Heizölpreise warten auf Richtungsimpuls

11.08.22 • 09:08 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in der Schweiz und Österreich verharren auf der Stelle, während sie in Deutschland um durchschnittlich 0,9 Cent pro Liter gestiegen sind. Die Öllieferungen über den gesperrten Teil der Druschba-Pipeline wurden wieder aufgenommen, nachdem ein ungarischer Raffineriebetreiber die russischen Transitgebühren bezahlt hat. Im Zuge einer schwächer als erwarteten Inflation in den USA sank der Wert des Dollars und Investoren stürzten sich auf das in Dollar gehandelte Rohöl.

Die Rohölsorten starten im Vortagesvergleich höher in den heutigen Morgen. Ein Fass WTI wird aktuell mit 91,90 Dollar, ein Plus von 0,37 Prozent. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 97,45 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,4 Prozent. Der Euro startet im Verhältnis zum Dollar niedriger in den Tag, konnte allerdings im Vergleich zu gestern früh Gewinne machen. Ein Euro wird aktuell mit 1,0282 Dollar, einem Minus von 0,2 Prozent, gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt musste ein wenig seiner gestrigen Gewinne wieder abgeben und wird aktuell mit 992,00 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,58 Prozent.

Positive Nachrichten für die Heizölpreise kommen aus der Ukraine. Nachdem gestern bekanntgegeben wurde, dass Lieferungen nach Mitteleuropa über die Druschba-Pipeline eingestellt wurden, stiegen die Preise zunächst an. Hintergrund war, dass es Russland aufgrund der Sanktionen nicht möglich war die Transitgebühren zu zahlen. Die Gebühr wurde nun durch den ukrainischen Raffineriebetreiber Mol gezahlt, welcher ebenfalls seine Lieferungen über den betroffenen Arm der Druschba-Pipeline erhält. Die Lieferungen sollen nun kurzfristig wieder aufgenommen werden. Trotz dieser positiven Neuigkeiten, befürchtet der Markt, dass Russland auch die Öllieferungen ähnlich wie bei Erdgas drosseln könnte, was die Preise dennoch stützt.

Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, stiegen die Preise im Angesicht der besser al erwarteten US-amerikanischen Inflationsdaten. Zwar stiegen die Verbraucherpreise in den USA auch im Juli, allerdings geringer als erwartet. Im Zusammenhang damit, dass die US-amerikanische Zentralbank (FED) angekündigt hat ihre geldpolitische Straffung abzuschwächen, sollte sich die Inflation abschwächen, sorgte dies für einen sich entwertenden Dollar. Damit wurde Rohöl als Investition wieder interessanter und die Preise stiegen.

In der D-A-CH-Region stagnieren die Heizölpreise heute früh, außer in Deutschland. In der Schweiz starten die Heizölpreise sogar mit einem leichten Minus von durchschnittlich 0,1 Cent pro Liter in den Tag, während sie in der Schweiz auf dem Vortagesniveau verharren. In Deutschland dagegen stiegen die Heizölpreise deutlich um im Schnitt 0,9 Cent pro Liter.

Das Bestellvolumen sank im Zuge der steigenden Preise deutlich. Im Vortagesvergleich wurden gestern ca. 45 Prozent weniger Bestellungen für Heizöl aufgegeben. Da aktuell keine deutliche Kurskorrektur nach unten zu erwarten ist, wird das Bestellvolumen wahrscheinlich heute auf einem ähnlichen Niveau verharren. -fr-

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