Schwache Konjunktur macht Euro zu schaffen

16.05.13 • 09:28 Uhr • HeizOel24 News

Öl wurde gestern teurer, der Euro gegenüber dem US-Dollar billiger: In Hinsicht auf die Heizölpreise eine ungünstige Kombination.

Nachdem es beim Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) zunächst nach einem schwachen Handelstag mit fallenden Kursen aussah, drehten die Kurse im amerikanischen Handel ab 17:00 MESZ massiv nach oben. Der Euro blieb dagegen schwach. Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen heute mit Aufschlägen von ca. 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter Heizöl rechnen.

Ursächlich für das untertägige Comeback der Ölpreise war laut Marktberichten eine technische Aufwärtskorrektur, die fundamental vom Abbruch laufender Atomverhandlungen mit dem Iran unterstützt wurde. Die Wöchentlichen US-Ölbestandsdaten des DOE waren dagegen eher bearish (preisdrückend), wurden vom Markt aber ignoriert.

Im Einzelnen wurden folgende Lagerbestandsveränderungen zur Vorwoche vom Department of Energy (DOE) gemeldet:

  • Rohöl: geringer Abbau (- 0,6 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): mäßiger Aufbau (+ 2,3 Mio Barrel)
  • Benzin: mäßiger Aufbau (+ 2,6 Mio Barrel)

Leichte Abbauten bei Rohöl konnten neuerlich durch Aufbauten im Mitteldestillatssegment (Heizöl/Diesel) und bei Benzin überkompensiert werden. Der US-amerikanische Benzinkonsum liegt acht Prozent unter dem Vorjahr.

Insgesamt ist die Lagen am Ölmarkt leicht bearish einzuschätzen. Abgesehen von der gestrigen Preisentwicklung herrscht weiter Preisdruck, durch gutes Ölangebot und weniger starkes Nachfragewachstum. Viel wird von der Entwicklung der Weltkonjunktur abhängen.

Der Euro leidet bereits unter schlechten Wirtschaftszahlen. Die Wirtschaftsleistung (BIP) der Eurozone lag im ersten Quartal 2013 um 1 % unter der des Vorjahresquartals. Frankreich und Italien befinden sich in der Rezession, Deutschland wächst nur noch leicht. Die Zahlen lagen unterhalb der Analystenerwartungen.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 102,20 $, Gasöl ca. 853 $ / t
Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,50 € / 100 l gegenüber gestern. Schweiz: + 0,50 CHF / 100 l.
Euro/US Dollar: ca. 1,285 (leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,035 (leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis seitwärts bis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise seitwärts bis leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die Heizölpreise sind über Nacht gestiegen. Zu großen Teilen liegt an Währungsverlusten. Der Gesamttrend am Ölmarkt zeigt aktuell seitwärts bis leicht nach unten. Der zu Monatsbeginn befürchtete Anstieg scheint sich nicht zu bewahrheiten. Für Heizölkunden, die den Sommer zum Tanken nutzen wollen, kann sich spekulatives Abwarten wieder lohnen. www.heizoel24.de - 16.05.2013
 

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