Gas mehr als doppelt so teuer wie Öl - Heizölpreis zeigt Parallelen zu 2018

12.10.21 • 11:04 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Öl- und Heizölpreise steigen langsamer als zuletzt. Brent (Nordseeöl) kostet am Dienstagvormittag 83,80 Dollar je Barrel und damit rund 0,10 Dollar je Barrel mehr als gestern. Die nationalen Heizölpreise steigen ebenfalls moderat, um durchschnittlich 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter und haben die teils steile Teuerung der letzten Wochen damit hinter sich gelassen. Die Nachfrage nach Heizöl bleibt hoch.

Am Ölmarkt zeichnet sich nach dem teils rasanten Preisanstieg, der seit Anfang September zu beobachten war, eine Verschnaufpause ab. Meldungen über zusätzliche Rohölexporte Saudi Arabiens im November, die besonders nach Asien gehen sollen, sorgen für eine leichte Entlastung des Preisgefüges. Auch am Gasmarkt weicht etwas Druck aus den Preisen. Auf Basis der europäischen Großhandelsnotierung (TTF) sind die Erdgaspreise von zwischenzeitlich über 110 Euro je MWh auf den Stand von Ende September bei rund 85 Euro je MWh zurückgefallen. Nichtsdestotrotz entspricht dies ca. dem vierfachen des Durchschnittspreises der letzten fünf Jahre und dem sechsfachen, des Erdgaspreises aus dem letzten Herbst. Umgerechnet auf ein Barrel Rohöl (Brent) beträgt der aktuelle Gaspreis ca. 205 Dollar je Barrel. Da es im Kraftwerksbetrieb in begrenztem Maße die technische Möglichkeit gibt, kurzfristig von Gas- auf Ölfeuerung umzustellen, erwarten Markteilnehmer hier einen gewissen Substitutionseffekt. Dass die Gaspreise vor dem Winter sinken, ist nicht absehbar und die Ölpreise könnten infolgedessen von aktuell rund 84 Dollar je Barrel in Richtung 90 Dollar je Barrel ansteigen, lauten aktuelle Analystenkommentare. Insgesamt lässt sich die Lage am Ölmarkt, auch aufgrund der großen Reservekapazitäten der OPEC, jedoch weitaus entspannter einschätzen als die am Gasmarkt.

Die Lage am heimischen Heizölmarkt zeigt ein für die Jahreszeit typisches Bild. Infolge der herbstlichen Bevorratungswelle, die aktuell ihren Höhepunkt erreicht, ist die Auslastung im Handel hoch und die Lieferfristen liegen bei vier bis örtlich acht Wochen. Kunden sollten dies bei Heizölbedarf unbedingt beachten. Entsprechende der Einschätzung zum internationalen Markt dürfte das Preisniveau auch in den kommenden Wochen erhöht bleiben. Preisrücksetzer sollten, sofern sie sich zeigen, für Bestellungen genutzt werden.

Die Preiskurve beim Heizöl zeigt einen sehr ähnlichen Verlauf zum Jahr 2018, als zwischen Ende August und Mitte November ebenfalls ein starker Preisanstieg zu beobachten war. Die Hintergründe sind jedoch komplett andere, weshalb die Situation nur scheinbar vergleichbar ist. Während die Heizölpreise im Herbst 2018 durch inländische Faktoren, nämlich eine Raffineriebrand im bayerischen Vohburg und anhaltendes Niedrigwasser am Rhein, in die Höhe katapultiert wurden, ist die Preisrallye 2021 nahezu ausschließlich Weltmarktgetrieben. Für den Herbst 2021 gilt: Ein voller Tank schafft Sicherheit. Wer auf sinkende Heizölpreise spekuliert, dürfte am ehesten im November erfolgreich sein, oder muss ausreichende Vorräte haben, um ggf. erst im nächsten Frühjahr zu tanken. Dass die Heizölpreise analog zu 2018 noch vor Weihnachten einbrechen, ist aus aktueller Sicht alles andere als wahrscheinlich. - ok

HeizOel24-Tipp: Wissen, was drin ist. Mit meX beobachten Sie den Füllstand Ihres Heizöltanks bequem auf dem Smartphone und erhalten fortlaufend eine aktuelle Reichweitenprognose. HeizOel24. 12.10.2021

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