Heizölnachfrage im März auf Rekordniveau

31.03.20 • 12:16 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den Börsen steigen nach dem gestern erreichten 18-Jahres-Tief etwas an und versuchen sich an einer Bodenbildung. Die heimischen Heizölpreise ziehen sich langsam aber sukzessive zurück und gleichen sich schrittweise dem Weltmarktniveau an. Rechnerisch ergeben sich am Dienstag Abschläge von 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter. Gegenüber der Vorwoche sind die Heizölpreise in bundesdeutschen Durchschnitt um bis zu drei Cent je Liter gefallen.

Steigende Indices zur Stimmung in der chinesischen Wirtschaft und Meldungen zu Gesprächen zwischen den USA und Russland sorgen für eine Stabilisierung der Ölpreise. Ob und inwieweit es für eine Trendwende reicht, bleibt abzuwarten. Steigende Kurse an den Aktienmärkten und der immense Handlungsruck auf die großen Ölnationen wie Saudi-Arabien, Russland, und die USA geben aber zumindest Anhaltspunkte dafür, dass die Ölpreise das extrem Tiefe Niveau in Kürze verlassen. Interessant in diesem Zusammenhang wird auch sein, wie sich der Preis für ein Barrel Brent (Nordseeöl) im Zuge des für morgen anstehenden Kontraktwechsels verhält. Ein Barrel zur Lieferung im Mai wird aktuell mit 27,40 Dollar und damit rund vier Dollar über dem auslaufenden April-Kontrakt gehandelt. Hier schwingt die Hoffnung mit, dass bald wieder deutlich Öl nachgefragt wird und es wird deutlich, wie sehr das aktuelle Überangebot kurzfristig auf die Preise drückt.

Das komplette Gegenteil des Weltmarktgeschehens ist derzeit auf den nationalen Märkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beobachten. Alle wollen Heizöl, das aktuell nicht nur rund 20% günstiger ist als vor einem Jahr, sondern in Verbraucherkreisen offenbar auch ein gewisses Sicherheitsbedürfnis bedient.

Der März brachte im Onlinehandel einen neuen Absatzrekord. Die Zahl der Heizölbestellungen lag nochmals ein Drittel höher als in den ebenfalls äußerst umsatzstarken Monaten Januar und Februar 2020. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde fast dreimal so viel Online-Heizöl bestellt. Der stationäre Handel berichtet von noch höheren Zuwachsraten. Bis auf weiteres ist aufgrund der außergewöhnlich hohen Heizölnachfrage mit Logistik-Aufschlägen zu rechnen, die tendenziell von Nord nach Süddeutschland ansteigen. In nahezu allen Landesteilen sind die Lieferkapazitäten bis weit in den Mai ausgereizt. Etwas besser sieht es in Österreich und der Schweiz aus, wo Lieferfristen von drei bis sechs Wochen das Marktgeschehen dominieren. Hier dürften die Heizölpreise entsprechend schneller vorhandene Abwärtsspielräume ausloten. - ok

HeizOel24-Tipp: Schnäppchenjäger mit guten Nerven sollten darüber nachdenken, ihre Heizölbestellung auf den Sommer zu verschieben. Sobald die Auftragslawine aus dem März im Handel abgearbeitet ist, könnten neben den Lieferfristen auch die Preise noch einmal deutlich nachgeben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Ölpreise an den Börsen bis dahin ähnlich tief blieben wie aktuell. HeizOel24. 31.03.2020

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