Ölpreis wieder oben auf! Iran-Krise gewinnt an Bedeutung

13.07.12 • 11:50 Uhr • HeizOel24 News •

Am Ölmarkt steckt der Teufel häufig im Detail. Die Rahmenbedingungen für fallende Ölpreise waren schon deutlich schlechter als momentan. Nach unten bewegt sich aber dennoch nichts. Der Streik in Norwegen ist beendet, die Signale der Konjunkturdaten sind mehr schlecht als recht und die Euro-Krise schwelt ungelöst vor sich hin. Auf der Angebotsseite ist häufig von einer leichten Überproduktion der OPEC und von vollen US-Lagern zu hören. Kurzum die Versorgungslage mit Öl am Weltmarkt ist gut.

Kaum denkt man, es wird ruhiger und die Preise ziehen sich zurück, tauch der preistreibende Dauerbrenner Namens Iran wieder auf. So auch gestern. Nach rückläufigen Ölpreisen im Tagesverlauf reichte am späten Abend die Meldung über neue US-Sanktionen gegen den Iran aus, um die Ölpreise an den Börsen sprunghaft steigen zu lassen. Auf den ersten Blick scheint diese Reaktion übertrieben. Sicherlich, durch die EU-Sanktionen, die Anfang des Monats in Kraft getreten sind, muss der Weltmarkt mit einigen hunderttausend Barrel weniger Rohöl am Tag auskommen und die iranische Ölproduktion ist auf den tiefsten Stand seit 1990 gefallen. Selbst ein Totalausfall der iranischen Förderung, der ein Fehlen von rund 5 % des weltweiten Angebots darstellen würde, scheint allerdings gut verkraftbar. Der Kern des Problems ist zugleich deutlich brisanter: Hier geht es um die vom Iran immer wieder in Stellung gebrachte Blockade der Straße von Hormus - dem mit rund 50 km Breite schmalsten Teil des Persischen Golfs. Ein gutes Drittel des weltweit gehandelten Öls muss hier durch! Der Iran arbeitet an einem Gesetz zur Schließung der Straße für Öltransporte nach Europa und die USA reagierten zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen mit einer Verstärkung ihrer Militärpräsenz. Nervosität am Ölmarkt inklusive.

Auch am Freitagvormittag hält die Teuerung an und der Rohölpreis für Brent Crude Nordseeöl ist deutlich über 100 Dollar je Barrel angestiegen. An der ICE in London werden am Vormittag bis zu 102 Dollar notiert.
Der Euro zeigt sich weiterhin schwach. Auch wenn er sich leicht vom gestern erreichten 2-Jahres-Tief abheben kann, bedeutet der aktuelle Gegenwert von 1,22 US-Dollar alles andere als eine Entlastung für die Inländischen Heizölpreise. Heizölkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen nach einer Woche Seitwärtsbewegung bei den Heizölpreisen einen Anstieg hinnehmen. Die Inlandsnotierungen, die teils auch noch durch knappe Warenbestände gestützt werden, legen um rund 0,5 Cent je Liter zu und verzeichnen den höchsten Stand seit Anfang Mai. Das Juni-Preistief ist in weite Ferne gerückt. In der neuen Woche wird für den Ölpreis viel davon abhängen, wie sich die Situation am Persischen Golf entwickelt.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 102,00 $, Gasöl ca. 881 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,60 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,220 (leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,016 (leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Brent Ölpreis bei Verschärfung des Iran-Konflikts steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise eher rauf als runter
alle Angaben ohne Gewähr

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Gasöl 1.373,50
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Euro/Dollar 1,1196
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