Starker Dollar treibt den Ölpreis an

28.01.22 • 10:44 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Im Vortagesvergleich sind die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz um durchschnittlich 0,55 Cent bzw. Rappen gestiegen. Aufgrund der in den letzten Monaten häufiger verfehlten selbstgesetzten Förderquotenanhebungen der OPEC+ geht der Ölmarkt davon aus, dass das kommende Meeting keinen nennenswerten Einfluss auf den Ölpreis haben wird. Experten rechnen mit einem deutlichen Anstieg der chinesischen Rohölimporte für das Jahr 2022.

Nächste Woche Mittwoch tagen wieder die Mitglieder der OPEC+ per Videokonferenz und bereits jetzt geht der Ölmarkt davon aus, dass die Fortführung der aktuellen Strategie, die Fördermengen um 400.000 B/T auch im März 2022 zu steigern, beibehalten wird. Während diese Nachricht vor wenigen Monat noch für fallende Preise gesorgt hätte, rechnen die Marktteilnehmer mit keinem spürbaren Einfluss auf den Ölpreis. Hintergrund ist, dass die OPEC+ Mitglieder mehrfach diese selbstgesetzten Ziele nicht erreichen konnten. Der aktuelle Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) geht davon aus, dass die OPEC+ Mitglieder ihr Produktionsziel für den Dezember 2021 sogar um runde 790.000 B/T verfehlt haben. Meist waren es vereinzelte Mitglieder des Förderbündnisses, die ihre Quoten nicht ausschöpfen konnten. Es ist allerdings aufgrund interner Gegebenheiten dem Bündnis nicht ohne weiteres möglich die ungenutzten Quoten umzuverteilen.

Ölpreissteigernde Neuigkeiten kommen aus China. Im letzten Jahr sind die Rohölimporte des Landes deutlich zurückgegangen. Spätestens für die zweite Hälfte des Jahres 2022 rechnen Marktbeobachter allerdings mit einer deutlichen Steigerung der Importe. Im letzten Jahr gingen die Importe um rund 590.000 B/T zurück, besagte Experten rechnen allerdings um einen Anstieg der Importe um im Schnitt 600.000 bis 700.000 B/T. Zwar kämpft das Land noch mit der Eindämmung des Corona-Virus, bereits jetzt steigt die Anzahl der Reisenden im Vorjahresvergleich beträchtlich.

In der D-A-CH-Region sorgen die internationalen Nachrichten für teils geringste und teils massive Preisanstiege. In Österreich stiegen die Heizölpreise im Vortagesvergleich um minimale 0,05 Cent pro Liter. In Deutschland sind es durchschnittlich 0,3 Cent mehr pro Liter Heizöl und in der Schweiz sind es im Schnitt ganze 1,35 Rappen pro Liter Heizöl. Schädlich für den Heizölpreis ist hier, dass der Euro im Vergleich zum Dollar an Boden verliert. Ölprodukte werden in Dollar gehandelt, weshalb der Einkauf in diesem Fall teurer wird.

In allen drei Ländern wurden neue Jahreshöchstwerte erreicht und die anhaltenden und teils deutlichen Sprünge nach oben machen sich langsam bei der Heizölnachfrage bemerkbar. Im Vergleich zum Mittwoch war diese gestern ca. 15% niedriger und im Angesicht der heute erneut gestiegenen Preise wird sie wahrscheinlich erneut sinken. Für die Heizölnutzer könnte das in der nächsten Woche anstehende OPEC+ Meeting eine kleine Verschnaufpause bringen. Auch wenn der Ölmarkt nur von einem geringen Einfluss auf den Ölpreis ausgeht, sollte das Bündnis einfach seine aktuelle Strategie beibehalten, gibt es noch Möglichkeiten für die OPEC+ den Ölpreis zu entspannen. -fr-

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