Heizölpreis – volatiler Seitwärtstrend besteht fort

12.05.22 • 11:11 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In Österreich und der Schweiz stagnieren die Heizölpreise im Vortagesvergleich. In Deutschland gab es dagegen einen Preisrutsch um durchschnittlich 3,85 Cent pro Liter. Russland kündigt Sanktionen gegen 31 Firmen aus dem Energiesektor an. Dies könnte die europäische Gasabsicherung für den kommenden Winter massiv erschweren. Die IEA gibt an, dass die Welt dank verschiedener Faktoren den Wegfall russischen Öls wird kompensieren können.

Die Rohölpreise der Sorten WTI und Brent sind aktuell am Fallen, halten sich allerdings beide noch bequem oberhalb der psychologisch wichtigen 100 Dollar pro Fass Marke. Aktuell wird ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI mit 103,93 Dollar pro Fass, einem Minus von 1,55 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 105,89 Dollar gehandelt, einem Minus von 1,51 Prozent. Leider hat auch der Euro zum Dollar an Wert verloren, was Ölkäufe teurer macht. Ein Euro wird aktuell mit 1,0505 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,11 Prozent.

Nachdem gestern die Ausfälle der Gaslieferungen nach Europa über die durch die Ukraine verlaufende Sojus-Pipeline bekannt wurden und damit die Heizölpreise nach oben zogen, gibt es nun auch von russischer Seite aus schlechte Nachrichten für den Gaspreis und damit indirekt auch für die Heizölpreise. Die russische Regierung veröffentlichte gestern eine Liste mit 31 Unternehmen, welche Sanktioniert werden sollen. Mit diesen Unternehmen will Russland Zukunft keinen Handel mehr betreiben. Darunter fallen mehrere ehemalig russisch geführte Unternehmen wie die Gazprom Germania, einer Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom. Gazprom Germania befindet sich aktuell unter der Treuhandschaft der Bundesnetzagentur Deutschlands. Offen ist nun, ob Deutschland im Zuge der drohenden Sanktionen nun die zweite oder gar dritte Stufe seines drei Stufen Notfallplans für die Gassicherheit im Lande aktiviert. Zwar soll die Versorgungssicherheit weiterhin gegeben sein, allerdings befinden sich die Füllstände der deutschen Gasspeicher auf historischen Tiefstständen. Die angekündigten Sanktionen könnten es für Deutschland und den Rest der EU sehr schwer machen sich auf den kommenden Winter vorzubereiten, da eine Auffüllung der Gasspeicher über nicht russische Quellen aktuell noch mehr als schwierig ist. Als Beispiel ist der größte einzelne deutsche Gasspeicher aktuell nur zu ca. 0,6 Prozent befüllt. Betrieben wird er von der Gazprom-Germania-Tochter Astora, welche ebenfalls sanktioniert werden soll.

Positive Nachrichten gibt es wiederum von der International Energy Agency (IEA). Diese gibt an, dass die Welt trotz der rückläufigen Exporte russischen Öls in kein akutes Versorgungsproblem rutschen wird. Hintergrund ist, dass z. B. die OPEC+ und die USA ihre Produktionskapazitäten stetig ausbauen und der Bedarf in China aufgrund der Corona-Ausbrüche weiterhin stark reduziert ist. Die IEA geht davon aus, dass im letzten Monat ca. 1 Mio. Barrel russischen Öls nicht verkauft werden konnte und sich bis zum Juli die Exporte Russlands um ca. 3 Mio. Barrel pro Monat reduzieren werden. Abhängig ist dies wiederum von den bis dahin bestehenden Sanktionen. Bisher behilft sich Russland damit sein liegenbleibendes Öl nach Indien, statt nach Europa, zu exportieren und auch Europa kauft weiterhin fleißig in Russland ein, was z. B. die Heizölpreise relativ stabil hält.

In der D-A-CH-Region sehen wir zum Vortagesvergleich im Durchschnitt stagnierende Heizölpreise. Ausnahme bildet hier Deutschland, wo die Heizölpreise im Schnitt um 3,85 Cent pro Liter gesunken sind. In der Schweiz beträgt die Preisreduktion pro Liter im Schnitt minimale 0,05 Rappen und in Österreich sind die Preise durchschnittlich bisher stabil.

Mit den gestern fallenden Preisen sank die Nachfrage. Im Vergleich zum Vortag wurden ca. 20 Prozent weniger Bestellungen getätigt. Der Heizölpreis befindet sich damit wieder im Mittelbereich des volatilen Seitwärtstrends der letzten Wochen. Ob sich dies nach den Sanktionsankündigungen Russlands so hält, ist fraglich. Probleme bei der Gasversorgung würden zu Problemen bei der Ölversorgung führen, da Öl vielfach als Ersatz für die Energieproduktion genutzt werden kann. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer nicht auf fallende Preise spekulieren kann und tanken muss, kann über eine Finanzierung nachdenken. Der doch nicht ganz unerhebliche Betrag, den eine Tankfüllung kostet, kann in bequemen Raten bezahlt werden. So bleiben Sie finanziell flexibel. HeizOel24 12.05.2022

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