Ölpreis dreht nach 5-Monats-Tief aufwärts

07.12.23 • 11:48 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Ölpreise an den internationalen Börsen in London und New York zeigen einen volatilen Seitwärtstrend. Auf gestrige Kursverluste folgt heute ein Anstieg. Die Heizölpreise ziehen nach und haben Mühe, mit der Börsenentwicklung schrittzuhalten. Die Tagestendenz ist daher entsprechend uneinheitlich. Die Heizölnachfrage bleibt auf hohem Niveau.

Die Ölpreise gaben gestern nach Veröffentlichung des Berichts des DOE erneut stark nach und ließen die Rohölsorten Brent und WTI auf 75 bzw. 70 Dollar pro Fass absacken. Massive Bestandsaufbauten der US-amerikanischen Ölprodukte sowie ein Rückgang der chinesischen Rohölimporte führten die Rohölnotierungen in die Nähe ihrer Fünf-Monats-Tiefs. ICE Gasoil wurde mit 775 Dollar pro Tonne und damit so günstig wie seit Juli dieses Jahres nicht mehr gehandelt. Heute Morgen dreht die Stimmungslage allerdings kurzfristig und alle drei Kontrakte folgen seit Handelsbeginn Aufwärtstrend, während sich der Euro bei 1,078 Dollar hält. Der spontane Besuch Russlands in Saudi-Arabien für Kooperationsgespräche im Ölsektor sowie die Bereitschaft Russlands seine Ölexportdaten durch ausgewählte Firmen wieder nachverfolgen zu lassen, stützt die Preise.

Der gestern Nachmittag veröffentlichte Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) sorgte für einen weiteren Ölpreisrutsch. Zwar fielen die Rohölbestände des Landes mit 4,6 Mio. Fass deutlich stärker als die vom Markt erwarteten 1,0 Mio. Fass, dennoch stiegen die Bestände im Zentrallager Cushing erneut stark an und auch die Destillat- und vor allem die Benzinbestände legten kräftig zu. Zusammen mit den gestern veröffentlichten enttäuschenden US-amerikanischen Konjunkturdaten geht der Markt von einem Nachfragerückgang des größten Ölkonsumenten der Welt aus, dessen Ölproduktion derweil leicht stieg.

Ebenfalls preisdrückend wirkte sich der Rückgang der chinesischen Rohölimporte im November 2023 aus. Diese sanken im Vergleich zum Vormonat um 13,3 Prozent bzw. von ca. 362.000 Fass auf ca. 314,000 Fass.

Potentiell preissteigern könnte sich das gestrige spontane Treffen zwischen den OPEC+ Schwergewichten Russland und Saudi-Arabien auswirken. Der russische Staatschef Vladimir Putin hatte diese Woche den wichtigsten russischen Partner in der Region, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), besucht und wurde spontan von Saudi-Arabien zum ersten nicht digitalen Treffen seit 2019 eingeladen. Die beiden Nationen besprachen die weitere Kooperation im Ölbereich, nachdem der Ölmarkt die neusten Kürzungen der OPEC+ als preisdrückend wahrgenommen hat. Russland hat sich dafür unter anderem bereit erklärt seine Ölexporte wieder von einigen von der OPEC genutzten Trackingfirmen nachverfolgen zu lassen. Damit will Russland das Vertrauen der anderen OPEC+-Mitglieder in sich stärken und gleichzeitig den Markt überzeugen, dass die Kürzungen tatsächlich stattfinden.

In der DACH-Region geben die Heizölpreise auch heute früh größtenteils weiter nach, allerdings zeichnet sich ein Ende der Abwärtsbewegung ab. In der Schweiz stiegen die Preise pro Liter bereits um durchschnittlich 0,75 Rappen an, allerdings sanken sie am Vortag auch um 1,4 Rappen. In Österreich liegt der Rückgang heute im Schnitt bei einem Minus von 0,15 und in Deutschland bei 0,3 Cent pro Liter Heizöl. Die Heizölpreise gaben dabei in allen Bundesländern außer Schleswig-Holstein und Hamburg nach, während sie dort teils deutlich anzogen. -fr-

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