Heizölpreise verharren trotz Ölpreisminus

19.10.26 • 12:46 Uhr • HeizOel24 News • Olivia Neven

Die Ölpreise geben zum Wochenbeginn etwas nach, nachdem US-Präsident Donald Trump geplante Strafzölle im Zusammenhang mit russischer Energie vorerst ausgesetzt hat. Beim Heizöl kommt davon kaum etwas an. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich bleiben nahezu unverändert, in der Schweiz geben sie etwas deutlicher nach.

Brent aus der Nordsee kostet am Mittag 108,71 US-Dollar je Barrel, gut einen US-Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Am Freitagabend hatte die Sorte nach neuen Angriffen der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien erstmals seit Mai die Marke von 110 US-Dollar erreicht. Die US-Sorte WTI steht bei 101,26 US-Dollar. Anders sieht es beim Gasöl aus, der Börsengrundlage für Heizöl und Diesel. Mit 1.447,50 US-Dollar je Tonne liegt es deutlich über den 1.413,00 US-Dollar vom Freitagnachmittag, denn den Sprung vom Freitagabend hat es bislang nur zu einem kleinen Teil wieder abgegeben. Darum spürt Heizöl vom Rückgang beim Rohöl so wenig. Der Euro hält sich bei 1,12 US-Dollar.

Den Rückgang beim Rohöl hat Trump am späten Freitag ausgelöst. Per Anordnung setzte er die Strafmaßnahmen aus dem sogenannten Graham Act aus, mit dem der Kongress Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine wirtschaftlich unter Druck setzen wollte. Geplant waren unter anderem Zölle von 100 Prozent auf alle Einfuhren aus den fünf Ländern, die am meisten russisches Rohöl kaufen. US-Außenminister Marco Rubio kündigte am Wochenende an, mindestens 60 Tage zu warten, die Zölle kämen damit erst nach den Zwischenwahlen am 3. November. Bis dahin will Trump die Dieselpreise drücken, die in den USA auf Rekordniveau liegen, und setzt dabei auf Lieferungen aus Russland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte den Schritt scharf. Am Sonntag gerieten nach ukrainischen Drohnenangriffen ein Ölterminal und ein Öllager in St. Petersburg in Brand, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Im Nahen Osten bleibt die Lage dagegen angespannt. Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben Raketen abgefangen, darunter eine, die auf die Hafenstadt Yanbu zielte. Über diesen Hafen verschifft das Land Öl an der Straße von Hormus vorbei. Die britische Behörde für Seesicherheit UKMTO meldete von Freitag bis Sonntag weitere Angriffe auf Schiffe, darunter einen Raketentreffer auf einen Tanker vor der saudischen Küste. US-Energieminister Chris Wright zeichnete im Sender Fox News ein ruhigeres Bild. Aus dem Persischen Golf fließen nach seinen Worten wieder rund 80 Prozent der Rohölmengen von vor dem Konflikt.

Beim Heizöl in Deutschland bewegt sich der Preis kaum. Der Liter kostet im Bundesschnitt 1,70 Euro, praktisch genauso viel wie am Vortag. Regional geht es in beide Richtungen. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wurde Heizöl rund eineinhalb Cent teurer, in Hamburg und Rheinland-Pfalz gut einen Cent günstiger. Unter den Großstädten zahlen Haushalte in Kassel und Köln mit 1,75 Euro am meisten. Für Händler im Westen und Süden bleibt der niedrige Rhein ein Kostenfaktor, am Pegel Kaub wurden heute früh nur zehn Zentimeter gemessen. Immerhin bleibt der Rahmen für den CO₂-Preis im kommenden Jahr gleich. Der Bundestag hat am Donnerstag beschlossen, ihn für Heizöl auch 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne zu halten.

In Österreich verläuft der Tag ähnlich ruhig wie in Deutschland. Der Liter kostet 1,82 Euro, kaum mehr als gestern und rund neun Cent unter dem Höchststand von Mitte September. Deutlicher bewegt sich der Preis in der Schweiz. Dort gibt Heizöl um knapp zwei Rappen auf 1,71 Franken je Liter nach, bleibt aber rund 30 Rappen teurer als Anfang August.

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