Schwacher Euro macht Heizölkunden zu schaffen

24.11.11 • 09:29 Uhr • HeizOel24 News

Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich tendieren zum Handelsstart am Donnerstag kaum verändert. Das Abwärtspotential durch sinkenden Ölpreise wird durch Wechselkursverluste fast vollständig aufgezehrt. Ein Euro notiert heute Morgen bei 1,338 US-Dollar und damit nochmals weicher als in den letzten Tagen. Die unsichere Lage am Rande der Schuldenkrise hat die europäische Gemeinschaftswährung deutlich unter die Marke von 1,35 gedrückt. Am Rhein behindert der ausbleibende Regen noch immer den Transport von Heizöl auf dem Wasserweg. Tankschiffe können nicht voll beladen werden, um nicht zu riskieren, dass sie auf Grund laufen.

Ein ähnliches Schicksal wie den Rheinschiffen droht auch dem Euroraum, wenn es der Politik nicht endlich gelingt, ruhe in den Anleihemarkt und Stabilität in die wirtschaftlichen Aussichten zu bringen. Schaut man auf die Aktienkurse einiger Banken, so schwankt die Stimmung in Europa zwischen Panik und Resignation. Wie vor drei Jahren droht fehlendes Vertrauen den Finanzsektor lahmzulegen. Wenn Banken nicht mehr bereit oder in der Lage sind Kredite zu vergeben, dann kommt die Krise in der Realwirtschaft an. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Die neueste Wahlmöglichkeit aus dem Wunderwaffenkabinett lautet: Eurobonds oder Inflation?

Auch der Heizölverbraucher steckt ungewollt tief in der Debatte um die Geldwertstabilität. Die unbefriedigende Tagespreisentwicklung beim Heizöl zeigt einmal mehr, dass die Frage, wie es mit den Heizölpreisen weitergeht, immer stärker mit dem Wert des Euros verknüpft ist. Aus den USA werden heute aufgrund der Thanks-Giving-Feierlichkeiten keine entscheidenden Impulse kommen. Generell ist Amerika aktuell nicht der größte Preistreiber im Ölmarkt.

Ablesen kann man das beispielsweise an den gestrigen DOE-Daten zu den Lagerbeständen. Im Einzelnen wurden vom Department of Energy (DOE) folgende Veränderungen zur Vorwoche gemeldet:

  • Rohöl: sehr hoher Abbau (-6,2 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): geringer Abbau (- 0,8 Mio Barrel)
  • Benzin: hoher Aufbau (+ 4,5 Mio Barrel)

Neuerlich haben sich die Benzinlager weiter gefüllt, der geringe Abbau bei den Mitteldestillaten (Heizöl, Diesel, Kerosin) ist zu vernachlässigen und der hohe Abbau beim Rohöl wurde vom Markt weitgehend ignoriert. Er entfaltete keine bullishe (preistreibende) Wirkung.

In Bezug auf den Ölpreis wird vielmehr der Konjunkturentwicklung in China eine Schlüsselrolle zukommen. Dazu kommen weitere schwer kalkulierbare Faktoren wie die Kriegsgefahr im Iran. Weltweit gesehen herrscht zunehmend Skepsis. Mit etwas Glück könnte dies den Ölpreis entscheidend drücken. Die nützt uns aber nur, wenn es den Euro nicht mit in die Tiefe zieht.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 107,50 $, Gasöl ca. 948 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,10 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,337 (leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise seitwärts
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Der Ölpreis hat derzeit kaum noch Aufwärtsambitionen. Dass die Heizölpreise nur zögernd fallen, liegt nicht unwesentlich am schwachen Euro. www.heizoel24.de - 24.11.2011
 

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