Heizölpreis – vorerst wieder auf Seitwärtstrend

09.05.22 • 11:09 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Über das Wochenende ist der Heizölpreisaufwärtstrend in einen Seitwärtstrend mit leichter Aufwärtstendenz übergegangen. In der Schweiz führt dies zu einem durchschnittlichen Anstieg des Heizölpreises von einem Rappen, gefolgt von Deutschland mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,55 Cent pro Liter. Der Entwurf der EU-Kommission zum sechsten Sanktionspaket gegen Russland wird aktuell heiß diskutiert und aktuell sieht es nach vier Ausnahmeregelungen aus. Die G7-Staaten haben sich verpflichtet auf russisches Öl zu verzichten.

Die Rohölpreise der Sorten Brent und WTI haben zum Wochenstart nachgegeben und WTI ist bereits unter die psychologisch wichtige 110 Dollar pro Fass Marke gerutscht. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 109,14 Dollar, einem Minus von 1,30 Prozent, gehandelt. Die Nordseerohölsorte Brent hält sich dagegen noch stabil oberhalb der 110 Dollar Marke und wird aktuell mit 111,85 Dollar pro Fass gehandelt, einem Minus von 1,21 Prozent. Der Euro kämpft derweil darum nicht unter die psychologisch wichtige Marke von 1,05 Dollar zu rutschen. Aktuell wird ein Euro mit 1,0504 Dollar, einem Minus von 0,41 Prozent, gehandelt.

Nachdem die EU-Kommission letzte Woche den Mitgliedsstaaten ihren Entwurf für das sechste Sanktionspaket, welches diesmal ein Embargo für russisches Öl enthielt, vorlegte, kam es nun zu ersten Änderungswünschen einiger Mitglieder. Für den Heizölpreis ist dies zunächst positiv, da es sich bei den Änderungswünschen um Aufweichungen bzw. Lockerungen handelt. Nachdem bereits klar war, dass die Slowakei und Ungarn eine längere Frist für die Umsetzung des Embargos erhalten sollten, benötigt auch Tschechien mehr Zeit für den Ausstieg. Ungarn und die Slowakei haben im aktuellen Entwurf eine Frist bis zum Ende des Jahres 2024 bekommen, Tschechien bis Juni 2024. Der Slowakei reicht dieser Vorschlag nach eigenen angaben nicht und das Land geht davon aus mindestens bis Ende 2025 Zeit zu benötigen. Bulgarien fordert ebenfalls eine Ausnahmeregelung und hat bereits mit seinem Veto-Recht gedroht, sollte es keine solche bekommen. Hintergrund scheint zu sein, dass die einzige Raffinerie des Landes von einem russischen Unternehmen geführt wird, welches wiederum angibt, nicht auf russisches Öl verzichten zu können. Ca. zwei Drittel des bisher in diesem Jahr verarbeiten Öls in der Raffinerie sollen aus Russland stammen. Diese Aufweichung des Sanktionsvorschlages schwächt zwar die Position der EU als international relevanten Spieler, sorgt allerdings dafür, dass falls so umgesetzt, dass das globale Angebotsdefizit im Falle von Sanktionen russischen Öls weniger gravierend und damit weniger preissteigernd ausfallen wird.

Leicht preissteigernd für den Heizölpreis dürfte sich dagegen das Resultat des G7-Meetings aus diesem Wochenende auswirken. Die G7-Staaten USA, Großbritannien, Japan, Italien, Deutschland und Frankreich haben neben weiteren Sanktionen gegen Russland unter anderem beschlossen kein russisches Öl mehr zu importieren. Während die USA und Großbritannien bereits seit längerem ein aktives Embargo russischen Öls laufen haben und die EU-Mitglieder Deutschland, Frankreich und Italien aktiv an einem entsprechenden Sanktionspaket arbeiten, muss nur Japan noch in die konkrete Umsetzung gehen. Das Land bezieht ca. vier Prozent seiner Ölimporte aus Russland und will nun intern erörtern, wie und wann ein entsprechendes Embargo umgesetzt werden kann.

In der D-A-CH-Region hat sich derweil wieder ein Seitwärtstrend für den Heizölpreis etabliert. Dieser wird wie die vorherigen von einer starken Volatilität geprägt bleiben. Z. B. drücken die Corona-Ausbrüche in China die Preise nach unten, während potentielle EU-Sanktionen gegen Russland den Preis stützen. In der Schweiz sehen wir mit durchschnittlich einem Rappen Aufpreis pro Liter Heizöl im Vortagesvergleich heute den höchsten Anstieg, gefolgt von Deutschland mit einem durchschnittlichen Anstieg pro Liter Heizöl von 0,55 Cent. In Österreich dagegen können sich Verbraucher um einen leichten Preisrückgang von im Schnitt 0,1 Cent pro Liter freuen.

Die Nachfrage war über das Wochenende hoch. Verglichen mit den drei vorherigen Wochenenden, lag das Bestellvolumen ca. bei der doppelten Anzahl. Hintergrund war hier, dass die EU-Sanktionen als Damoklesschwert über dem Heizölpreis hängen und egal ob sie wie vorgeschlagen oder in aufgeweichter Form kommen, es ist wahrscheinlich, dass wir spürbare Aufschläge auf dem Heizölpreis wahrnehmen werden. Bis der fertige Beschluss vorliegt und von keinen anderen globalen Ereignissen ausgehend, werden wir demnach sehr wahrscheinlich eine Beibehaltung des aktuellen Preisniveaus für die kommenden Tage sehen.

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