Diesel-Deal drückt Gasölpreise

12.10.26 • 12:23 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise legen zum Wochenstart leicht zu, nach neuen Angriffen der Huthi auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad. Gasöl gibt dagegen nach, nachdem Russland sein Diesel-Exportverbot nach einer Einigung mit den USA gelockert und US-Präsident Trump eine Waffenruhe für Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine verkündet hat. Die Heizölpreise sinken gegenüber Freitag in Deutschland und der Schweiz, in Österreich bleiben sie unbewegt.

Brent, die Rohölsorte aus der Nordsee, gab zum Handelsstart zunächst unter den Freitagsschluss nach, kostet inzwischen aber über 106 US-Dollar je Barrel. WTI, das US-Rohöl, steht bei gut 93 US-Dollar, beide legen knapp zwei Prozent zu. Gasöl, das Mitteldestillat, an dem sich die Preise für Heizöl und Diesel orientieren, verliert dagegen. Die russische Regierung hat ihr Ausfuhrverbot für Diesel am Samstag gelockert und will vorerst 500.000 Tonnen liefern, nachdem sie sich mit den USA auf einen Deal geeinigt hatte. Das US-Finanzministerium setzt dafür die Sanktionen auf russischen Diesel bis April 2027 aus. US-Präsident Trump hatte die Vereinbarung am Freitag auf Truth Social angekündigt, wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen. 300.000 Tonnen Diesel sollen sofort kommen, im November weitere 500.000 Tonnen und danach eine Million Tonnen. Noch größere Mengen seien möglich, sagte Trump, das hänge vom Zustand der russischen Raffinerien ab, die ukrainische Angriffe beschädigt hätten. Gemessen am Verbrauch fallen die Mengen allerdings klein aus. Nach Daten der US-Energiebehörde EIA decken die ersten 300.000 Tonnen den Dieselverbrauch der USA rechnerisch gut 14 Stunden.

Am Sonntag verkündete Trump auf Truth Social zusätzlich eine Waffenruhe für Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine, ohne Einzelheiten zu nennen. Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte heute bei einer Sicherheitskonferenz in Warschau, er habe davon aus den Medien erfahren, und warf Russland vor, die Vereinbarung bereits gebrochen zu haben. Er forderte die USA auf, ihre Einhaltung durchzusetzen. Zugleich bot er an, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, falls Russland die ukrainische Energieinfrastruktur verschont. Laut der Zeitung Financial Times drohen die USA der Ukraine dagegen mit einem Stopp von Waffenlieferungen, damit die Angriffe auf Raffinerien enden. Die Diesel-Vereinbarung nannte Selenskyj gegenüber dem Portal Axios „nicht fair und nicht ehrlich“. Die EU hat dagegen heute knapp 1600 Personen und Organisationen mit Sanktionen belegt, nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kallas so viele wie nie zuvor.

Im Nahen Osten hält die Sicherheitslage Brent klar über 100 US-Dollar. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen trafen am Samstag den Flughafen von Riad, mehrere Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Am Sonntag folgte ein weiterer Angriff auf den Flughafen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz kündigte Vergeltung an, und Trump sagte, Washington erwäge, sich den saudischen Angriffen auf die Huthi anzuschließen.

Beim Heizöl geht es heute durchweg nach unten. Der deutsche Bundesschnitt liegt bei 1,68 Euro je Liter, nach 1,71 Euro am Freitag. Gegenüber Freitag ist der Liter in allen 16 Bundesländern günstiger, am stärksten in Hamburg mit mehr als fünf Cent weniger bei 1,62 Euro, am schwächsten in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp einem Cent weniger bei 1,68 Euro. Am teuersten ist Heizöl in Hessen mit 1,74 Euro. Trotz des Rückgangs liegt der Liter weiter über dem Niveau vom Start der Vorwoche, als er noch bei rund 1,65 Euro stand. Wer im Oktober bestellt, zahlt bisher im Schnitt 1,67 Euro und damit mehr als in jedem anderen Monat dieses Jahres.

In Österreich kostet der Liter heute 1,83 Euro und liegt damit beim Freitagswert. In der Schweiz sind es 1,72 Franken nach 1,76 Franken am Freitag, also rund vier Rappen weniger. In beiden Ländern ist der Oktober-Durchschnitt mit 1,82 Euro beziehungsweise 1,68 Franken ebenfalls der höchste Monatswert des Jahres.

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