Heizölpreis – Abwärtstrend hält an

15.09.22 • 11:13 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In der Schweiz, in Deutschland und in Österreich sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich im Schnitt gefallen. Mit durchschnittlich 2,05 Rappen pro Liter in der Schweiz am stärksten, gefolgt von Deutschland mit einem Rückgang um durchschnittlich 1,75 Cent pro Liter Heizöl. In den USA bahnt sich ein massiver Streik im Güterverkehr über das Schienennetz an. Die Verhandlungen laufen noch bis heute Nacht und im Falle, dass keine Einigung erzielt wird, kann es zu Streiks kommen, die einen potentiellen Volkswirtschaftlichen Schaden von zwei Milliarden Dollar pro Tag verursachen können. Der Chef der Bundesnetzagentur in Deutschland Klaus Müller warnt davor, dass eine genaue Verbrauchsprognose für Gas länger als eine Woche im Voraus nahezu nicht möglich und damit nicht absehbar ist, ob Deutschland relativ problemlos über den Winter kommt.

Im Vergleich zum Vormittag des gestrigen Tages konnten die Rohölsorten WTI und Brent starke Gewinne aufbauen, dennoch starten sie niedriger als am gestrigen Handelsschluss in den neuen Tag. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 88,47 Dollar, einem Minus von 0,61 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 93,99 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,69 Prozent. Der Euro verlor im Vergleich zu gestern weiter an Wert gegenüber dem Dollar und wird aktuell mit 0,9959 Dollar, einem Minus von 0,22 Prozent, gehandelt. Positiv ist wiederum, dass der ICE Gasoil Terminkontrakt den gestrigen Handel unter der psychologisch wichtigen 1.000 Dollar Marke beendete und mit 991,50 Dollar, einem Minus von 6,24 Prozent, gehandelt wurde. Damit besteht trotz steigender Rohstoff- und Importkosten auch heute noch weiteres Abwärtspotential bei den Heizölpreisen.

Schlechte Nachrichten für die USA aber potentiell positive Nachrichten für die Ölpreise kommen aus den USA. Mehrere Gewerkschaften, die ca. 60.000 Angestellte im Schienengebundenen Güterverkehr repräsentieren, verhandeln mit mehreren Eisenbahnunternehmen. Rund 40 Prozent allen Güterverkehrs in den USA wird per Zug abgewickelt und durchschnittlich verkehren pro Tag rund 7.000 Güterzüge in den USA. Zu den betroffenen Gütern zählen unter anderem auch Lebensmittel und Kohle. Sollte bis heute um Mitternacht keine Einigung erzielt werden, würde gestreikt werden. Es wird ein Schaden von zwei Milliarden Dollar pro Streiktag angenommen. Die US-amerikanische Regierung drängt die Parteien sich in einem Kompromiss zu einigen. Sollte dies allerdings nicht geschehen, müsste sich der Kongress einigen, um einzugreifen, was im aktuellen politischen Umfeld sehr unwahrscheinlich ist. Damit steigt die Angst vor einer Rezession in den USA immens, was sich negativ auf die Ölnachfrage und damit positiv auf die hiesigen Heizölpreise auswirkt.

Schlechte Nachrichten für die Heizölpreise kommen potentiell aus Deutschland. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die dortigen Gasspeicher zu ca. 89 Prozent gefüllt und das Ziel der Bundesrepublik ist es diesen Wert bis zum ersten November diesen Jahres auf 95 Prozent zu erhöhen. Trotz dessen, dass Russland den Gasfluss über die Nordstream-1-Pipeline seit kurzem komplett gestoppt hat, füllen sich die Speicher weiter. Problematisch ist allerdings, dass die Speicher nicht den gesamten Bedarf des Landes über den gesamten Winter decken können und dass ein kalter Winter die rare Ressource weiter verknappt. Der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller gab an, dass der Bedarf maximal anderthalb Wochen im Voraus erkannt werden kann, da es schwierig ist zuverlässig das Wetter weiter in der Zukunft vorherzusagen. Negativ überrascht zeigte sich Herr Müller darüber, dass trotz der hohen Preise und warmen Temperaturen sich die Füllstände teils wieder geleert haben und fordert, dass sich dies wieder ändern muss. Da Öl teils als Ersatz für Gas genutzt werden kann, wird sich die Nachfrage damit weiter erhöhen und so auch die Heizölpreise nach oben ziehen.

In der D-A-CH-Region profitieren Heizölinteressenten vorerst allerdings weiter von der Entkopplung der Rohstoff und Produktpreise. Zwar steigen die Rohölpreise und der fallende Euro verschlimmert die Preisanstiege noch, allerdings werden die teils extremen und bisher unnötigen Risikoaufschläge bei den Produkten wie Heizöl langsam zurückgefahren. In der Schweiz sind die Preise pro Liter Heizöl im Vortagesvergleich um durchschnittlich 2,05 Rappen gesunken. In Deutschland zahlen Käfer im Schnitt 1,75 Cent weniger und auch n Österreich setzten sich endlich die Preisrückgänge durch, wenngleich mit im Schnitt einem Minus von 0,2 Cent pro Liter Heizöl der Nachlass noch sehr gering ist.

Das Bestellvolumen zog im Angesicht der starken Preisrückgänge stark an und es wurden gestern ca. 25 Prozent mehr Bestellungen als am Vortag getätigt. Da nicht absehbar ist, wie lang die Entkopplung von Rohstoffen und Endprodukten anhält und die Rohölkosten weiterhin steigen, ist es nur eine Frage der Zeit bis die Heizölpreise wieder steigen. Auf der anderen Seite belasten die Rezessionsängste in den USA und China weiterhin das Aufwärtspotential der Preise, so dass wir noch etwas hoffen können. -fr-

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