Contango extrem - Corona drückt US-Öl auf 13 Dollar

20.04.20 • 13:17 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise am Weltmarkt finden auch zu Beginn der neuen Woche keinen Halt und rutschen weiter ab. Speziell für kurzfristige Rohöllieferungen am amerikanischen Markt sind die Notierungen im freien Fall. Die nationalen Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen sich weiterhin konträr zum internationalen Ölmarkt. Sie entwickeln sich aufgrund der anhaltend hoher Verbrauchernachfrage mehr oder weniger Seitwärts.

Die Corona-Krise grassiert rund um den Globus und hat nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch die Wirtschaft infiziert. Ein Symptom: Die Diesel- und Benzinnachfrage bricht dramatisch ein und viele Öllager drohen überzulaufen. Die extreme Überversorgung des Marktes zeigt sich eindrucksvoll in der Terminmarktkurve von WTI. Der Barrelpreis für leichtes US-Rohöl (WTI) zur Lieferung im Mai bricht immer weiter ein und beträgt am Montagmittag noch 13,15 Dollar Das sind über fünf Dollar weniger als am Freitag und fast zehn Dollar weniger als für den folgenden Juni-Kontrakt, der aktuell bei 22,80 gehandelt wird. Brent Rohöl (Nordseeöl) zur Lieferung im Juni wird aktuell mit 27 Dollar je Barrel gehandelt. Der Mai-Kontrakt ist bereits ausgelaufen. An der extrem geöffneten Preisschere für die unterschiedlichen Liefermonate lässt sich die Befindlichkeit des Marktes gut ablesen. Die aktuell vorherrschende Contango-Formation mit höheren Preisen am langen Ende der Terminmarktkurve ist durchaus üblich, doch die Differenz der einzelnen Monatskontrakte liegt normalerweise eher im Centbereich und spiegelt u.a. die Lagerkosten wider. In der jüngeren Vergangenheit war Öl zur sofortigen Lieferung sogar häufig teurer als Öl für einen späteren Liefermonat. Diese als Backwardation bezeichnete Terminmarktkurve mit höheren Preisen am kurzen Ende prägte das Marktgeschehen vor allem nach den Kürzungen der OPEC+ von Ende 2018 und hatte über Monate Bestand. Corona hat das Gefüge innerhalb weniger Wochen auf den Kopf gestellt.

Auf dem heimischen Heizölmarkt bleibt die Situation unverändert von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage geprägt. Trotz eine Rückgangs der Onlinebestellungen am Wochenende zeigt der Nachfragetrend kaum Anzeichen einer Sättigung. Für eine durchgreifende Abwärtskorrektur der Heizölpreise in allen Landesteilen ist ein längerer Nachfragerückgang allerdings unabdingbar. - ok

HeizOel24-Tipp: Welcher Händler bringt mein Heizöl? Werfen Sie vor der Bestellung einen Blick auf die Lieferantenprofile und Kundenbewertungen. HeizOel24. 20.04.2020

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