Heizölpreise auf Richtungssuche

22.03.23 • 08:27 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In der Schweiz, Deutschland und Österreich starten die Heizölpreise ungefähr auf dem Vortagesniveau in den Handel. Die US-amerikanischen Raffinerien ändern ihren Fokus. Statt Benzin für den heimischen Markt sollen zukünftig mehr Destillate für den Export produziert werden. Ein unerwarteter Anstieg der US-amerikanischen Rohölbestände bremst den Rohölpreisanstieg aus. Die Märkte hoffen auf eine Aussetzung der Zinserhöhungen durch die FED.

Der Euro, ICE Gasoil und die Rohölsorten WTI und Brent haben im Vortagesvergleich an Wert gewonnen. Die Rohölsorten haben allerdings bereits wieder einen spürbaren Teil der Gewinne abgegeben. Der höhere und wenn auch nur noch minimal steigende ICE Gasoil Terminkontrakt, gibt den Heizölpreisen am heutigen Vormittag Aufwärtspotential. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 69,03 Dollar, einem Minus von 0,69 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 74,69 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,51 Prozent. Der Euro wird aktuell mit 1,0772 Dollar, einem minimalen Plus von 0,01 Prozent, gehandelt. ICE Gasoil wird aktuell mit 771,00 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,07 Prozent.

Positive Nachrichten für die Heizölpreise kommen aus den USA. Die Raffinerien heben nach Monaten der reduzierten Auslastung, aufgrund von Wartungsarbeiten und extremen Wetter, die Auslastung wieder an. Allerdings wird der Fokus gewechselt. Bereits seit längerem sinkt der Benzinbedarf der USA und dies soll laut Prognosen die kommenden zehn Jahre so bleiben. Auf der anderen Seite steigt der globale Bedarf an Destillaten wie Diesel und Kerosin. Die US-amerikanischen Raffinerien wechseln daher ihre Ausrichtung Richtung Exportgeschäft. Die daraus resultierende höhere globale Verfügbarkeit von Destillaten wird sich preissenkend auf die hiesigen Heizölpreise auswirken.

Nachdem die Rohölpreise im Zuge der Bankenpleiten in den USA massiv gefallen sind, haben sie sich seit Montag wieder erholt. Allerdings wurden sie erneut im Wachstum gestoppt. Hintergrund ist, dass die US-amerikanischen Rohölbestände in der vergangenen Woche wahrscheinlich stark gestiegen sind. Erwartet wurde ein Rückgang von 1,6 Mio. Barrel, laut ersten Quellen soll es allerdings einen Anstieg von 3,3 Mio. Barrel gegeben haben. Der morgen Nachmittag erwartete Bericht des US-amerikanischen DOE wird hier mehr Klarheit und vielleicht weiteres Abwärtspotential bringen. Ebenfalls mit Spannung wird das heutige Meeting der US-amerikanischen Zentralbank (FED) erwartet. Nach den Bankenpleiten gehen die Märkte nur noch von einem Zinsanstieg von 0,25 Prozent aus. Einige Marktteilnehmer hoffen sogar auf eine Aussetzung der Zinserhöhungen, was unter anderem die Nachfrage nach Öl und im Zuge dessen die dazugehörigen Preise steigen lassen könnte.

In der D-A-CH-Region sind die Heizölpreise größtenteils auf dem Vortagesniveau verblieben. In Deutschland und der Schweiz gibt es nahezu keine preislichen Veränderungen, während sie in Österreich im Schnitt um 0,05 Cent pro Liter Heizöl stiegen. Die Anzahl der Bestellungen entspricht der vom Montag. -fr-

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