Heizölpreise fallen auf 8-Monats-Tief

05.12.22 • 11:47 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise starten weicher in die neue Handelswoche, nachdem bereits am Freitag die Einigung der 27 EU-Mitgliedsstaaten über einen Preisdeckel in Höhe von 60 US-Dollar je Barrel für russisches Öl belasteten. Auch ICE-Gasöl gab nach und nahm die Heizölpreise ins Gepäck. Diese knüpfen an ihre Abwärtsbewegung von Freitag an und zeigen sich mit durchschnittlich zwei Cent bzw. Rappen pro Liter deutlich günstiger, markieren sogar ihr 8-Monatstief. Die Nachfrage ist dementsprechend stark angezogen.

Mit dem heutigen Montag tritt das Öl-Embargo in Kraft, das im Juni von den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union beschlossen wurde. Nur noch in Ausnahmefällen darf Rohöl aus Russland in die EU importiert werden. Die Sanktionsverordnung ist Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar dieses Jahres. Es gelten jedoch Ausnahmeregelungen für einige EU-Länder, die aufgrund ihrer geografischen Lage von russischen Lieferungen abhängig sind. Der fehlende Zugang zum Meer macht die Substitution der Importe schwieriger. Betroffen sind vor allem Länder wie Ungarn, Tschechien und die Slowakei, die fristlos weiterhin russisches Öl erhalten dürfen. Deutschland wird bis Ende des Jahres die Lieferungen russischen Öls einstellen. Damit bekommt die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt mehr Zeit, die bisherigen Lieferungen über die Druschba-Pipeline zu ersetzen. Ebenso ab heute gilt der Preisdeckel für russisches Öl. Auf 60 US-Dollar (57 Euro) pro Barrel hatten sich zuletzt die EU-Länder als Preisobergrenze geeinigt. Aktuell erzielt Russland einen Marktpreis in Höhe von 70 US-Dollar (67 Euro) pro Barrel. Betroffen sind etwa drei Millionen Barrel pro Tag, deren Erlöse um etwa 210 Millionen Dollar (200 Millionen Euro) schrumpfen würden.

Ziel des Öl-Embargos und der Preisdeckelung ist die Einschränkung finanzieller Mittel für das Führen des Krieges gegen die Ukraine. Da der Gas- und Ölverkauf in etwa 45 Prozent des russischen Staatshaushaltes ausmachen, sind diese Maßnahmen besonders einschneidend. Russland hat indes angedroht, keine Länder mehr zu beliefern, die den Preisdeckel akzeptieren. Um diesen auszuhebeln will das Land Mechanismen entwickeln, die eine Preisdrosselung künftig verbieten, so sagte der russische Vizeregierungschef Alexander Nowak. Die Meldung über die Einigung der EU-Länder auf eine Preisgrenze nahmen die Ölbörsen allerdings sehr gefasst auf. Da der Preis in etwa bei dem Preis liegt, den Russland ohnehin derzeit für sein Rohöl einnimmt, vermuten Anleger, dass eine Angebotsunterbrechung seitens Russlands unwahrscheinlicher werden könnte. Der Preisdeckel soll zudem dafür sorgen, dass sich die Energiemärkte entspannen. Die starke Verteuerung der Energiepreise, die aus dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine resultierte, soll mit der EU-Maßnahme gebremst werden. Durch das EU-Embargo muss jetzt allerdings russisches Öl mit Öl aus den USA, dem Nahen Osten und Westafrika kompensiert werden, was die Preise tendenziell teurer macht.

Das am Sonntag abgehaltene virtuelle Meeting der OPEC+ ging mit der Entscheidung zu Ende, die Fördermengen nicht weiter zu kürzen. Vor dem Hintergrund der Lockerung der Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung, die ein Aufblühen der Nachfrage mit sich bringen sollte, und der unsicheren Lage rund um die Russland-Lieferungen, zeigte sich die OPEC+ eher zaghaft. Nach 20 Minuten einigten sich die Mitgliedsländer der Organisation und deren Verbündete darauf, keine weiteren Einschränkungen auf der Angebotsseite zuzulassen, die durch eine erneute Verknappung ausgelöst worden wären.

Bereits am Freitag löste die Meldung über die Einigung der EU-Mitgliedsstaaten über eine Preisobergrenze starken Abwärtsdruck auf die Brent-Futures und ICE-Gasöl. Für die Heizölpreise, die sich am Preis von Gasöl orientieren, ging es vor dem Wochenende nochmal südwärts. Zu Beginn der neuen Woche setzen die Heizölpreise ihre Abwärtsbewegung fort und zeigen sich mit deutlichen Abschlägen von rund zwei Cent bzw. Rappen je Liter. Am heutigen Montag erreichen die durchschnittlichen Inlandspreise in Deutschland mit knapp über 1,20 Euro je Liter ihr ein 8-Monats-Tief. Seit Oktober ist der Abwärtstrend eingeläutet, der auf einem Preisniveau mündet, das durchaus akzeptabel ist. Am günstigsten ist Heizöl aktuell im Raum München und Köln mit jeweils 1,15 Euro je Liter, am teuersten sind Stuttgart, Hamburg und Berlin mit Preisen um die 1,22 Euro je Liter. Wer sich bevorraten muss, sollte jetzt handeln. Das erfreuliche Nachgeben der Preise hat die Nachfrage nach dem flüssigen Brennstoff stark stimuliert und zu einer regelrechten Bestellwelle geführt. Ölheizer müssen aktuell mit Lieferfristen von vier bis sechs Wochen rechnen. Ein rechtzeitiges Bestellen ist also erforderlich, um sich die hohen Kosten für eine Expresslieferung zu sparen.

HeizOel24-Tipp: Noch billiger macht die HeizOel24-App das Heizöl zwar nicht, dennoch sehen Sie auf einen Blick, wenn der Preis nach unten geht und sich ein guter Kaufzeitpunkt bildet. Mit dem Preisalarm werden Sie sofort benachrichtigt, wenn Ihr Wunschpreis erreicht ist. HeizOel24. 05.12.2022

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