Öl- und Heizölpreise auf Wochensicht deutlich teurer

04.09.26 • 11:01 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise starten weicher in den Freitagshandel, nachdem sie seit Montag kräftig zugelegt hatten. Der Schwung aus der Wochenmitte ist raus und auch die Gasölpreise können am Vormittag abgeben. Am Persischen Golf gehen die Angriffe unterdessen weiter. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben heute ebenfalls leicht nach, bleiben auf Wochensicht aber teuer.

Brent notiert bei 95,48 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 90,82 US-Dollar. Gasöl, der Kontrakt an der Londoner Börse ICE, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, kostet 1.390,75 US-Dollar pro Tonne und liegt damit ebenfalls unter dem Vortag. Seit Montag hat sich Brent um mehr als sieben Prozent verteuert, zeitweise stand das Fass über 97 US-Dollar. Im gestrigen Nachmittagshandel kamen die Notierungen von diesem Hoch zurück, weil Händler nach dem Anstieg Gewinne sicherten.

An der politischen Lage hat sich allerdings nichts entspannt. Teheran meldete gestern Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das US-Verteidigungsministerium bestreitet jeden Treffer. Schwerer wiegen die Bedingungen für ein Ende des Kriegs. US-Vizepräsident JD Vance will erst verhandeln, wenn der Iran aufhört, Handelsschiffe zu beschießen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Sturz der iranischen Führung zum wichtigsten Ziel erklärt und hält ihn für erreichbar. Die Interessenlage verknotet sich zusehends.

In der Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs lief, verschärft der Iran die Kontrolle. Seine Sperrliste umfasst inzwischen 56 Schiffe, elf kamen diese Woche dazu. Den betroffenen Tankern drohen Geldstrafen bis zur Beschlagnahmung, und wer auf See Ladung von ihnen übernimmt, landet selbst auf der Liste. Jede Durchfahrt wird damit genau unter die Lupe genommen.

Washington setzt unterdessen auf Venezuela. Der US-Konzern North American Blue Energy Partners hat sich dort die Mehrheit an Reserven von über 65 Milliarden Barrel gesichert, das ist jedes fünfte Fass, das unter venezolanischem Boden vermutet wird. Beteiligt ist über die Muttergesellschaft auch das US-Verteidigungsministerium. Parallel dazu will Chevron die Förderung auf 600.000 Barrel täglich bringen und stellt dafür gut sieben Milliarden US-Dollar bereit, verteilt auf fünf Jahre. Kurzfristig entlastet das den Markt aber nicht, das Land pumpt derzeit etwas mehr als eine Million Barrel am Tag.

Bleibt die Knappheit bei den Mitteldestillaten, also bei Diesel und Heizöl. In den USA war Diesel gestern so teuer wie nie, meldet die Nachrichtenagentur Reuters, und die dortigen Lager waren im August so leer wie seit 1982 nicht mehr.

In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute im Schnitt 1,49 Euro, gut einen Cent weniger als gestern. Gegen die Woche fällt das kaum ins Gewicht, denn vergangenen Freitag lag der Liter noch bei rund 1,34 Euro. Für 3.000 Liter zahlt man heute etwa 450 Euro mehr als vor sieben Tagen. Regional geht die Spanne weit auseinander, in Baden-Württemberg und Bayern kostet der Liter im Mittel gut 1,44 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen rund 1,58 Euro je Liter. Mit dem kleinen Rückwärtsschlenker heute sollte die Nachfrage erstmal verhalten bleiben. Meist werden diese Bewegungen genutzt, um weitere mögliche Preisrückgänge zu beobachten.

In Österreich liegt der Liter bei 1,72 Euro und damit deutlich über dem deutschen Bundesschnitt. Eine 3.000 Liter Bestellung würde aktuell 5.160 Euro kosten. Das sind 1.860 Euro mehr als am gleichen Tag des Vorjahres. In der Schweiz kostet Heizöl aktuell 1,50 Franken, bleibt also nahe am Fünfmonatshoch. Letztes Jahr um diese Zeit zahlten Verbraucher dort rund 1.680 Franken weniger als heute.

HeizOel24-Tipp: Die Preise sind in wenigen Tagen durch die Decke gegangen. Wer jetzt trotzdem bestellen muss, hat zumindest die Möglichkeit, das Öl in Teilbeträgen zu kaufen. Nutzen Sie dafür den Ratenkauf bei der Bestellung. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
148,69 €
Veränderung
-0,76 %
zum Vortag
148,69 €
/100l
Prognose
+0,66 %
zu morgen
Ø DE €/100l bei 3.000l | 04.09.2026, 12:15
$/Barrel -0,52%
Gasöl 1.391,25
$/Tonne -0,91%
Euro/Dollar 1,1618
$ -0,07%
US-Rohöl 90,97
$/Barrel -0,76%
Börsendaten
Freitag
04.09.2026
11:01 Uhr
Schluss Vortag
03.09.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
94,99 $
pro Barrel
95,90 $
pro Barrel
-0,95%
Gasöl
1.386,00 $
pro Tonne
1.404,00 $
pro Tonne
-1,28%
Euro/Dollar
1,1625 $
1,1626 $
-0,01%
(konstant)
USD/CHF
0,8087 CHF
0,8064 CHF
+0,29%
(etwas fester)
Heizölpreis
Freitag
04.09.2026
11:01 Uhr
Schluss Vortag
03.09.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
148,60 €
149,78 €
-0,79%
Österreich
171,71 €
170,87 €
+0,49%
Schweiz
150,40 CHF
151,83 CHF
-0,95%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl steigend
Heizöl steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Heizölpreise verschnaufen auf 5-Monatshoch
03.09.26 • 10:51 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise treten heute einen Schritt zurück, nachdem sie drei Tage lang von den Angriffen zwischen den USA und dem Iran nach oben getrieben wurden. Neue US-Angriffe blieben zuletzt aus, und die Notierungen geben ein wenig nach. Ein günstiger Moment wird daraus für Heizölkunden trotzdem nicht, denn der Markt sitzt so hoch wie seit dem Frühjahr nicht mehr. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Weiterlesen
Heizölpreise schießen durch die Decke
02.09.26 • 10:03 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise zogen im gestrigen Handel stark an und beendeten den Handel auch mit einem dicken Plus. Über Nacht haben die USA und der Iran ihre Angriffe massiv ausgeweitet, und die Risikoprämie am Markt zieht damit weiter an. Besonders Gasöl, der Kontrakt hinter dem Heizöl, klettert auf ein Mehrmonatshoch. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen heute deutlich. Am Morgen Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
030 7017120
Newsarchiv