Heizölpreise steigen aufgrund möglicher weiterer OPEC-Förderquotenkürzung

24.05.23 • 12:30 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in Österreich und der Schweiz starten auf dem Vortagesniveau in den Handel, während Heizölkunden in Deutschland im Schnitt 0,5 Cent pro Liter mehr einplanen müssen. China bremst Russland beim Bau einer zweiten Pipeline aus. Während die Sorgen vor einem Zahlungsausfall der USA vorerst weiterhin bestehen und die Preise drücken, sorgten die Aussagen Saudi-Arabiens über mögliche weitere Förderquotenkürzungen für eine Aufwärtsbewegung am Ölmarkt.

Während der Euro bei 1,07 Dollar verharrt, konnten die Rohölsorten WTI und Brent sowie ICE Gasoil im Vortagesvergleich Gewinne generieren. ICE Gasoil befindet sich weiterhin auf einem minimalen Aufwärtstrend, auf der anderen Seite geben die Rohölsorten bereits Teile ihrer Gewinne ab. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird derzeit mit 77,42 Dollar und ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 73,59 Dollar gehandelt. Die Tonne ICE Gasoil notiert derweil bei 688,75 Dollar. Trotz der sinkenden Rohölpreise wird ICE Gasoil vor erst einen Rückgang der Heizölpreise verhindern, vor allem, weil sowohl Rohöl als auch die Produktpreise gegenüber den Vortageswerten im Plus in den heutigen Handel starten.

Russland will durch den Bau einer weiteren Pipeline nach China das vormals für den europäischen Markt produzierte Gas dorthin verkaufen. China verzögert derzeit allerdings eine Vereinbarung. Hintergrund scheint zu sein, dass eine seit ca. zehn Jahren geplante Pipeline für Gas aus Turkmenistan durch die aktuelle Situation wieder interessant für das Reich der Mitte geworden ist. Bisher kostete China das turkmenische Gas, welches über drei bestehende Pipelines geliefert wird, 30 Prozent mehr als das derzeit seit 2019 gelieferte russische Gas. Da der chinesische Gaspreis staatlich reguliert wird, ist dies ein Verlustgeschäft. Seit der Energiekrise hat sich China allerdings mit langfristigen Lieferverträgen für Flüssiggas aus den USA und Qatar sowie mit den russischen Gaslieferungen abgesichert und der Preisdruck auf Turkmenistan ist gewachsen. Aktuelles Ziel Chinas scheint das Erreichen einer günstigen Liefervereinbarung mit Turkmenistan zu sein und den Bau der seit zehn Jahren geplanten zusätzlichen Pipeline zu beenden, sowie daraufhin die zweite Pipeline mit Russland in Angriff zu nehmen. Damit will das Land scheinbar die Abhängigkeit von einigen wenigen Energielieferanten verhindern und den Preisdruck auf alle vorhandenen Partner erhöhen.

Der Streit um die Anhebung der US-amerikanischen Schuldengrenze ist weiterhin ein großer preisdrückender Faktor. Da allgemein erwartet wird, dass es letztlich jedoch zu einer Einigung kommt, verliert dieser Faktor nach und nach an Wirkung. Auf der anderen Seite sollen die US-amerikanischen Rohöl- und Ölproduktbestände die dritte Woche in Folge gesunken sein. Werden diese Annahmen von den für heute Nachmittag erwarteten Zahlen des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) bestätigt, würde dies die Sorgen der Märkte vor einer Rezession in den USA beschwichtigen. Zusätzlich implizierte das OPEC+ Schwergewicht Saudi-Arabien, dass es im nächsten Meeting des Förderkartells am 4. Juni zu weiteren freiwilligen Förderkürzungen kommen könnte. Ziel der OPEC+ ist es die Preise auf einem für das Kartell angenehmen Niveau zu stabilisieren. Dies sorgt am Ölmarkt für neue Angst vor einem Angebotsdefizit und wirkt sich preistreibend aus. Damit hebt Saudi-Arabien zumindest kurzfristig die Ölpreise, ohne dass es vorerst zu tatsächlichen weiteren Einschränkungen kommt.

Die Heizölpreise in der DACH-Region sin uneinheitlich in den Tag gestartet. In der Schweiz zeigten sich die Heizölpreise am Morgen noch ungefähr auf dem Vortagesniveau, vollziehen am Mittag aber die börsenimplizierte Aufwärtsbewegung nach, die bereits in Deutschland zu beobachten war. In Österreich bleit es vorerst bei geringen Aufschlägen von 0,2 Cent pro Liter Heizöl. In Deutschland stiegen die Heizölpreise bis zum Mittag um durchschnittlich 0,5 Cent pro Liter. Insgesamt bleibt das Preisgefüge im Bundesdurchschnitt knapp unter 90 Cent je Liter und damit auf dem günstigsten Niveau der letzten 15 Monate. Die einzelnen Bundesländer liegen mit Notierungen zwischen 93 Cent in Bremen und knapp 88 Cent in Nordrhein-Westfalen und Hamburg preislich eng beieinander. In Bayern ist der Süden aktuell günstiger als der Norden und speziell Kunden im Großraum München profitieren von hoher Wettbewerbsdichte und niedrigen Preisen.

Der seit Anfang eingeschlagene Seitwärtstrend Bestand. Kunden, die auf günstigere Ölpreise spekulieren wollen, sollten die Börse fest im Blick behalten. Bei den Inlandspreisen gilt es zu schauen, ob der aktuelle Seitwärtstrendkanal zwischen 86 und 90 Cent je Liter nach unten oder oben durchbrochen wird. Als Kaufsignal können Zielmarken von 80 bzw. 95 Cent je Liter dienen, um den Überblick zu behalten. Nach dem starken Kundenansturm zu Monatsbeginn wechselt der Heizölmarkt unterdessen in den Sommermodus. Die geringen Preisschwankungen ohne klare Richtung liefern seit Mitte Mai wenig Kaufanreiz. Die Anzahl der Bestellungen sank im Vortagesvergleich um ca. zehn Prozent. -fr-

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