Pressekontakt und -artikel bei HeizOel24

Pressekontakt für Fragen an HeizOel24

HeizOel24 bildet die Kernmarke der interaid GmbH - Internetagentur für den Mineralölhandel. Auf der eigenen Webseite bietet HeizOel24 täglich umfassende Marktinformationen und aktuelle Einschätzungen des Ölmarkts. Auch von Presse, Funk und Fernsehen werden wir nicht ohne Grund gern um aktuelle Markteinschätzungen und Stellungnahmen gebeten.

Als unabhängiger Internetdienstleister verfügen wir bundesweit über hervorragende Kontakte zu mittelständischen Mineralölhändlern aller Größen und haben ein Gespür für die Branche. Durch die permanente Marktbeobachtung sind wir stets auf dem neuesten Stand in Sachen Lieferfristen, Verbrauchernachfrage, Heizölpreis-Entwicklung und Produktinnovationen (z.B. Schwefelarmes Heizöl oder Heizöladditive).

Presse-Kontakt:
HeizOel24, interaid GmbH
Oliver Klapschus, Dipl. Betrw. (FH)
Mohriner Allee 28
12347 Berlin
Tel.: + 49 (0) 30 703 70 600
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Presseschau

Rohöl, Heizöl, Heizölpreise - Der Ölmarkt ist einer der vielschichtigsten Märkte weltweit und liefert immer wieder spannende Stories. Die HeizOel24-Presseschau gibt einen Überblick über das Marktgeschehen aus Sicht der Medien. Neben aktuellen Artikeln beinhaltet unsere Sammlung zeitlose Klassiker für den thematisch interessierten Seitenbesucher und Presseartikel über den Internetservice von HeizOel24.

HeizOel24 im Radio

Heizölkauf jetzt?

hr1 - Hessischer Rundfunk hr1-VITA, 23.06.2009, 10:00 Uhr - von Heidi Radvilas

"Lieber Heizöl heute als morgen kaufen", empfiehlt Oliver Klapschus von der Preisvergleichsplattform HeizOel24. Der Heizölkauf lohnt sich, wenn der Barrel-Preis für Rohöl unter 70 Dollar fällt...

Wovon die Preisentwicklung abhängt, erklärt hr1-Reporterin Heidi Radvilas.

Heizölpreis steigt - Käufer kann (ein) wenig beeinflussen

inforadio vom rbb Ratgeber, 17.07.2008, 09:30 Uhr - von Johannes Frewel

Bis etwa vor zehn Jahren konnte man im Sommer günstig Heizöl kaufen, viele Verbraucher füllten sich den Wintervorrat auf. Wegen der hohen Nachfrage aus aufstrebenden Wirtschaftsregionen wie China gibt es das sommerliche Überangebot aber nicht mehr, das einst auf die Preise drückte. Zudem ist die Nachfrage nach Heizöl, Diesel und Kerosin weltweit stärker als nach Benzin gestiegen, was die Preise weiter anfacht.

Wie der Verbraucher trotzdem sparen kann: ein Beitrag von Johannes Frewel.

HeizOel24 im Fernsehen

Fallende Preise bei Benzin und Heizöl

rbb - Fernsehen Abendschau vom 20.10.2008 - Beitrag von Achim Hippel

Infolge der Finanzkrise haben die Spekulationen an den Rohstoffmärkten abgenommen, was zu einem deutlich gefallenen Rohölpreis geführt hat. So lag an diesem Montag der Preis für ein Barrel Nordseeöl bei 66 Dollar. Der Preis für einen Liter Superbenzin lag im Bundesdurchschnitt bei 1,26 Euro und war damit auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen.

In Berlin gab es Benzin zum Teil sogar noch günstiger. Hier bekam man am Montag einen Liter Superbenzin für etwa 1,22 Euro. Auch wer mit Öl heizt, darf sich im Moment über günstige Preise freuen.

Billig einkaufen in der Krise

rbb - Fernsehen zibb vom vom 13.10.2008 - Ein Beitrag C. Seewald

… Wo viel Schatten ist, da muss doch auch Licht sein. Und tatsächlich: Die Ölpreise fallen - und das zu Beginn der Heizperiode. Experten raten: Jetzt sich schnell mit Heizöl eindecken! Und Benzin wird auch billiger.

HeizOel24 in den Print- und Onlinemedien

Kältewelle verteuert Heizöl kräftig

Berliner Morgenpost vom 6. Januar 2010 - von Michael Höfling

…Bei strengem Frost von Minus zehn Grad etwa steigt der Ölverbrauch ungefähr auf das Doppelte an. …

So treibt extreme Kälte den Heizölpreis hoch

Die Welt vom 6. Januar 2010 - von Michael Höfling

…eine weitere Entwicklung, auf die die Experten des Verbraucherportals Heizöl24.de aufmerksam machen: Auch die hohe Inlandsnachfrage unterstütze das Preisniveau, argumentieren sie. …

Trockener Sommer treibt den Heizölpreis hoch

Westfalenpsot vom 7. Oktober 2009 - von Volker Doerken

…Die Folge: Das Niedrigwasser lässt die Transportkosten steigen. „Heizöl24”, ein Zusammenschluss von 250 Heizölhändlern, stellt auf seiner Internetseite fest: „Besonders Raffinerieausfälle durch Niedrigwasser können zu kurzfristigen Preisanstiegen führen.” Lag der Preis für 100 Liter Öl am 25. September 2009 noch bei 50,84 Euro, so ist er inzwischen auf 54,17 Euro geklettert. …

Heizöl gibt es im Internet oft günstiger

Stuttgarter Nachrichten vom 18. August 2009 - von Walther Rosenberger

…Oliver Klapschus von Heizoel24.de führt einen weiteren Grund an. Ähnlich wie Lebensmittelhersteller, die einen Teil ihrer Produkte unter arrivierten Markennamen, einen anderen Teil aber unter den Billiglabeln der Discounter verkaufen, nutzen auch viele Brennstoffhändler das Internet als zweiten Vertriebsweg - und geben da schon mal Rabatte. Besonders in Ballungsräumen wie Stuttgart, wo oft Dutzende Lieferanten um Abnehmer buhlen, stünden die Vorzeichen für Preisnachlässe gut. …

Ölpreis steigt: Experten raten zum Heizöl-Kauf

Lübecker Nachrichten vom 7. Juni 2009 - von Gerhard Krüger

…Bei Heizoel24 hat man über die Preisentwicklung keine Zweifel. „Verbraucher sollten sich auf steigende Ölpreise einstellen und beizeiten volltanken, um dem Risiko einer Preisexplosion im Herbst zu entgehen“, sagt Experte Klapschus. Nicht zuletzt durch den starken Kurs des Euro gegenüber der „Ölwährung“ US-Dollar sei Heizöl momentan noch günstig zu haben …

Heizöl • Vor dem Sommer noch schnell tanken

Süddeutsche Zeitung vom 22. Mai 2009 - von Simone Boehringer

…trotz anhaltender Wirtschaftskrise raten die meisten Experten, mit der Bevorratung für den kommenden Winter nicht mehr lange zu warten. "Füllen Sie Ihren Tank noch vor den Sommerferien", sagt etwa Oliver Klapschus von Heizöl24, einem der größten Verbraucherportale zum Thema. …

Riskante Billigorder

stern.de vom 21. Oktober 2008 - von Sebastian Wieschowski

… Wer seine Postleitzahl auf der Seite von „heizoel24.de” eingibt, erhält in einer Preis-Mengen-Lieferstellen-Matrix (PML-Matrix), wie teuer hundert Liter bei variablen Abnahmemengen und mehreren Lieferstellen sind. So lässt sich der entgültige Heizölpreis bei einer Sammelbestellung in der Nachbarschaft leicht bestimmen. …

Krisenrabatt • Möbel, Heizöl und Autos gibt es jetzt billiger

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19. Oktober 2008

Viele Verbraucher sind gerade ziemlich verunsichert und halten sich bei Einkäufen zurück. Schließlich bangen sie um ihre Geldanlage und bisweilen auch um ihre Jobs. Der Konjunkturabschwung droht, besonders hinter größeren Anschaffungen…

Verbraucher warten bis zu acht Wochen auf Heizöl

wiwo.de vom 17. Oktober 2008 - von Annina Reimann

… Vor dem Zuschlag für einen Händler sollten Kunden auf jeden Fall mehrere Angebote vergleichen. „Man darf auch handeln.“ Besonders gut gehe das, wenn man sich mit Nachbarn zusammentue und eine größere Bestellung mache. Der Verbraucherschützer empfiehlt die Internetseite www.heizoel24.de. Dort können Verbraucher ihre Postleitzahl eingeben und sehen dann die Rabatte, die Händler bei größeren Mengen in der Region gewähren. …

Autos, Heizöl, Möbel, Fernseher • Wie Sie von der Finanzkrise profitieren können

bild.de vom 14. Oktober 2008 - von Von R. KLOSTERMANN, S. MORCINEK und S. STEIN

… Oliver Klapschus (30), Geschäftsführer von Heiz-oel24.de: „Seit August ist der Heizölpreis um 20 Cent gesunken. Falls die Finanzkrise weiter anhält, könnte auch der Preis für Heizöl weiter fallen. Jedoch rate ich, jetzt Heizöl zu ordern.“ …

Ferien nutzen und den Tank füllen

Münchner Merkur-online.de vom 12. August 2008 - von Stefanie Backs

München - Es gleicht einem Roulette-Spiel: Wann ist der beste, also kostengünstigste Zeitpunkt, den Heizöltank für die kommende Heizperiode zu füllen? Derzeit sieht es gar nicht schlecht aus.

Frostigen Zeiten entgehen Verbraucher, wenn sie die derzeit fallenden Preise nutzen, um Heizöl für die Winterperiode zu bestellen. Seit etwa vier Wochen geht es mit dem Heizölpreis abwärts - kein einmaliges Stolpern, sondern ein Trend, meint Oliver Klapschus, Sprecher von Heizöl24. Der bundesweite Schnitt lag gestern bei 82,70 Euro, vor einem Monat waren es noch 94,86 Euro pro 100 Liter Standard-Heizöl bei Abnahme von 3000 Litern. Dabei hätte der Rückgang noch stärker ausfallen können, wäre der Euro nicht gleichzeitig ebenfalls gesunken.

„Die Verbraucher machen es genau richtig und beobachten die Märkte”, sagt er. Das mache es allerdings umso schwieriger vorherzusagen, wann die nächste große Bestellwelle anrollt und den Preis wieder nach oben drückt. „Nach den Sommerferien könnte es wieder so weit sein”, meint Klapschus. Sinnvoll sei es daher, jetzt gleich zu bestellen oder erst wieder im Spätherbst. Die Entwicklung des Rohölpreises an den Börsen diene dabei als Anhaltspunkt. Der Konflikt in Georgien ließ die Preise gestern nur kurzfristig auf 117 Dollar pro Barrel (159 Liter) ansteigen. An der Handelsbörse in New York pendelte sich die Sorte „light sweet crude” im Vormittagshandel unter 114 Dollar ein - der niedrigste Stand seit Anfang Mai.

„Der absolute Super-Gau wäre eine Eskalation der Konflikte in sehr viel sensibleren Regionen wie Nigeria oder Iran”, sagt Klapschus. Aber auch Wirbelstürme, die Produktionsanlagen in den USA zerstören könnten, wirken sich fatal aus. „Die Börse reagiert in solchen Fällen innerhalb weniger Minuten, der Handel zieht innerhalb weniger Stunden nach.” Verbraucher müssen sich daher ebenfalls schnell entscheiden.

Kein Widerrufsrecht

„Ist die Bestellung aufgegeben, ist der Preis fest”, erklärt der Sprecher, auch wenn die Lieferung erst drei Wochen später erfolgt und sich der Preis in dieser Zeit verändert. „Das sonst übliche 14-tägige Widerrufsrecht greift hier nicht”, sagt Klapschus. Trotzdem fühlen sich derzeit viele Verbraucher nicht mehr an ihre Bestellungen von voriger Woche gebunden, als der Heizölpreis auf 100 Liter im Schnitt noch vier Euro teurer war. „Viele Händler zeigen sich allerdings kulant und nehmen eine Neubestellung gegen Stornogebühren an”, weiß Klapschus.

Als Gruppe sparen

Günstiger wird die Heizölbestellung, wenn sich mehrere Haushalte zusammenschließen. Bis zu 50 Euro könne sich so jeder sparen, meint Klapschus. Allerdings nur in kleineren Gruppen von drei bis vier Haushalten. „Der Spar-Effekt liegt in den Anfahrtskosten”, sagt er und die würden in der Regel nicht weniger, je mehr Haushalte sich zusammenschließen.

Qualitäts-Heizöl

„Heizöl muss in Deutschland immer der DIN 51603 entsprechen”, erklärt Klapschus. Für Billig-Öl seien ihm hierzulande keine Bezugsquellen bekannt. Nach einer Tankreinigung wiederaufbereitetes Heizöl sei sehr kritisch zu bewerten, weil es darauf keine Gewährleistung gebe und es den Brenner schädige.

Wann, wenn nicht jetzt? - Sparen beim Heizölkauf

n-tv.de vom 09. Juli 2008 - von Isabell Noé

Im Sommer auffüllen, im Winter heizen, mit dieser Regel machten Öltankbesitzer früher selten etwas falsch. Eigentlich wäre es jetzt also an der Zeit, den Lieferanten zu bestellen - wäre da nicht die aktuelle Preisentwicklung. Seit Monaten kennt die nur noch die Tendenz nach oben. Wer seinen 3000 Liter-Tank heute auffüllt, zahlt rund 2850 Euro, im Januar wären es gut 800 Euro weniger gewesen. Verbraucher sind verunsichert: jetzt bestellen, bevor es noch schlimmer wird? Oder doch noch abwarten und auf Besserung hoffen?

„Jetzt kaufen oder bis zum Spätherbst warten”, rät Oliver Klapschus vom Vergleichsportal Heizoel24.de im Gespräch mit n-tv.de. Ob es in einigen Monaten tatsächlich besser aussieht, kann Klapschus natürlich auch nicht vorhersehen. Eins ist aber klar: Der große Run kommt nach den Sommerferien, da wird es noch mal teurer. Doch schon jetzt registriert Klapschus ein gestiegenes Interesse auf seiner: „Im Moment informieren sich die Leute vor allem, mit dem Kauf zögern sie aber noch. Im Frühjahr haben viele nur Kleinmengen getankt, die große Nachfrage steht also noch aus.”

Nicht nur auf Jahressicht ist das richtige Timing entscheidend. Wetterphänomene, außenpolitische Entwicklungen oder Wechselkursschwankungen beeinflussen den Weltmarktpreis kontinuierlich. Und so kann es sein, dass man heute zwei Cent mehr für den Liter Heizöl zahlt als morgen. Bei 3000 Litern sind das immerhin 60 Euro Unterschied.

Sparen mit den Nachbarn

Nun könnte man das Preisrisiko minimieren, indem man häppchenweise bestellt: Für 500 Euro heute, dann wieder in zwei Monaten und so weiter. Das Prinzip des Durchschnittskosteneffekts kennt jeder Fondssparer: Bei hohen Preisen wird weniger gekauft, bei niedrigen mehr. Ein schönes Prinzip, nur leider nützt es Heizölkäufern wenig. Denn je weniger man bestellt, desto teurer wird es.

Sparen kann man deshalb am besten, indem man sich mit den Nachbarn zusammentut. Denn wenn der Tanklaster bei einer Anfahrt gleich mehrere Abnehmer bedienen kann, profitieren auch die Kunden von den niedrigeren Logistikkosten. Abhängig vom Ort und der Größe der Gruppe kann man mit Rabatten um die 50 Euro rechnen. Wer jetzt seine gesamte Straße zur Sammelbestellung mobilisiert, tut sich jedoch keinen Gefallen. „Ein Tanklaster fasst 30.000 Liter - wenn er gleich zwei oder dreimal auffüllen muss um die gesamte Nachbarschaft zu versorgen, ist der Preisvorteil dahin”, warnt Klapschus.

Qualität ist billiger

Öl ist nicht gleich Öl. Käufer können sich für die Standard-Variante entscheiden oder ein bis zwei Cent mehr pro Liter für Super-Heizöl ausgeben. Das riecht nicht nur besser, sondern ist auch wirtschaftlicher: Zusatzstoffe sorgen dafür, dass das Premiumöl sauberer verbrennt. Je weniger Ruß sich am Kessel ablagert, desto weniger Energie wird für den Wärmeübergang gebraucht. Im Schnitt ist Super-Heizöl um etwa sechs Prozent ergiebiger als der Standard, abzüglich der höheren Anschaffungskosten bleibt ein Preisvorteil von zwei bis drei Prozent. Je teurer Heizöl wird, desto mehr lohnt sich der Übergang zum Super - der Preis für die Zusatzstoffe bleibt schließlich gleich.

Sprit und Heizöl immer teurer

Münchner Merkur-online.de vom 01. November 2007

München - Der Rohölpreis nähert sich in großen Schritten der noch nie geknackten 100-Dollar-Marke. Fachleute sehen Spekulanten am Werk. Darunter leiden vor allem die Besitzer von Diesel-Fahrzeugen und Haushalte mit Ölheizung.

In der Nacht zum Donnerstag schlug die Preiskurve an der New Yorker Rohstoffbörse aus wie sonst nur selten. Hatte es zum Wochenbeginn noch so ausgesehen, als ob sich Öl nach dem zuletzt drastischen Anstieg wieder verbilligt, ging es urplötzlich erneut steil nach oben. Auf einmal zahlten die Händler für ein 159-Liter Fass der Sorte WTI über 96 Dollar und damit so viel wie nie zuvor. Binnen 24 Stunden hatte sich der Kurs um sechs Dollar erhöht. Zur Erinnerung: Im Januar kostete ein Barrel noch 56 Dollar.

Den Trend zur Entspannung drehten mehrere Nachrichten um. Zum einen hatte das US-Energieministerium die niedrigsten Rohölbestände in den USA seit zwei Jahren gemeldet. Zum anderen feuerte die Notenbank Fed den Preis mit ihrer Zinssenkung an. Weil damit der Dollar weiter unter Druck geriet, flüchteten sich Anleger in sicher erscheinende Sachanlagen wie Öl. Zudem wird erwartet, dass die niedrigeren Zinsen die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft am Laufen halten, was die Nachfrage weiter steigen lässt.

Beobachter in Deutschland schütteln über die Preisentwicklung den Kopf. „Alles über 70 Euro ist Spekulation”, sagte der Rohstoff-Experte des Hamburger Wirtschaftsinstituts HWWI, Klaus Matthies gegenüber unserer Zeitung. Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands: „Es gibt am Ölmarkt keine Knappheit, die den Preis rechtfertigt”, sagte sie.

Die Verbraucher kann das nicht trösten. Im Zuge des Ölrekords kletterte gestern auch der Preis für Diesel mit 1,24 Euro je Liter an den Tankstellen auf ein nie da gewesenes Hoch. Superbenzin verteuerte sich auf 1,39 Euro, blieb damit aber noch gut fünf Cent unter seinem Allzeithoch von 144,5 Euro pro Liter vom 3. September 2005. Damals hatte der Wirbelsturm Katrina 30 Bohrinseln im Golf von Mexiko verwüstet.

Aber nicht nur Auto fahren, auch heizen wird teurer. Für Gasabnehmer wird sich das erst in einigen Monaten auswirken, da sich die Ölpreisbindung zeitversetzt auswirkt. Heizölkäufer jedoch trifft es schon jetzt: „Die Preise sind von Mittwoch auf Donnerstag um zwei Cent je Liter gestiegen”, sagte Oliver Klapschus vom Vergleichsportal Heizoel24.de auf Nachfrage. Der Preis für die Belieferung einer Durchschnittsfamilie (3000 Liter) hat sich nach seinen Worten in der Region München auf 67,5 Cent je Liter erhöht. Das sind rund 10 Cent mehr als vor zwei Monaten und so viel wie noch nie in diesem Jahr.

„Auf keinen Fall sollte man jetzt den Tank vollmachen”, sagt Klapschus. Er rät Verbrauchern, die noch genügend Reserven haben, ein, zwei Wochen abzuwarten, ob sich der Markt beruhigt. Wer dringend neuen Heizstoff benötige, solle nur eine Teilmenge kaufen.

Mit einer deutlichen Entspannung in absehbarer Zeit rechnet allerdings kaum ein Experte. „Kurzfristig ist die 100-Dollar-Marke für Öl nicht unwahrscheinlich”, sagt Klaus Matthies vom HWWI. Wirklich niedriger würden die Preise erst wieder Anfang kommenden Jahres sinken, wenn die Heizölnachfrage abnimmt. Matthies rechnet dann mit einem Ölpreis von 75 Euro, hat aber noch einen Trost parat: „Wäre der Euro gegenüber dem Dollar nicht so stark, hätten wir an den Tankstellen noch höhere Preise.”

Neuer Service: Günstiges Heizöl per Internet

FRANZ, BERLINER KURIER, 23.12.2005, S. 15

Berlin - Die Heizsaison hat begonnen, und die Preise steigen. Doch wer den günstigsten Anbieter finden will, muss jetzt nicht mehr lange rumtelefonieren. Im Internet kann man deutschlandweit den preiswertesten Heizölanbieter für die eigene Postleitzahl finden: auf www.heizoel24.de

Das Prinzip ist eigentlich recht simpel: Man gibt seine Postleitzahl ein und erhält die zehn preiswertesten Heizölangebote, die in diesem Gebiet geliefert werden können.

Durch Anklicken teilt man dem Anbieter mit, wie viel man zum genannten Preis kaufen möchte. „Händler wie Kunde erhalten dann eine E-Mail, in der die gegenseitigen Kontaktdaten stehen und eine Aufforderung, die Bestellung telefonisch abzusprechen”, erklärt Oliver Klapschuss von Heizöl24.

Erst ab diesem Punkt ist die Bestellung bindend. Bezahlt wird bar oder per EC-Karte bei Lieferung an den Händler.

„Die Preise bei Heizöl24 sind wirklich im untersten Bereich und der Such- und Bestellablauf absolut bedenkenlos. Das ist eine gute Alternative, um schnell an preiswertes Heizöl zu kommen”, bestätigt der Heizöl-Experte Dieter Mäder vom Berliner Verbraucherschutz.

Interessante Hintergrundberichte

Ein kleiner Liter Öl auf großer Fahrt

Von Reiner Luyken, DIE ZEIT, N° 36/2004

Noch nie war Benzin so teuer wie heute. Warum? Unser Reporter begleitete einen Liter Rohöl auf seiner Reise von der Quelle in Kuwait durch den Sueskanal nach Rotterdam und weiter zur Tankstelle in Wesseling bei Köln. Die Stationen einer kolossalen Preissteigerung

Tag 1. Muhammad Almulla, ein Mann mit orangefarbenem Helm, blauem Kittel und weißen Handschuhen, schraubt einen Druckmesser auf ein Rohrgebilde, das er christmas tree nennt. 500 psi zeigt das Gerät an. Psi steht für pound per square inch, »Pfund pro Zoll im Quadrat«. Was das bedeutet, kann man erahnen, wenn man die Hand auf einen Ast des »Weihnachtsbaums« legt. Er vibriert wie ein Schienenstrang, auf dem sich ein Schnellzug nähert.

Almulla öffnet ein Ventil. Mit Gas vermischtes Öl zischt heraus. Er füllt eine Probe in eine Flasche – unserer Geschichte kann beginnen. Es ist die Geschichte eines Liters Öl auf seiner Reise von der Quelle 473 im kuwaitischen Ölfeld Burgan bis zur Tankstelle in Wesseling bei Köln, von seiner Entstehung vor Äonen bis zu seinem Dasein als Grundstoff unserer Zivilisation.

Hält man, für einen ersten Eindruck, die Flasche mit dem Öl aus der Quelle 473 gegen die Sonne, dann zeigt sich, dass es nicht schwarz ist, sondern tiefbraun mit einem oszillierenden Stich Dunkelrot. Umso eindeutiger ist der Geruch der Flüssigkeit. Sie riecht jetzt schon schmutzig, wie ein undichter Tanklaster. Ein Tropfen des Liters kommt als Probe ans Tageslicht, der Rest wird im Rohr mit dem Druck fortgerissen und pulsiert durch eine Leitung zur Sammelstation 19, in der das Öl aus knapp 100 Quellen im Umkreis von fünf Kilometern zusammenläuft. Die Temperatur beträgt am Vormittag schon fast 50 Grad im Schatten. Wenn eine Windböe den Wüstenstaub aufwirbelt, bleibt der wie grauer Dunst in der Luft hängen.

Burgan ist das zweitgrößte Ölfeld der Welt, fünfmal so groß wie das Fürstentum Liechtenstein. Ohne Sondergenehmigung kommt kein Besucher an den freundlichen, ihrer Pflicht aber genau nachkommenden Wachmännern vorbei, die die Papiere bei der Einfahrt penibel überprüfen. Hinter dem Sicherheitsposten beginnt ein weites, konturloses Gelände, in dem man träge wippende Ölpumpen oder Bohrtürme vergeblich sucht. Das erste Öl wurde hier 1938 von der zur BP gehörigen Anglo-Persian Oil Company und der amerikanischen Gulf Oil Company entdeckt. Die Förderung begann 1948, bis heute ist dafür großes technisches Gerät nicht erforderlich. Das Öl dringt seit 56 Jahren wie Lava an die Oberfläche.

In der Sammelstation 19 drängt sich ein zweites Mal ein Vergleich mit der Welt der Eisenbahn auf. Wie in einem übergroßen Stellwerk legen Arbeiter in blauen Overalls Hebel um, dirigieren die Flüssigkeit durch Ventile mal hierhin, mal dorthin. Wasser wird abgeschieden, Gas abgefackelt, der Druck heruntergefahren. Öldunst würzt die Luft. Drei, vier Arbeiter, die Köpfe in helle Tücher gehüllt, hantieren im Schatten einer Zeltplane mit Schneidbrenner und Schweißapparat. Eine lebensgefährliche Arbeit, Sicherheitsvorkehrungen sind nicht zu erkennen. Ein Betriebsleiter weist die Männer schließlich an, den Boden aus Gründen des Feuerschutzes einzuwässern. Gerade ist es zwei Jahre her, dass bei einer Explosion eine Sammelstation wie diese in die Luft flog. Vier Mann kamen dabei ums Leben.

In Schulbüchern aus aller Welt steht in etwa dergleiche Lehrsatz: Erdöl ist in Millionen von Jahren aus organischer Materie entstanden. Unter Luftabschluss und unter Einwirkung von Druck und Hitze hat es sich aus Mikroorganismen und Pflanzen gebildet, die sich auf dem Meeresboden ablagerten. Zu Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der Russe Dimitrij Mendeléjew die so genannte abiotische Theorie, die russische und ukrainische Geologen in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zur Standardlehre der sowjetischen Erdölwissenschaft ausbauten. In der Wissenschaft konkurrieren heute sich widersprechende Hypothesen: die abiotische und die organische. Der abiotischen Theorie Mendeléjews zufolge besteht Öl nicht aus organischer Materie, sondern formt sich tief unter der Erdoberfläche ständig neu und drängt von dort nach oben. Demnach ist Öl keine endliche, sondern wie Wind und Sonnenenergie eine sich erneuernde, im Überfluss vorhandene Ressource. Die abiotische Theorie macht seit drei Jahren im westlichen Europa und vor allem in Amerika die Runde und ist äußerst umstritten.

Khalaf al-Anzi belächelt die in Mode geratene Sowjettheorie. Er ist leitender Reservoirgeologe der Kuwait Oil Company (KOC), eines regierungseigenen Betriebs, der die 1975 verstaatlichten Ölfelder des Landes verwaltet. »Ich kann mir vorstellen, dass Öl immer weiter entsteht«, sagt er. »Aber sicher nicht ohne organische Materie. Und ganz sicher nicht so schnell, wie wir es ausbeuten.« Al-Anzis Büro ist in einem schmucklosen Barackenbau in Achmadi untergebracht. Achmadi ist eine mittelgroße Industriestadt in der kuwaitischen Wüste, in der sich alles nur um Öl dreht. Aus der Zeit von British Petroleum von 1938 bis 1975 sind ein Rugbyclub und wunderschöne Villen im Kolonialstil geblieben. Gerade entsteht eine imposante, moderne Hauptverwaltung der KOC mit einer wie Dünen gewellten Fassade aus grünem Glas. Die Angestellten lassen ihre wüstengängigen Allradwagen an Tanksäulen auffüllen, die keinen Preis anzeigen. Treibstoff ist für sie kostenlos.

Woher kommt der Druck, der unseren Liter Öl mit 500 psi aus dem Wüstenboden trieb? Tief unter dem Burganfeld, erklärt al-Anzi, liege eine wassergetränkte Bodenschicht, eine Art unterirdischer See. Der erzeuge, durch den ganz natürlichen Wasserdruck, den Auftrieb. Auf dem Ölfeld ließe sich ein »natürlicher Entleerungsmechanismus« beobachten. Dabei dringt das unter Hochdruck stehende Wasser ins Ölreservoir ein. Das Reservoir wird ständig kleiner. Sehr langsam, aber doch unauhaltsam. Auf einer Karte des geologischen Untergrundes kann man das sehen. Al-Anzi deutet auf einen kleinen weißen Rand. Da war früher Öl. Jetzt ist da nur noch Wasser.

Tag 2. Unser Liter fließt aus der Sammelstation 19 in das Öllager Süd, eine kaum zu überblickende Ansammlung riesiger Tanks in der Nähe von Achmadi. Zusammen mit einer weiteren Tankfarm besitzt das Öllager Süd ein Fassungsvermögen von 16 Millionen Tonnen. Das entspricht fast einem Sechstel des Jahresbedarfs der Bundesrepublik an Öl, des immerhin viertgrößten Erdölmarktes der Welt.

Öl ist nicht gleich Öl. Jede Sorte hat bestimmte Eigenschaften – wie Wein, der aus verschiedenen Anbaugebieten stammt. Neben dem mittelschweren Burganöl, das 80 Prozent der Produktion Kuwaits ausmacht, gibt es schweres Öl aus Minagisch, leichtes Öl aus South Maqua und ein very light crude, ein sehr leichtes Öl mit dem schönen Namen Kara’a al-Mara Nadschmah Nargelu. Im Öllager vor den Toren der Stadt Achmadi wird unser Liter mit den obigen Sorten zu Kuwait Export Crude (KEC) gemixt, einer durch ein spezifisches Gewicht von 30,5 API (kurz für American Petroleum Institute) und einen Schwefelgehalt von 2,65 Prozent definierten Tunke. Einen Tag lang wird das verpanschte Öl gelagert, damit sich letzte Wasserreste am Boden der riesigen Tanks absetzen können.

Tag 3. Fragt man den Geologen Khalaf al-Anzi, was die Produktion unseres Liters bisher gekostet hat, kann er mit einem Barrelpreis weiterhelfen: »So um einen Dollar.«

Ein Barrel, ein Fass von 159 Litern, ist die Einheit, in der Öl auf der ganzen Welt unverändert gehandelt wird, so, wie man es vor der Erfindung der Pipelines 1865 getan hat. ExxonMobil beispielsweise hat für seine weltweiten Operationen Förderkosten von durchschnittlich 3,33 Dollar pro Barrel errechnet. Bei komplizierten Bohrungen im offenen Atlantik oder der teuren Erschließung von Ölsand im kanadischen Alberta schnellen die Kosten, wer immer da fördert, bis auf 20 Dollar pro Barrel hoch. Kuwait produziert das billigste Öl der Welt. Rechnen wir den Dollar für unseren Liter in Euro um, kommen wir auf 0,6 europäische Cent.

Unser Liter fließt in einer Überlandpipeline ein paar hundert Meter meerwärts und dann weiter zur Al Salheia, einem Supertanker der Kuwait Oil Tanker Company (KOTC), in der Nähe des ausgedienten Verladeterminals Sea Island, wo das Wasser tief genug ist. Mit 300.000 Tonnen voll beladen, schleppt ein solcher, wie er in der Fachsprache heißt, very large crude carrier (VLCC) einen 25 Meter tiefen Bauch unter sich her. Im relativ flachen Gewässer des Persischen Golfs kann er nicht näher als zwanzig Kilometer unter Land navigieren. Die Al Salheia, jetzt noch leer, hat an einer roten Boje festgemacht. Sie ist durch Unterwasserrohre mit dem Festland verbunden. Zwei auf dem Wasser schwimmende Schläuche verbinden sie mit dem Schiff.

Als unser Liter in einem dieser Ladeschläuche an der Bordwand emporklettert, ist er, wie gesagt, 0,6 europäische Cent wert. Dann geschieht ein Wunder. Als er über Bord flutscht, kostet er plötzlich 16 Cent. 26-mal so viel. So viel hat der Händler, der die Al Salheia für den Transport gechartert hat, für ihn bezahlt. Warum? Die Erklärung ist in einem komplizierten Prozedere zu finden.

Das finanzielle Schicksal unseres seinen Wert märchenhaft vervielfachenden Liters hatte schon zwei Monate, bevor er aus ölschwammiger Tiefe in die Steigleitung der Burganquelle 473 gerissen wurde, seinen Lauf genommen. In Wesseling bei Köln ist eine von drei Raffinerien der deutschen Shell angesiedelt. Der Raffinerie lag ein Großauftrag von einer Straßenbaugesellschaft für Bitumen vor, den Grundstoff zur Herstellung von Asphalt. Bei der Destillation von Öl entstehen nicht nur Benzin und Diesel, sondern über ein Dutzend andere Produkte, vom Flugbenzin bis zu Methylalkohol, von Flüssiggas bis zu Ammoniak. Und eben Bitumen. Aus dem Öl des Nahen Ostens lässt sich aufgrund seines spezifischen Gewichts besonders viel Bitumen gewinnen.

Susanne Schuetze-Kayser, Economics & Scheduling Manager des Kölner Unternehmens, bestellte bei der für den Einkauf zuständigen Shell Trading and Shipping Company (Stasco) in London einen Posten, mehrere hunderttausend Tonnen arabisches Rohöl. Die bekannten Namen im Geschäft – Shell, BP, ExxonMobil, Chevron und TotalFinaElf – fördern selbst nur knapp über 14Prozent des weltweit gewonnenen Rohstoffs. Sie sind in erster Linie Ölhändler und Ölveredler. Sie kaufen den größten Teil ihres Bedarfs ein. Der Preis wird an drei Börsen fixiert, der New Yorker Nymex, der SGX in Singapur und der International Petroleum Exchange (IPE) in London. Hier besorgte die Stasco das Nahostöl für Wesseling, genau genommen besorgte sie an der Londoner Börse ein Papier mit Preis- und Lieferdatum.

Merkwürdigerweise steht auf diesem Papier »Brent«, als ob unser Öl das Öl aus einem durch die Brent Spar zu Berühmtheit gelangten Feld in der Nordsee sei, das den Höhepunkt seiner Produktivität schon lange überschritten hat. Jackie Bulliemore, die für die Marktanalysen der IPE verantwortlich ist, erklärt den verwirrenden Umstand so: Öl wird je nach Bestimmungsort als Brent für Europa, als Dubai für Asien und als West Texas Intermediate für Amerika bezeichnet, ganz gleich, von welcher Sorte es ist. »Bei uns geht es um virtuelles Öl. Mit physischem Öl hat das nichts zu tun.«

Als die Stasco die Ladung übernimmt, zahlt sie also 16 Cent für unseren Liter, der an diesem Tag an der Londoner Ölbörse für 22 Cent gehandelt wird. Das hat zwei Gründe. Kuwait Export ist um 17 Prozent billiger als das leichtere, bessere Nordseeöl. Das minderwertigere Öl zu raffinieren kostet mehr als das leichte, deswegen hat es von vornherein einen geringeren Preis. Nach dem Preisabschlag von 17 Prozent hat die Stasco die Ladung immer noch billiger bekommen, als sie an diesem Tag in London gehandelt wurde – eine Differenz von 2,26 Cent pro Liter. Die hat Stasco gespart, weil sie ihn vor zwei Monaten als virtuelles Öl erwarb, zum damaligen Preis für den jetzigen Liefertermin. Man nennt das ein Termingeschäft.

Termingeschäfte sind ein unverzichtbares Elixier des internationalen Rohstoffhandels. Vor allem in unsicheren Zeiten beugen Großabnehmer damit einem Kollaps vor. So wie die Stasco mit steigenden Ölpreisen spekulierte und unseren Liter frühzeitig einkaufte, sicherte sich beispielsweise die Lufthansa 90 Prozent ihres Treibstoffverbrauchs für 2004 im Voraus und kaufte ihn fast ein Viertel billiger ein als zum gegenwärtigen Zeitpunkt, da der Rohölpreis jetzt viel höher steht. Die British Airways besorgte sich 72 Prozent ihres Bedarfs bis März 2005 sogar noch günstiger. Dazu sind allerdings große Mengen flüssigen Geldes erforderlich.

Tag 4. Die Al Salheia hängt noch an der Boje. Das rote Unterteil ihres riesigen Leibes versinkt langsam im Wasser, bis nur der obere schwarze Rand zu sehen ist. Sie ragt nicht mehr aus dem Meer, sondern mutet jetzt fast wie ein überdimensionales U-Boot an. Wenn die Tanks bis oben voll sind, bleiben gerade noch zwei Meter Freiraum zwischen Kiel und Meeresboden. Insgesamt dauert die Beladung des Schiffs mit den 300.000 Tonnen 36 Stunden.

Unser Liter Öl, der dank des Börsengeschäfts so stolz an Wert zugesetzt hat, hat einen Anteil am Wohlstand in seinem Ursprungsland Kuwait. Die knapp eine Million Staatsbürger genießen eine familienfreundliche Sozialpolitik, jedes Paar erhält nach der Hochzeit 70.000 Dinar, etwa 190.000 Euro, als zinsloses Darlehen zur Abzahlung eines vom Staat gebauten Hauses. Erziehung und Gesundheitsversorgung sind frei, inklusive eventuell nötig werdender Behandlung in Londoner Privatkliniken. Steuern jeglicher Art sind unbekannt.

Kuwait ist ein zuverlässiger Öllieferant. Soziale Spannungen werden subtil überbrückt, politischer Streit ebenso subtil unterdrückt. Ein »Höherer Ölrat« unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Scheich Saba Al-Achmed al-Saba trifft alle wichtigen Geschäftsentscheidungen. Die al-Sabas regieren das Land seit 200 Jahren.

Tag 5. Die Al Salheia legt ab. Fährt durch einen engen Tiefwasserkanal in den Persischen Golf hinaus, dann mit 15 Knoten parallel zur Küste Saudi-Arabiens nach Südost. Reisegeschwindigkeit und Anlieferdatum sind im Chartervertrag genau festgeschrieben, weil der Charterer den Treibstoff bezahlen muss und exakt kalkuliert. Die Al Salheia biegt in das Rote Meer ein, und unser Liter schwappt irgendwo in ihrem großen Bauch.

An der Londoner Ölbörse wird unterdessen immer weiter um sein virtuelles Dasein gefeilscht. Täglich, stündlich, oft minütlich klettern die Preise. Jeder Zeitungsbericht, jedes Gerücht, jede Agenturmeldung treibt die Fieberkurve nach oben. Die Meldungen flackern als Laufschrift unter der Leuchttafel mit gerade ausgehandelten Kontrakten vorbei: Sabotageakte an Pipelines im Irak; die Äußerung eines irakischen Ministers, dass die von der amerikanischen Besatzungsverwaltung vor einem Jahr für 100 Millionen Dollar zum Schutz der Pipelines angeheuerte Privatarmee ihrer Aufgabe nicht gewachsen sei; neue Verwicklungen in der Finanzkrise des russischen Ölgiganten Yukos; ein Streik der Ölarbeiter in Nigeria; politische Unsicherheit in Venezuela; eine Erklärung des Generalsekretärs der Organisation der Erdöl exportierenden Länder Opec, er sähe in seinen Mitgliedsländern keine Möglichkeiten zur Ausweitung der Förderung.

Saudi-Arabiens Ölminister widerspricht. Sein Land wolle jeden Tag 1,3 Millionen Barrel mehr fördern, sichert er zu. Das sollte den Preisdruck stoppen. Die Notierungen geben tatsächlich nach, aber nur für kurze Zeit. Schon wiegen neue Hiobsbotschaften schwerer. Ein sich im Golf von Mexiko zusammenbrauender tropischer Sturm, ein Brand in einer amerikanischen Raffinerie. Vor allem aber der drohende Kollaps der öffentlichen Stromversorgung Chinas, das Deutschland als drittgrößten Ölimporteur der Welt überholt hat. Immer mehr Haushalte versorgen sich mit Dieselgeneratoren. Wo soll all der Sprit für die Chinesen herkommen?

Noch wird das kapitalistische Spektakel wie auf einer Bühne aufgeführt, die Londoner Makler und Händler fuchteln mit den Armen, schreien sich heiser und machen dabei kryptische Handzeichen. Aber geplant ist bereits, die Londoner Börse auf elektronischen Handel umzustellen. Sie gehört der Tochterfirma einer im amerikanischen Bundesstaat Delaware registrierten Intercontinental Exchange Inc., als deren größte Anteilseigner die BP und die Geschäftsbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley eingetragen sind.

In dem Zeitraum von seinem Einkauf als virtuelles Handelsgut ist der Wert unseres damals noch in der Erdtiefe ruhenden Liters von 16 auf 22 Cent hochgeschossen. Die Financial Times sieht für ihn einen Preis von 25 Cent zum Jahresende voraus, also einen Barrelpreis von 50 Dollar. Die Kuwait Times zitiert einen Marktanalytiker, der meint, die kritische Schwelle könne schon in den nächsten Wochen überschritten werden. Mit allem, was das für die Verbraucherländer bedeutet. Pleiten, Einbruch der Aktienmärkte, Rezession.

Angesichts solcher Nachrichten wird schnell vergessen, dass erst vor drei Jahren alle Welt über den scheinbar unaufhaltsamen Kollaps der Ölpreise jammerte. Im November 2001 kostete der Liter Rohöl an der Börse in London 10 Cent. 1997 waren es weniger als 6 Cent. Die als Kartell gegründete Opec war damals so hilflos, wie sie es auch heute ist: Damals drosselten die Mitgliedsstaaten, die 40 Prozent des weltweit verbrauchten Öls liefern und die auf knapp 80 Prozent aller nachgewiesenen Reserven sitzen, die Produktion. Ohne Erfolg. Jetzt fördern sie mit ebenso wenig Effekt 16,5 Prozent mehr als ihre selbst auferlegten Quoten. Der Ölpreis bewegt sich unabhängig von dem, was die Opec tut. Der wahre Grund für die Preisschwankungen liege darin, meint ein Kolumnist der New York Times, dass die mit Öl zusammenhängende Infrastruktur, Transport und Verarbeitung also, zu unflexibel sei, um den Finten der Märkte zu folgen. Öl gibt es gegenwärtig im Überfluss, auch wenn man Lomonossows konventionelle Theorie des »endlichen Öls« zur Grundlage nimmt. Zwar machen meistens pessimistische Vorhersagen die Schlagzeilen. Selbst die Ölmultis trauen ihrer Zukunft nicht: BP veröffentlichte in den siebziger Jahren eine Analyse, die davon ausging, dass die weltweite Förderung 1985 ihren Höhepunkt überschreiten würde. Shell setzte auf das Jahr 1999.

Tatsächlich aber sind die nachgewiesenen Reserven heute fast doppelt so hoch wie damals, trotz einer jährlichen Zunahme der Förderung um 1,5 bis 2 Prozent. Das jedenfalls ergab eine Aufstellung der englischen Universtät Plymouth, wonach der Bestand der Reserven seit 1945 kontinuierlich schneller wuchs als der Verbrauch. Manche Fachleute glauben, das Ölzeitalter werde lange vor einem Versiegen der Quellen zu Ende gehen, wie das Kohlezeitalter lange vor einer Erschöpfung der Reserven zu Ende ging. Andere bevorzugen das Krisenszenario.

Eins ist jedoch unbestritten: Der Ölhahn lässt sich nicht, wie so oft gefordert, einfach »aufdrehen«. Fachleute sprechen von Reservoir-Development, das heißt jedes Ölvorkommen muss bei der Nutzung über Jahrzehnte behutsam entwickelt werden. Sonst wird das sensible Gleichgewichtsverhältnis von Öl, Gas und Wasser dauerhaft zerstört. Dazu kommen die anderen Engpässe, die es auf dem Weg von der Quelle bis zur Tankstelle zu überwinden gilt. Der Durchmesser der Pipelines beschränkt den Ölfluss; die Ladekapazitäten sind beschränkt – und dann ist da noch der Sueskanal.

Tag 15. Voll beladen kommt die Al Salheia nicht durch den viel zu flachen, 135 Jahre alten Schifffahrtsweg, der nur einspurig mal in die eine, mal in die andere Richtung zu benutzen ist. Vor der Einfahrt wird ein Großteil der Fracht gelöscht und durch eine Rohrleitung auf die Mittelmeerseite gepumpt. In Port Said kommt die Ladung zurück an Bord. Ob es wirklich dasselbe Öl ist, da ist sich Kapitän Masoud Ali nie ganz sicher. Hauptsache, es hat die gleichen Eigenschaften: spezifisches Gewicht, Schwefel- wie Wassergehalt. Hauptsache, es fehlen nicht 400 Tonnen, was auch schon vorgekommen ist. Hauptsache die Ladepapiere sind in Ordnung.

Kapitän Ali ist ein würdevoller Herr, dessen natürlicher Autorität sich jeder beugt. Er spricht von dem komplizierten Beziehungsgeflecht von Händlern, Mittelsmännern und Maklern und der Schlüsselrolle, die sie in der Bewegung des Liters Öl von A nach B spielen. So viel ist schnell klar. Die umständliche Passage durch den Sueskanal kommt trotz der einmaligen Gebühr von 305.000 Dollar pro Durchfahrt billiger als eine monatelange Reise um die Südspitze von Afrika. Während Wirtschaftsflauten, wenn Schiffstreibstoff billig, die Nachfrage nach Öl flau und Chartergebühren niedrig sind, ist das manchmal umgekehrt.

Doch derzeit kostet die Charter eines solchen Schiffes wie der Al Salheia 180.00 bis 23.000 Dollar am Tag. Die Reeder, in unserem Fall die Kuwait Oiltanker Company, verdienen prächtig, weil ihre Kosten nur zwischen täglich 11.000 bis 14.000 Dollar liegen. Für die Reise nach Rotterdam verlangen sie rund eine halbe Million Dollar. Der Charterer muss neben der Kanalgebühr den Treibstoff, etwa 315.000 Dollar, und später noch 130.000 Dollar Hafengebühr in Rotterdam bezahlen. Mit dem Transport addieren sich 1,25 Millionen Dollar, etwas über eine Million Euro, zu den Kosten der Ladung. Für unseren Liter schlägt die große Zahl mit gerade 0,3 Cent zu Buche. Der legt sein kommerzielles Fett anderswo an.

Tag 30. Die Al Salheia macht nach 25-tägiger Reise zum festgelegten Zeitpunkt am Maasvlakte Olie Terminal in Rotterdam fest. Die kolossale Anlage an der Ausfahrt des 35 Kilometer langen Hafens ist ein Gemeinschaftsunternehmen von BP, ExxonMobil, Kuwait Petroleum, Shell, Total und Vopak, letztere eine holländische Reederei. Alles ist auf Masse und Größe ausgerichtet. Zwei Anleger für Supertanker. 36Tanks, jeder so hoch wie ein siebenstöckiges Haus mit einem Durchmesser von 85 Metern. Über vier Millionen Kubikmeter passen in alle zusammen hinein, mehr als das Ladevermögen der gesamten Tankerflotte Kuwaits. In 36 Stunden wird das Schiff leer gepumpt.

Hafenmeister Leo Koet, ein kerniger Holländer und ehemaliger Tankerkapitän, sagt: »Schwarz ist schwarz, Öl ist Öl.« Damit deutet er an, dass in den Tanks das Öl nach Herzenslust zwischen den Firmen ausgetauscht und oft auch vermischt wird. Er lässt bei der Entladung drei Proben ziehen, die er, in Flaschen abgefüllt, säuberlich sortiert und etikettiert, in einem dunklen Nebengebäude wie in einem Weinkeller aufbewahrt. Als flüssige Belege, dass, solange er zuständig ist, alles mit rechten Dingen zuging.

Tag 32. Unser Liter verschwindet ordnungsgemäß in der Rotterdam-Rhein-Pipeline (RRP), um in vier Tagen nach Wesseling bei Köln zu kommen. Rotterdam hängt fast wie ein arabisches Sultanat am Öltropf. Ein Drittel der Hafeneinnahmen fließt in den Etat der Stadt. Den Unterlauf der Maas säumt ein Konglomerat von Raffinerien und Tanklagern. Diese Tanklager sind der Ausgangspunkt eines internationalen Rohrnetzes. In Deutschland reicht es bis nach Hamburg und Ludwigshafen (Ostdeutschland wird aus dem russischen Samava versorgt, Süddeutschland aus Triest und dem französischen Lavéra).

Auch das Ölrohr nach Wesseling gehört einem Konsortium von Multis, in diesem Falle Shell, BP und Texaco. Der Pipelinetransport kostet drei bis vier Euro pro Tonne. Ebenfalls eine kaum merkliche Größe in unserem Liter, weitere drei Zehntel hinter dem Komma, die seinen Wert aufgerundet auf 17 Cent springen lassen. Er treibt im Spaziergängertempo unter holländischen Wiesen und der norddeutschen Tiefebene rheinwärts. Der Transport auf einem Rheintanker würde nicht viel mehr kosten, einen halben Cent für den Liter. In einem Eisenbahnkesselwagen wären es neun, in einem Straßentankwagen 30-mal so viel wie in dem unterirdischen Rohr. Pipelines sind die Arterien der Energieversorgung der Republik. Nicht nur Öl wird in ihnen transportiert, auch Flüssiggas, Benzin und andere Ölprodukte. Aus der Zeit des Kalten Krieges gibt es ein eigenes, weit verästeltes Rohrleitungsnetz der Nato, das mittlerweile auch zivil genutzt wird. Sichtbar wird das unterirdische Geflecht nur an wenigen Stellen, an Pumpstationen und Abzweigungen zum Beispiel.

Die Bundesrepublik hängt heute zu 97 Prozent von Importen ab. Doch ein Drittel kommt mittlerweile aus der Nordsee, 40 Prozent aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Mitglieder der Opec lieferten 2003 nur 20 von insgesamt 106 Millionen eingeführten Tonnen. Der Anteil des Nahen Ostens ging von 83 Prozent 1950 auf 9,6 Prozent zurück.

Für den Notfall wird Öl auf Vorrat gehalten, ein Viertel des Jahresverbrauchs, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ein Großteil ist unterirdisch in Salzstöcken bei Wilhelmshaven, Bremen, Hamburg und Heide eingelagert. Alle Ölfirmen müssen sich daran beteiligen. Der am Hamburger Jungfernstieg ansässige »Erdölbevorratungsverband« treibt zur Finanzierung eine Zwangsabgabe ein, die sich mit 0,005 Cent beim Preis jedes, also auch unseres Liters Öl niederschlägt.

Tag 36. Ankunft in Wesseling, heute eine trostlose Trabantenstadt. Auf dem Raffineriegelände, unter den Nazis eine Braunkohleverflüssigungsanlage für Wehrmachtsbenzin, erinnern nur noch einige Bunker an die braune Vergangenheit. In der Raffinerie und dem nördlich von Wesseling gelegenen Schwesterwerk Godorf destilliert Shell jährlich 16 Millionen Tonnen Rohöl, ein knappes Sechstel des deutschen Gesamtverbrauchs. Das zwei Quadratkilometer große Gelände reicht von der A555 bis ans Rheinufer. Es erweckt den Eindruck einer gewissen Verwahrlosung. Nur gelegentlich radeln behelmte Arbeiter durch fast verkehrslose Werkstraßen. Überall sprießt Unkraut. Viele Rohre und Kessel sind rostig.

Der Betrieb ist so hoch automatisiert, dass 48Arbeiter die Kernfunktionen der acht Produktionsanlagen steuern können, gerade drei Mann mehr, als in der Betriebsfeuerwehr beschäftigt sind. Sie sitzen vor bunten Bildschirmen, beobachten, was in den Kesseln und Rohrleitungen vor sich geht, und betätigen elektronisch gesteuerte Klappen und Ventile. Die Raffinerie scheffelt zurzeit Geld wie nie zuvor. In einem Monat verdient sie so viel wie im ganzen letzten Jahr. Die Preise für ihre Erzeugnisse sind noch schneller gestiegen als der Rohölpreis. Die USA und China, beides Länder, die nicht über genug Raffinerie-Kapazitäten verfügen, um ihren Bedarf zu decken, kaufen, was sie können.

Vom Öl sieht man keine Spur. Unser Liter ist irgendwo in den Destillationskolonnen, Hydrocrackern, Entschwefelungs- und Olefinanlagen verschwunden. Das »wilde Gemisch aus verschiedenen Stoffen«, wie einer der in Backsteinbaracken untergebrachten Manager es nennt, wird in für einen Laien ziemlich rätselhaften Prozessen in Flüssiggas, Gasöl, Mittelöl und Schweröl verwandelt. Aus Gasöl und den Mitteldestillaten entstehen Treibstoff, Heizöl und Flugbenzin. Das dauert nicht länger als einige Minuten. Ruck, zuck entsteht aus dem Öl das Benzin. Andere Bestandteile werden in »kostbare Verkaufsprodukte« wie Naphta, Benzol und Propylen verwandelt.

Und wieder ereignet sich ein Wunder. An einer Shell-Tankstelle vor dem Firmentor kostet unser Liter aus Burgan als Benzin 112 Cent. Er hat fast einen Euro, genau 95 Cent, angesetzt und seinen Wert mehr als versechsfacht. Shell zufolge ist das nicht die Schuld des Unternehmens: Diesmal schlage vor allem die Bundesregierung zu. Zwar nicht so heftig wie der Staat Kuwait, aber immerhin. Steuern machen 75 Prozent des Benzinpreises aus. Sechs Prozent zahlt der Endverbraucher für Transport, Vertrieb und Kapitalverzinsung. Ganze 19 Prozent spiegeln den Produktpreis wider. Nach dieser Kalkulation bleiben bei der Shell 4,24 Cent pro Liter hängen. Der Liter hat in der Raffinerie knapp 20 Prozent Wert zugesetzt.

Alle zwei Minuten rollt ein Tankwagen aus Tor9 der Wesselinger Raffinerie. Auf den meisten Lastern steht nicht Shell, sondern Aral, Jet Conoco oder Esso. Das Benzin ist überall das Gleiche. Die Mineralölfirmen nehmen es sich gegenseitig ab. Austausch nennen sie das. In Bayern gibt es an so gut wie jeder Zapfsäule Esso-Benzin aus Ingolstadt. Im Einzugsbereich von Wesseling verkauft jede Tankstelle Shell, ganz gleich, in welchen Firmenfarben sie angepinselt ist. Was ja auch vernünftig ist. Das verringert die Transportkosten.

Nur ein Drittel unseres kuwaitischen Liters wird als Benzin oder Diesel Autos, Lastwagen und Busse antreiben. Dieses Drittel treibt beispielsweise einen C-Klasse-Mercedes Diesel mit 220 Kubikmeter Hubraum, die sparsamste Limousine aus Stuttgart, sechs Kilometer weit voran. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde ist es in drei Minuten verblasen.

Das zweite Drittel unseres Liters wird in der Industrie verfeuert, oft auch zum Betrieb werkinterner Kraftwerke. Eigentlich eignet sich Öl dazu nicht besonders. In der Gesamtstromerzeugung spielt es deshalb eine untergeordnete Rolle. In der Hauptsache hält es Räder am Laufen, Schwungräder in Stahlwerken zum Beispiel und Traktorenräder auf dem ökologischen Bauernhof. Jetzt, da der Herbst naht, bestellen Privatleute Heizöl für den Winter. Sie kaufen 18,5 Prozent unseres Liters ein. Sechs Prozent gehen als Kerosin an Fluggesellschaften oder werden als Nebenprodukte wie Kohlendioxid oder Schwefel aus der Raffinerie abtransportiert.

Die Ölfirmen versuchen mit an die Emotionen appellierenden Mitteln, den Preis des Endprodukts zu puschen. Vor einer Shell- Tankstelle flattern Fahnen, die einen neuen »V-Power«-Diesel anpreisen. Der kostet satte 35 Cent mehr als Normaldiesel. Die Marketingleute wollen mit dem teuren Saft »einen anspruchsvollen Nischenmarkt bedienen«. In der Wesselinger Tankstelle steht eine Verkäuferin mit Shell- und Ferrari-Emblem auf dem T-Shirt an der Kasse. Auf die Frage, ob der besonders teure Sprit viel gekauft werde, antwortet sie zögernd: »Ja, doch, schon.« Ob der wirklich besser sei? Sie gibt kryptisch zurück: »Das muss jeder selber wissen. Die einen glauben, ihr Wagen läuft ruhiger, andere, dass sie mehr aus ihren Motoren herausholen können, wieder andere, er optimiere den Verbrauch.« – Es ist also hauptsächlich Einbildung? – »Deshalb sage ich ja, jeder muss es selber wissen.«

Tag 37. Im Büro des Werkleiters Jürgen Kerth im petrochemischen Unternehmen Basell begegnen wir dem Liter Öl aus Burgan zum letzten Mal in sichtbarer, wenn auch kaum mehr wiedererkennbarer Form. Er ist jetzt weiß wie Schnee, riecht nach nichts und hat die Form kleiner Kügelchen. »Ein reines Naturprodukt«, schwärmt Kerth. »Da ist nichts als Kohlenstoff und Wasserstoff drin.«

Der Chemiker sieht saubere Molekülketten, die unter Markennamen wie Lupolen, Moplen und Hostalen in den Handel kommen. Der Besucher verliert die Orientierung in einer schier endlosen, von unsichtbarer Hand gesteuerten Fabrikanlage, 610 Kilometer Rohrleitungen, 22 Kilometer Straßen, 12 Kilometer Eisenbahnschienen. 1,76 Millionen Tonnen im Jahr, die aus monumentalen Silotürmen in eine nicht abreißende Kolonne Lastwagen rieseln.

Basell ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Shell und der BASF. Weil Raffinerieprodukte jetzt so teuer sind, macht das Werk Verluste. Man fragt sich natürlich, warum die Shell-Raffinerie ihrer verschwisterten Petrochemie nicht mit Preisnachlässen unter die Arme greift. Aber so läuft das nicht im Geschäftsleben. Die Raffineriegewinne gehen voll auf die Firmenbilanz. Die Verluste in der Petrochemie teilt der Ölmulti sich mit der BASF.

Geht man auf dem Marktplatz von Wesseling spazieren und sieht sich um, was aus den weißen Kügelchen geworden ist, wird man allenthalben fündig. Im Musikladen sind es die CDs, im Brillenstudio die Brillen. Der Metzger Osenau, ein traditionsbewusster Handwerker, presst seine Spitzenleberwurst zwar in Naturdarm. Aber die Bierwurst steckt in Kunstdarm, und der, sagt er, »ist aus Plastik, und das ist aus Erdöl gemacht«. Der Obst- und Gemüsemarkt bietet im Sonderangebot eine Reihe von Ölprodukten an. Gerolsteiner Wasser, deutschen Gouda und Hühnchenschenkel. Das Hühnchen wurde mit Futter gemästet, das ohne Kunstdünger so preiswert nicht hergestellt werden könnte. Der Käse ist in aus Öl gewonnenem Wachs eingeschlagen. Kohlendioxid für den »quelleigenen« Sprudel im Gerolsteiner Wasser wurde aus der Raffinerie Wesseling geliefert.

Auf die Frage, wie viel Öl er verkaufe, holt der Apotheker Josef Rau erst einmal eine Flasche Benzin und einen Topf Vaselin aus dem Regal. Aus Öl gewonnene Lippensalbe habe er seiner Kundschaft schon »ausgetrieben«, sagt er. Die schade mehr, als dass sie helfe. Dann setzt sich Rau an seinen Computer und stellt fest, dass seine Apotheke eine Art Tankstelle ist.

Im Computer kann er die Zusammensetzung von 330.000 Medikamenten abrufen. Jedes Medikament besteht aus den Wirkstoffen und zahlreichen Hilfsstoffen, die entweder die Rieselfähigkeit im Herstellungsprozess, die Haltbarkeit, die Dosiergenauigkeit oder die zeitlich und lokal erwünschte Lösung der Tablette im Körper sicherstellen. Bei der Durchsicht der Hilfsstoffe stellt Rau immer wieder fest: »Das ist mit Sicherheit Öl, das ist wahrscheinlich aus Öl und das vermutlich auch.« Er findet gerade zwei Mittel, die mit Sicherheit keine Spur unseres Liters aus der Burganquelle 473 in Kuwait enthalten: Aspirin und Togal.

(c) DIE ZEIT 26.08.2004 Nr.36 36/2004