
Heizölpreise fallen auf 3-Wochen-Tief
06.10.26 • 12:42 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Die Ölpreise geben den zweiten Tag in Folge nach, nachdem neue Schiffsdaten wieder deutlich mehr Lieferungen vom Persischen Golf zeigen. Gasöl verliert dabei spürbar. Die Heizölpreise sinken in Deutschland und der Schweiz spürbar, in Österreich leicht.
Die Nordseesorte Brent kostet am Mittag 98,55 US-Dollar je Barrel und damit rund vier US-Dollar weniger als gestern Vormittag. Die amerikanische Ölsorte WTI steht bei 87,66 US-Dollar. Beide Sorten hatten am Montag um die Mittagszeit noch zugelegt und bis zum Abend dann rund zwei Prozent abgegeben. Gasöl, das Ausgangsprodukt für Heizöl, beendete den Montag mit 1.383,00 US-Dollar je Tonne ungefähr dort, wo es morgens begonnen hatte. Heute verliert es spürbar und kostet 1.338,25 US-Dollar, rund 45 US-Dollar weniger als zum Montagsschluss.
Für den Rückgang an den Börsen sorgen vor allem die Tanker, die den Persischen Golf wieder in großer Zahl verlassen. Allein Saudi-Arabien verschifft inzwischen 6,6 Millionen Barrel am Tag. Für die gesamte Region zählten die Schiffsdatendienste Vortexa und Kpler im September bis zu 19,2 Millionen Barrel täglich. Vor Kriegsbeginn im Februar waren es 23,6 Millionen. In dieselbe Richtung wirken die Notreserven, die die G7-Staaten freigeben wollen, und die günstigeren Novemberpreise, die Saudi-Arabien seinen Abnehmern in Asien einräumt. Für Diesel und Heizöl fällt die Rechnung knapper aus. Beim Rohöl verlassen wieder 91 Prozent der alten Mengen die Region, bei den Fertigprodukten sind es erst 60 Prozent. Nach einem Bericht des Wall Street Journal stehen in Saudi-Arabien, Kuwait, dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten mehrere Raffinerien seit Raketentreffern still.
Die iranischen Ölausfuhren hat die amerikanische Seeblockade dagegen praktisch zum Stillstand gebracht. US-Finanzminister Bessent zufolge transportierte am Samstag kein einziger Tanker mehr iranisches Öl. Am Sonntag schied Ölminister Paknejad aus dem Amt. Irans Präsident Peseschkian übertrug die Geschäfte vorerst Bovard, dem Chef der staatlichen Ölgesellschaft NIOC, gegen den Washington im Februar 2025 Sanktionen verhängt hat. US-Präsident Trump nannte den Krieg am Montag „im Grunde fast vorbei“. Peseschkian lehnte Gespräche mit Washington am selben Tag allerdings ab.
Rund um die Ölanlagen der Region bleibt es unruhig. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen reklamieren Angriffe auf den Flughafen von Riad und eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Aramco in Rabigh für sich. Riad hat das bislang nicht bestätigt. In der Straße von Hormus traf am späten Abend nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO ein nicht identifiziertes Geschoss einen weiteren Tanker und setzte dessen Maschinenraum in Brand.
Die Ukraine greift weiter gezielt russische Ölanlagen an. Nach Darstellung des ukrainischen Verteidigungsministeriums liegt inzwischen gut die Hälfte der russischen Verarbeitungskapazität für Rohöl still, unabhängig belegt ist das aber nicht. Der ukrainische Präsident Selenskyj hofft dennoch, dass die USA Kiew und Moskau noch im Oktober an einen Tisch bringen. In der Nacht zählte Moskaus Bürgermeister Sobjanin rund 650 Drohnen in Richtung der Hauptstadt und ihres Umlands. Ziel war nach Schilderungen von Zeugen, die das Portal Kyiv Independent anführt, eine Anlage der Ölförderung etwa 40 Kilometer vor der Stadt. Heute Abend veröffentlicht die US-Energiebehörde EIA ihren Monatsbericht, um 22:30 Uhr folgen dann erste US-Lagerdaten des Branchenverbands American Petroleum Institute (API).
Der Liter Heizöl kostet im deutschen Bundesschnitt am Mittag 1,62 Euro und damit knapp drei Cent weniger als zuletzt am Montag. Günstiger wurde Heizöl in allen 16 Bundesländern. Am stärksten fällt der Rückgang im Norden aus, in Bremen mit knapp fünf Cent und in Hamburg mit gut vier Cent. Am geringsten ist das Minus im Saarland mit gut einem Cent. Bremen und Hamburg sind mit rund 1,57 Euro damit die günstigsten Bundesländer. Im Monatsvergleich steht der Liter ziemlich genau in der Mitte seiner Spanne. Vom Hoch Mitte September ist er gut 15 Cent entfernt, über dem Niveau von Anfang September liegt er knapp 17 Cent.
In Österreich gibt der Liter um knapp einen Cent auf 1,82 Euro nach und kostet damit so wenig wie seit gut drei Wochen nicht mehr. Seit dem Höchststand Mitte September sind die Preise dort nahezu ohne Gegenbewegung gesunken und haben sich in dieser Zeit um rund zehn Cent verbilligt. Anfang September lag der Liter allerdings noch gut zehn Cent unter dem heutigen Niveau. In der Schweiz fällt der Abschlag mit gut zwei Rappen ähnlich deutlich aus wie in Deutschland, der Liter kostet 1,64 Franken. Die Preise schwanken dort seit Wochen deutlich stärker als in den Nachbarländern. Im September pendelte der Liter zwischen knapp 1,58 und rund 1,70 Franken, heute liegt er rund sechs Rappen unter der Spitze vom Monatswechsel.
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| Börsendaten | Dienstag 06.10.2026 12:42 Uhr | Schluss Vortag 05.10.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 98,18
$
pro Barrel | 100,31
$
pro Barrel | -2,12% |
Gasöl | 1.325,50
$
pro Tonne | 1.377,50
$
pro Tonne | -3,77% |
Euro/Dollar | 1,1245
$
| 1,122
$
| +0,22% (etwas fester) |
USD/CHF | 0,8313
CHF
| 0,8306
CHF
| +0,08% (konstant) |
| Heizölpreis | Dienstag 06.10.2026 12:42 Uhr | Schluss Vortag 05.10.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 162,23 € | 163,09 € | -0,53% |
Österreich | 181,71 € | 181,88 € | -0,09% |
Schweiz | 163,63 CHF | 165,67 CHF | -1,23% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | fallend | ||
| Heizöl | fallend | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
