. des API-Berichts. Auf der anderen Seite stiegen die Benzinbestände der USA mit 0,6 Mio. Fass leicht, während ein Rückgang von 2,9 Mio. Barrel erwartet wurde. Ein Rückgang der Benzinbestände wäre ein Indikator für eine stabile Wirtschaft gewesen und die minimalen Aufbauten drücken auf die Ölpreise. Auf der anderen Seite stützen die massiven Rohölabbauten.

Interessant für die Preisentwicklung wird nun, wie der Ölmarkt die Nachrichten aus China einpreist. Hier sanken die Umsätze der Industrie im Vorjahresvergleich von Januar bis Mai um 18,2 Prozent. Dies enttäuscht die Erwartungen der Märkte, welche, nach dem Ende der Corona-Maßnahmen, auf eine schnelle Erholung des Landes gesetzt haben. Damit werden die Erwartungen an die global benötigten Rohölmengen für die kommenden Monate nach unten korrigiert, was sich preissenkend auswirkt. Zusätzlich gibt die chinesische Regierung zehn Millionen Fass Rohöl frei, welche zuvor unter dem Verdacht der Sanktions- und Importquotenumgehung festgesetzt wurden. Gegen verschiedene Auflagen können chinesische Raffinerien nun allerdings dieses Öl erwerben. Beide Faktoren haben eine tendenziell preissenkende Wirkung. Offen ist nun, ob der Ölmarkt die Gewichtung dieser Faktoren erhöht und damit den Abwärtstrend der letzten Tage wieder aufnimmt, oder ob das globale Angebotsdefizit, z. B. aufgrund der Förderquotenkürzung Saudi-Arabiens, welche in zwei Tagen beginnt, weiter in den Vordergrund rückt.

In der DACH-Region scheint die Abwärtsbewegung der letzten Tage erstmal ihr Ende gefunden zu haben. In Österreich starten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau in den Handel und in der Schweiz mit einem deutlichen Plus von 0,7 Rappen pro Liter. Deutschland siedelt sich mit einem Aufpreis von im Schnitt 0,1 Cent pro Liter zwischen seinen beiden Nachbarn an. Aktuell liegt der Durchschnittspreis pro Liter Heizöl nur Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern oberhalb von 90 Cent, es gibt allerdings bereits heute Morgen erste regionale Aufwärtsbewegungen deutschlandweit, die auch in anderen Bundesländern ähnliche Preise verursachen. Aufgrund der steigenden Rohöl- und Produktpreise sollten sich Heizölinteressenten deshalb überlegen, ob sie auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung hoffen oder sich die Preise weiter nach oben bewegen. Seit Anfang Mai dieses Jahres folgte auf jedes Ende einer starken Abwärtsbewegung ein Anstieg, welcher den Heizölpreis über das Niveau der Vorwoche hob. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer die Heizölpreise genau im Blick behalten möchte, sollte das Intraday-Chart für Heizöl nutzen. Auf der Seite Heizölpreise finden Sie dieses im Chart Heizöl Durchschnittspreis und wählen dann die Option „heute“. Hier erkennen Sie frühzeitig, wie sich der Preis verhält und können rechtzeitig reagieren. HeizOel24

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