Heizölpreise ziehen zum Wochenende weiter an

09.10.26 • 11:05 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise geben zum Wochenschluss nach, nachdem US-Präsident Trump einen neuen Militärschlag gegen den Iran vor den Zwischenwahlen ausgeschlossen hat. Gasöl liegt heute Morgen etwas unter dem gestrigen Schlussstand, bleibt nach zwei Tagen mit kräftigen Aufschlägen aber auf hohem Niveau. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen am Morgen erstmal wieder an, und könnten die Woche damit auf dem höchsten Stand seit Montag beenden.

Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 103,31 US-Dollar je Barrel und liegt damit unter dem gestrigen Schlusskurs. Im Donnerstagshandel hatte sie zeitweise knapp unter 106 US-Dollar notiert. Am Abend gab sie nach, weil US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärte, die USA würden den Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht angreifen. Die amerikanische Ölsorte WTI steht bei 90,70 US-Dollar. Gasöl, das Mitteldestillat, an dem sich die Preise für Heizöl und Diesel orientieren, hat am Mittwoch und Donnerstag kräftig zugelegt und gibt heute Morgen wieder etwas nach. Auf Wochensicht fällt die Bilanz ungleich aus. Brent liegt im Plus, WTI dürfte zum vierten Mal in Folge eine Verlustwoche verbuchen. Am stärksten hat sich Gasöl verteuert, das seit dem Dienstag deutlich höher notiert.

Dabei hatte die Woche noch mit Abschlägen begonnen, nachdem die G7-Staaten Ölreserven freigegeben hatten. Der Effekt verflog schnell. Der größte Teil der Mengen war schon im März von der Internationalen Energieagentur IEA angekündigt worden, jedoch hat sich an den Ursachen der Knappheit nichts geändert. Seither stützen zwei Faktoren die Preise. Der erste ist Hurrikan Isaias, der in der Nacht zum Samstag in Alabama oder Florida auf Land treffen soll. Im Golf von Mexiko steht deshalb knapp zwei Drittel der Rohölförderung still. Die Sorge, dass der Sturm auch Raffinerien an der Küste beschädigen könnte, stützt zusätzlich die Preise für Ölprodukte, denn die Diesel- und Benzinlager in den USA sind bereits nur knapp gefüllt. Der zweite Faktor ist die Straße von Hormus. Dort sind laut Reuters nach einer Serie von Angriffen auf Tanker so wenige Schiffe unterwegs wie seit mehr als zwei Monaten nicht.

Am Donnerstag stiegen die Preise zunächst, weil Berichte die Runde machten, die USA könnten den Iran noch vor den Zwischenwahlen erneut angreifen. Das Magazin The Atlantic schrieb, das Weiße Haus habe das Pentagon um Angriffsoptionen gebeten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete, über einen Einsatz sei noch nicht entschieden. Am Abend schloss US-Präsident Trump einen Angriff vor den Wahlen aus und sprach von „produktiven Gesprächen“ mit Teheran. Zugleich erklärte er, allein in der vergangenen Nacht seien 22 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus transportiert worden, kein einziges davon aus dem Iran. Die iranischen Revolutionsgarden bestreiten das und nennen die Angaben zum Ölfluss falsch. Irans Außenminister Araghchi sagte, Washington habe auf den Sieben-Tage-Plan Teherans geantwortet. Die Antwort werde geprüft und eine Reaktion folge in den kommenden Tagen.

Unabhängig von den Gesprächen zwischen Washington und Teheran verschärft sich die Lage im Jemen. Die Huthi-Miliz, die vom Iran unterstützt wird, greift Saudi-Arabien an und hat nach eigenen Angaben am Donnerstag erneut eine Rakete auf den Flughafen der Hauptstadt Riad abgefeuert. Bei Angriffen auf saudische Flughäfen starben laut Handelsblatt zuletzt drei Menschen. Saudi-Arabien antwortete mit Luftschlägen auf 82 Ziele der Huthi im Jemen. Die Lufthansa-Gruppe fliegt Riad deshalb bis Mitte Oktober nicht an.

Die Heizölpreise haben zum Wochenende nochmal einen Schritt nach oben gewagt und notieren im deutschen Bundesschnitt aktuell bei 1,72 Euro je Liter, und damit 0,5 Cent mehr als zuletzt am Donnerstag. Die Woche begann am Montag bei 1,65 Euro, rutschte am Dienstag auf das Dreiwochentief von rund 1,61 Euro und hat seitdem um rund elf Cent zugelegt. Auf Wochensicht bleibt ein Plus von gut sieben Cent je Liter. Heizöl ist damit teurer als zu jedem Zeitpunkt im ersten Halbjahr, bleibt aber rund sechs Cent unter dem Septemberhoch von etwa 1,78 Euro. Die Nachfrage bleibt aufgrund der anstehenden kühlen Jahreszeiten erhöht, bestellt wird im Vergleich zum Vorjahresoktober aber deutlich weniger. Viele Verbraucher füllen derzeit nur Teilmengen nach. So bleibt ihnen Spielraum, und sie können erneut nachtanken, sobald der Liter günstiger wird. Zugleich verteilen sich die Kosten auf mehrere Bestellungen.

In Österreich zieht der Liter Heizöl heute am stärksten an. Aktuell kostet der flüssige Brennstoff durchschnittlich 1,83 Euro je Liter und damit rund zwei Cent mehr als gestern. Die Woche hatte dort ebenfalls bei rund 1,83 Euro begonnen, bis Mittwoch ging es auf das Wochentief von knapp 1,79 Euro zurück, hat diesen Abstand zum Wochenschluss jedoch wieder aufgeholt. Vom Hoch Mitte September bei rund 1,92 Euro bleibt er rund neun Cent entfernt.

In der Schweiz fällt der Wochenanstieg am deutlichsten aus. Der Liter kostet im Schnitt rund 1,76 Franken je Liter und damit 0,3 Rappen mehr als gestern, aber knapp zehn Rappen mehr als am Montag. Vom Wochentief am Dienstag bei rund 1,64 Franken sind es gut zwölf Rappen nach oben, das ist der höchste Stand der vergangenen vier Wochen.

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