HeizOel24 in den Print- und Onlinemedien
Ein Auszug unserer Pressereferenzen
Hohe Nachfrage, steigende Preise - Heizöl wird knapp
sueddeutsche.de vom 14. Februar 2012 - Michael Tibudd
…"Die meisten Verbraucher haben in dieser Saison aber zu knapp kalkuliert", sagt Oliver Klapschus vom Internet-Vergleichsportal Heizoel24.de
…
Wer jetzt Heizöl kauft, spart noch Geld
BZ vom 07. Oktober 2011 20.40 Uhr
…Hilfreich sind hierbei Vergleichsportale im Internet (z. B. www.energieverbraucher.de, www.heizoel24.de
…
Heizöl: Gemeinsam tanksparen
test 10/2011
…Preisvergleich. Auf Heizölportalen im Internet lassen sich Preise vergleichen, etwa hier: www.heizoel24.de
…
Sparfüchse haben Heizöl schon geordert
MAIN POST vom 29. August 2011, 20:20 Uhr
… Anfang August war bei den Heizölhändlern die Hölle los: ...„Phasenweise waren die Server aller führenden Online-Plattformen lahmgelegt.“ ...heizoel24.de kam auf 80,67 Euro für Würzburg.
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Heizölpreise gefallen - jetzt guter Kaufzeitpunkt
t-online vom 10. August 2011 - dapd, dpa, t-online.de - mmr
…"Die Panik auf dem Börsenparkett hat auch den Ölmarkt erfasst", sagte Marktbeobachter Oliver Klapschus vom Online-Portal "Heizoel24".
…
Nervöse Märkte machen Heizöl billiger
WELT ONLINE vom 10. August 2011 - dpa/dapd
…"Unzählige Tanks sind leer, die Leute haben seit Monaten händeringend auf günstigere Einkaufspreise gewartet und werden in Scharen ordern", sagte Klapschus.
…
Griff zur Ölreserve lässt Spritpreise sinken
Auto BILD vom 24. Juni 2011
…"Die Einkaufsbedingungen haben sich stark verbessert", meldet das Internetportal HeizOel24.de.…
Wintereinbruch treibt Ölpreis auf Jahreshoch
WELT ONLINE vom 3. Dezember 2010 - von Michael Höfling
…„Wer noch genug im Tank hat, um ein bisschen warten zu können, sollte sich hingegen keine Illusionen machen, meinen die Experten von heizoel24.de.
…
Blick auf Heizöl-Kurse lohnt sich
TAGESSPIEGEL vom 17. November 2010 - von KEVIN P. HOFFMANN
…„Im Prinzip sind November und Dezember sehr gute Monate, den Tank zu füllen“, sagt Oliver Klapschus von der Preisvergleichsplattform heizoel24.de. …
Wie bereite ich mich auf den harten Winter vor?
BILD vom 9. November 2010 - von Von A. ALBERT, S. STEIN und R. KLOSTERMANN
Heizöl …Den aktuellen Kurs finden Sie z. B. auf Heizoel24.de. …
Kältewelle verteuert Heizöl kräftig
Berliner Morgenpost vom 6. Januar 2010 - von Michael Höfling
…Bei strengem Frost von Minus zehn Grad etwa steigt der Ölverbrauch ungefähr auf das Doppelte an. …
So treibt extreme Kälte den Heizölpreis hoch
Die Welt vom 6. Januar 2010 - von Michael Höfling
…eine weitere Entwicklung, auf die die Experten des Verbraucherportals Heizöl24.de aufmerksam machen: Auch die hohe Inlandsnachfrage unterstütze das Preisniveau, argumentieren sie. …
Trockener Sommer treibt den Heizölpreis hoch
Westfalenpsot vom 7. Oktober 2009 - von Volker Doerken
…Die Folge: Das Niedrigwasser lässt die Transportkosten steigen. „Heizöl24”, ein Zusammenschluss von
300 Heizölhändlern, stellt auf seiner Internetseite fest: „Besonders Raffinerieausfälle durch
Niedrigwasser können zu kurzfristigen Preisanstiegen führen.” Lag der Preis für 100 Liter Öl am 25.
September 2009 noch bei 50,84 Euro, so ist er inzwischen auf 54,17 Euro geklettert. …
Heizöl gibt es im Internet oft günstiger
Stuttgarter Nachrichten vom 18. August 2009 - von Walther Rosenberger
…Oliver Klapschus von Heizoel24.de führt einen weiteren Grund an. Ähnlich wie Lebensmittelhersteller,
die einen Teil ihrer Produkte unter arrivierten Markennamen, einen anderen Teil aber unter den Billiglabeln
der Discounter verkaufen, nutzen auch viele Brennstoffhändler das Internet als zweiten Vertriebsweg - und geben
da schon mal Rabatte. Besonders in Ballungsräumen wie Stuttgart, wo oft Dutzende Lieferanten um Abnehmer buhlen,
stünden die Vorzeichen für Preisnachlässe gut. …
Ölpreis steigt: Experten raten zum Heizöl-Kauf
Lübecker Nachrichten vom 7. Juni 2009 - von Gerhard Krüger
…Bei Heizoel24 hat man über die Preisentwicklung keine Zweifel. „Verbraucher sollten sich auf steigende Ölpreise einstellen
und beizeiten volltanken, um dem Risiko einer Preisexplosion im Herbst zu entgehen“, sagt Experte Klapschus.
Nicht zuletzt durch den starken Kurs des Euro gegenüber der „Ölwährung“ US-Dollar sei Heizöl momentan noch günstig
zu haben …
Heizöl • Vor dem Sommer noch schnell tanken
Süddeutsche Zeitung vom 22. Mai 2009 - von Simone Boehringer
…trotz anhaltender Wirtschaftskrise raten die meisten Experten, mit der Bevorratung für den kommenden Winter nicht mehr lange zu warten. "Füllen Sie Ihren Tank noch vor den Sommerferien", sagt etwa Oliver Klapschus von Heizöl24, einem der größten Verbraucherportale zum Thema. …
Riskante Billigorder
stern.de vom 21. Oktober 2008 - von Sebastian Wieschowski
… Wer seine Postleitzahl auf der Seite von „heizoel24.de” eingibt, erhält
in einer Preis-Mengen-Lieferstellen-Matrix (PML-Matrix), wie teuer hundert Liter
bei variablen Abnahmemengen und mehreren Lieferstellen sind. So lässt sich der entgültige
Heizölpreis bei einer Sammelbestellung in der Nachbarschaft leicht bestimmen. …
Krisenrabatt • Möbel, Heizöl und Autos gibt es jetzt billiger
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19.
Oktober 2008
Viele Verbraucher sind gerade ziemlich verunsichert und halten sich bei Einkäufen
zurück. Schließlich bangen sie um ihre Geldanlage und bisweilen auch um ihre Jobs.
Der Konjunkturabschwung droht, besonders hinter größeren Anschaffungen…
Verbraucher warten bis zu acht Wochen auf Heizöl
wiwo.de vom 17. Oktober 2008 - von Annina Reimann
… Vor dem Zuschlag für einen Händler sollten Kunden auf jeden Fall mehrere
Angebote vergleichen. „Man darf auch handeln.“ Besonders gut gehe das, wenn man
sich mit Nachbarn zusammentue und eine größere Bestellung mache. Der Verbraucherschützer
empfiehlt die Internetseite www.heizoel24.de. Dort können Verbraucher ihre Postleitzahl
eingeben und sehen dann die Rabatte, die Händler bei größeren Mengen in der Region
gewähren. …
Autos, Heizöl, Möbel, Fernseher • Wie Sie von der Finanzkrise profitieren können
bild.de vom 14. Oktober 2008 - von Von R. KLOSTERMANN, S. MORCINEK und S. STEIN
… Oliver Klapschus (30), Geschäftsführer von Heiz-oel24.de: „Seit August
ist der Heizölpreis um 20 Cent gesunken. Falls die Finanzkrise weiter anhält, könnte
auch der Preis für Heizöl weiter fallen. Jedoch rate ich, jetzt Heizöl zu ordern.“
…
Ferien nutzen und den Tank füllen
Münchner Merkur-online.de vom 12. August
2008 - von Stefanie Backs
München - Es gleicht einem Roulette-Spiel: Wann ist der beste, also kostengünstigste
Zeitpunkt, den Heizöltank für die kommende Heizperiode zu füllen? Derzeit sieht
es gar nicht schlecht aus.
Frostigen Zeiten entgehen Verbraucher, wenn sie die derzeit fallenden Preise nutzen,
um Heizöl für die Winterperiode zu bestellen. Seit etwa vier Wochen geht es mit
dem Heizölpreis abwärts - kein einmaliges Stolpern, sondern ein Trend, meint Oliver
Klapschus, Sprecher von Heizöl24. Der bundesweite Schnitt lag gestern bei 82,70
Euro, vor einem Monat waren es noch 94,86 Euro pro 100 Liter Standard-Heizöl bei
Abnahme von 3000 Litern. Dabei hätte der Rückgang noch stärker ausfallen können,
wäre der Euro nicht gleichzeitig ebenfalls gesunken.
„Die Verbraucher machen es genau richtig und beobachten die Märkte”, sagt er. Das
mache es allerdings umso schwieriger vorherzusagen, wann die nächste große Bestellwelle
anrollt und den Preis wieder nach oben drückt. „Nach den Sommerferien könnte es
wieder so weit sein”, meint Klapschus. Sinnvoll sei es daher, jetzt gleich zu bestellen
oder erst wieder im Spätherbst. Die Entwicklung des Rohölpreises an den Börsen diene
dabei als Anhaltspunkt. Der Konflikt in Georgien ließ die Preise gestern nur kurzfristig
auf 117 Dollar pro Barrel (159 Liter) ansteigen. An der Handelsbörse in New York
pendelte sich die Sorte „light sweet crude” im Vormittagshandel unter 114 Dollar
ein - der niedrigste Stand seit Anfang Mai.
„Der absolute Super-Gau wäre eine Eskalation der Konflikte in sehr viel sensibleren
Regionen wie Nigeria oder Iran”, sagt Klapschus. Aber auch Wirbelstürme, die Produktionsanlagen
in den USA zerstören könnten, wirken sich fatal aus. „Die Börse reagiert in solchen
Fällen innerhalb weniger Minuten, der Handel zieht innerhalb weniger Stunden nach.”
Verbraucher müssen sich daher ebenfalls schnell entscheiden.
Kein Widerrufsrecht
„Ist die Bestellung aufgegeben, ist der Preis fest”, erklärt der Sprecher, auch
wenn die Lieferung erst drei Wochen später erfolgt und sich der Preis in dieser
Zeit verändert. „Das sonst übliche 14-tägige Widerrufsrecht greift hier nicht”,
sagt Klapschus. Trotzdem fühlen sich derzeit viele Verbraucher nicht mehr an ihre
Bestellungen von voriger Woche gebunden, als der Heizölpreis auf 100 Liter im Schnitt
noch vier Euro teurer war. „Viele Händler zeigen sich allerdings kulant und nehmen
eine Neubestellung gegen Stornogebühren an”, weiß Klapschus.
Als Gruppe sparen
Günstiger wird die Heizölbestellung, wenn sich mehrere Haushalte zusammenschließen.
Bis zu 50 Euro könne sich so jeder sparen, meint Klapschus. Allerdings nur in kleineren
Gruppen von drei bis vier Haushalten. „Der Spar-Effekt liegt in den Anfahrtskosten”,
sagt er und die würden in der Regel nicht weniger, je mehr Haushalte sich zusammenschließen.
Qualitäts-Heizöl
„Heizöl muss in Deutschland immer der DIN 51603 entsprechen”, erklärt Klapschus.
Für Billig-Öl seien ihm hierzulande keine Bezugsquellen bekannt. Nach einer Tankreinigung
wiederaufbereitetes Heizöl sei sehr kritisch zu bewerten, weil es darauf keine Gewährleistung
gebe und es den Brenner schädige.
Wann, wenn nicht jetzt? - Sparen beim Heizölkauf
n-tv.de vom 09. Juli 2008 - von Isabell Noé
Im Sommer auffüllen, im Winter heizen, mit dieser Regel machten Öltankbesitzer früher
selten etwas falsch. Eigentlich wäre es jetzt also an der Zeit, den Lieferanten
zu bestellen - wäre da nicht die aktuelle Preisentwicklung. Seit Monaten kennt die
nur noch die Tendenz nach oben. Wer seinen 3000 Liter-Tank heute auffüllt, zahlt
rund 2850 Euro, im Januar wären es gut 800 Euro weniger gewesen. Verbraucher sind
verunsichert: jetzt bestellen, bevor es noch schlimmer wird? Oder doch noch abwarten
und auf Besserung hoffen?
„Jetzt kaufen oder bis zum Spätherbst warten”, rät Oliver Klapschus vom Vergleichsportal
Heizoel24.de im Gespräch mit n-tv.de. Ob es in einigen Monaten tatsächlich besser
aussieht, kann Klapschus natürlich auch nicht vorhersehen. Eins ist aber klar: Der
große Run kommt nach den Sommerferien, da wird es noch mal teurer. Doch schon jetzt
registriert Klapschus ein gestiegenes Interesse auf seiner: „Im Moment informieren
sich die Leute vor allem, mit dem Kauf zögern sie aber noch. Im Frühjahr haben viele
nur Kleinmengen getankt, die große Nachfrage steht also noch aus.”
Nicht nur auf Jahressicht ist das richtige Timing entscheidend. Wetterphänomene,
außenpolitische Entwicklungen oder Wechselkursschwankungen beeinflussen den Weltmarktpreis
kontinuierlich. Und so kann es sein, dass man heute zwei Cent mehr für den Liter
Heizöl zahlt als morgen. Bei 3000 Litern sind das immerhin 60 Euro Unterschied.
Sparen mit den Nachbarn
Nun könnte man das Preisrisiko minimieren, indem man häppchenweise bestellt: Für
500 Euro heute, dann wieder in zwei Monaten und so weiter. Das Prinzip des Durchschnittskosteneffekts
kennt jeder Fondssparer: Bei hohen Preisen wird weniger gekauft, bei niedrigen mehr.
Ein schönes Prinzip, nur leider nützt es Heizölkäufern wenig. Denn je weniger man
bestellt, desto teurer wird es.
Sparen kann man deshalb am besten, indem man sich mit den Nachbarn zusammentut.
Denn wenn der Tanklaster bei einer Anfahrt gleich mehrere Abnehmer bedienen kann,
profitieren auch die Kunden von den niedrigeren Logistikkosten. Abhängig vom Ort
und der Größe der Gruppe kann man mit Rabatten um die 50 Euro rechnen. Wer jetzt
seine gesamte Straße zur Sammelbestellung mobilisiert, tut sich jedoch keinen Gefallen.
„Ein Tanklaster fasst 30.000 Liter - wenn er gleich zwei oder dreimal auffüllen
muss um die gesamte Nachbarschaft zu versorgen, ist der Preisvorteil dahin”, warnt
Klapschus.
Qualität ist billiger
Öl ist nicht gleich Öl. Käufer können sich für die Standard-Variante entscheiden
oder ein bis zwei Cent mehr pro Liter für Super-Heizöl ausgeben. Das riecht nicht
nur besser, sondern ist auch wirtschaftlicher: Zusatzstoffe sorgen dafür, dass das
Premiumöl sauberer verbrennt. Je weniger Ruß sich am Kessel ablagert, desto weniger
Energie wird für den Wärmeübergang gebraucht. Im Schnitt ist Super-Heizöl um etwa
sechs Prozent ergiebiger als der Standard, abzüglich der höheren Anschaffungskosten
bleibt ein Preisvorteil von zwei bis drei Prozent. Je teurer Heizöl wird, desto
mehr lohnt sich der Übergang zum Super - der Preis für die Zusatzstoffe bleibt schließlich
gleich.
Sprit und Heizöl immer teurer
Münchner Merkur-online.de vom 01. November 2007
München - Der Rohölpreis nähert sich in großen Schritten der noch nie geknackten
100-Dollar-Marke. Fachleute sehen Spekulanten am Werk. Darunter leiden vor allem
die Besitzer von Diesel-Fahrzeugen und Haushalte mit Ölheizung.
In der Nacht zum Donnerstag schlug die Preiskurve an der New Yorker Rohstoffbörse
aus wie sonst nur selten. Hatte es zum Wochenbeginn noch so ausgesehen, als ob sich
Öl nach dem zuletzt drastischen Anstieg wieder verbilligt, ging es urplötzlich erneut
steil nach oben. Auf einmal zahlten die Händler für ein 159-Liter Fass der Sorte
WTI über 96 Dollar und damit so viel wie nie zuvor. Binnen 24 Stunden hatte sich
der Kurs um sechs Dollar erhöht. Zur Erinnerung: Im Januar kostete ein Barrel noch
56 Dollar.
Den Trend zur Entspannung drehten mehrere Nachrichten um. Zum einen hatte das US-Energieministerium
die niedrigsten Rohölbestände in den USA seit zwei Jahren gemeldet. Zum anderen
feuerte die Notenbank Fed den Preis mit ihrer Zinssenkung an. Weil damit der Dollar
weiter unter Druck geriet, flüchteten sich Anleger in sicher erscheinende Sachanlagen
wie Öl. Zudem wird erwartet, dass die niedrigeren Zinsen die Konjunktur der weltgrößten
Volkswirtschaft am Laufen halten, was die Nachfrage weiter steigen lässt.
Beobachter in Deutschland schütteln über die Preisentwicklung den Kopf. „Alles über
70 Euro ist Spekulation”, sagte der Rohstoff-Experte des Hamburger Wirtschaftsinstituts
HWWI, Klaus Matthies gegenüber unserer Zeitung. Ähnlich äußerte sich die Sprecherin
des Mineralölwirtschaftsverbands: „Es gibt am Ölmarkt keine Knappheit, die den Preis
rechtfertigt”, sagte sie.
Die Verbraucher kann das nicht trösten. Im Zuge des Ölrekords kletterte gestern
auch der Preis für Diesel mit 1,24 Euro je Liter an den Tankstellen auf ein nie
da gewesenes Hoch. Superbenzin verteuerte sich auf 1,39 Euro, blieb damit aber noch
gut fünf Cent unter seinem Allzeithoch von 144,5 Euro pro Liter vom 3. September
2005. Damals hatte der Wirbelsturm Katrina 30 Bohrinseln im Golf von Mexiko verwüstet.
Aber nicht nur Auto fahren, auch heizen wird teurer. Für Gasabnehmer wird sich das
erst in einigen Monaten auswirken, da sich die Ölpreisbindung zeitversetzt auswirkt.
Heizölkäufer jedoch trifft es schon jetzt: „Die Preise sind von Mittwoch auf Donnerstag
um zwei Cent je Liter gestiegen”, sagte Oliver Klapschus vom Vergleichsportal Heizoel24.de
auf Nachfrage. Der Preis für die Belieferung einer Durchschnittsfamilie (3000 Liter)
hat sich nach seinen Worten in der Region München auf 67,5 Cent je Liter erhöht.
Das sind rund 10 Cent mehr als vor zwei Monaten und so viel wie noch nie in diesem
Jahr.
„Auf keinen Fall sollte man jetzt den Tank vollmachen”, sagt Klapschus. Er rät Verbrauchern,
die noch genügend Reserven haben, ein, zwei Wochen abzuwarten, ob sich der Markt
beruhigt. Wer dringend neuen Heizstoff benötige, solle nur eine Teilmenge kaufen.
Mit einer deutlichen Entspannung in absehbarer Zeit rechnet allerdings kaum ein
Experte. „Kurzfristig ist die 100-Dollar-Marke für Öl nicht unwahrscheinlich”, sagt
Klaus Matthies vom HWWI. Wirklich niedriger würden die Preise erst wieder Anfang
kommenden Jahres sinken, wenn die Heizölnachfrage abnimmt. Matthies rechnet dann
mit einem Ölpreis von 75 Euro, hat aber noch einen Trost parat: „Wäre der Euro gegenüber
dem Dollar nicht so stark, hätten wir an den Tankstellen noch höhere Preise.”
Neuer Service: Günstiges Heizöl per Internet
FRANZ,
BERLINER KURIER, 23.12.2005, S. 15
Berlin - Die Heizsaison hat begonnen, und die Preise steigen. Doch wer den günstigsten
Anbieter finden will, muss jetzt nicht mehr lange rumtelefonieren. Im Internet kann
man deutschlandweit den preiswertesten Heizölanbieter für die eigene Postleitzahl
finden: auf www.heizoel24.de
Das Prinzip ist eigentlich recht simpel: Man gibt seine Postleitzahl ein und erhält
die zehn preiswertesten Heizölangebote, die in diesem Gebiet geliefert werden können.
Durch Anklicken teilt man dem Anbieter mit, wie viel man zum genannten Preis kaufen
möchte. „Händler wie Kunde erhalten dann eine E-Mail, in der die gegenseitigen Kontaktdaten
stehen und eine Aufforderung, die Bestellung telefonisch abzusprechen”, erklärt
Oliver Klapschuss von Heizöl24.
Erst ab diesem Punkt ist die Bestellung bindend. Bezahlt wird bar oder per EC-Karte
bei Lieferung an den Händler.
„Die Preise bei Heizöl24 sind wirklich im untersten Bereich und der Such- und Bestellablauf
absolut bedenkenlos. Das ist eine gute Alternative, um schnell an preiswertes Heizöl
zu kommen”, bestätigt der Heizöl-Experte Dieter Mäder vom Berliner Verbraucherschutz.
Interessante Hintergrundberichte
Ein kleiner Liter Öl auf großer Fahrt
Von Reiner Luyken, DIE ZEIT, N° 36/2004
Noch nie war Benzin so teuer wie heute. Warum? Unser Reporter begleitete einen Liter
Rohöl auf seiner Reise von der Quelle in Kuwait durch den Sueskanal nach Rotterdam
und weiter zur Tankstelle in Wesseling bei Köln. Die Stationen einer kolossalen
Preissteigerung
Tag 1. Muhammad Almulla, ein Mann mit orangefarbenem Helm, blauem
Kittel und weißen Handschuhen, schraubt einen Druckmesser auf ein Rohrgebilde, das
er christmas tree nennt. 500 psi zeigt das Gerät an. Psi steht für pound per square
inch, »Pfund pro Zoll im Quadrat«. Was das bedeutet, kann man erahnen,
wenn man die Hand auf einen Ast des »Weihnachtsbaums« legt. Er vibriert wie ein
Schienenstrang, auf dem sich ein Schnellzug nähert.
Almulla öffnet ein Ventil. Mit Gas vermischtes Öl zischt heraus. Er füllt eine Probe
in eine Flasche – unserer Geschichte kann beginnen. Es ist die Geschichte eines
Liters Öl auf seiner Reise von der Quelle 473 im kuwaitischen Ölfeld Burgan bis
zur Tankstelle in Wesseling bei Köln, von seiner Entstehung vor Äonen bis zu seinem
Dasein als Grundstoff unserer Zivilisation.
Hält man, für einen ersten Eindruck, die Flasche mit dem Öl aus der Quelle 473 gegen
die Sonne, dann zeigt sich, dass es nicht schwarz ist, sondern tiefbraun mit einem
oszillierenden Stich Dunkelrot. Umso eindeutiger ist der Geruch der Flüssigkeit.
Sie riecht jetzt schon schmutzig, wie ein undichter Tanklaster. Ein Tropfen des
Liters kommt als Probe ans Tageslicht, der Rest wird im Rohr mit dem Druck fortgerissen
und pulsiert durch eine Leitung zur Sammelstation 19, in der das Öl aus knapp 100
Quellen im Umkreis von fünf Kilometern zusammenläuft. Die Temperatur beträgt am
Vormittag schon fast 50 Grad im Schatten. Wenn eine Windböe den Wüstenstaub aufwirbelt,
bleibt der wie grauer Dunst in der Luft hängen.
Burgan ist das zweitgrößte Ölfeld der Welt, fünfmal so groß wie das Fürstentum Liechtenstein.
Ohne Sondergenehmigung kommt kein Besucher an den freundlichen, ihrer Pflicht aber
genau nachkommenden Wachmännern vorbei, die die Papiere bei der Einfahrt penibel
überprüfen. Hinter dem Sicherheitsposten beginnt ein weites, konturloses Gelände,
in dem man träge wippende Ölpumpen oder Bohrtürme vergeblich sucht. Das erste Öl
wurde hier 1938 von der zur BP gehörigen Anglo-Persian Oil Company und der amerikanischen
Gulf Oil Company entdeckt. Die Förderung begann 1948, bis heute ist dafür großes
technisches Gerät nicht erforderlich. Das Öl dringt seit 56 Jahren wie Lava an die
Oberfläche.
In der Sammelstation 19 drängt sich ein zweites Mal ein Vergleich mit der Welt der
Eisenbahn auf. Wie in einem übergroßen Stellwerk legen Arbeiter in blauen Overalls
Hebel um, dirigieren die Flüssigkeit durch Ventile mal hierhin, mal dorthin. Wasser
wird abgeschieden, Gas abgefackelt, der Druck heruntergefahren. Öldunst würzt die
Luft. Drei, vier Arbeiter, die Köpfe in helle Tücher gehüllt, hantieren im Schatten
einer Zeltplane mit Schneidbrenner und Schweißapparat. Eine lebensgefährliche Arbeit,
Sicherheitsvorkehrungen sind nicht zu erkennen. Ein Betriebsleiter weist die Männer
schließlich an, den Boden aus Gründen des Feuerschutzes einzuwässern. Gerade ist
es zwei Jahre her, dass bei einer Explosion eine Sammelstation wie diese in die
Luft flog. Vier Mann kamen dabei ums Leben.
In Schulbüchern aus aller Welt steht in etwa dergleiche Lehrsatz: Erdöl ist in Millionen
von Jahren aus organischer Materie entstanden. Unter Luftabschluss und unter Einwirkung
von Druck und Hitze hat es sich aus Mikroorganismen und Pflanzen gebildet, die sich
auf dem Meeresboden ablagerten. Zu Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte
der Russe Dimitrij Mendeléjew die so genannte abiotische Theorie, die russische
und ukrainische Geologen in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zur Standardlehre
der sowjetischen Erdölwissenschaft ausbauten. In der Wissenschaft konkurrieren heute
sich widersprechende Hypothesen: die abiotische und die organische. Der abiotischen
Theorie Mendeléjews zufolge besteht Öl nicht aus organischer Materie, sondern formt
sich tief unter der Erdoberfläche ständig neu und drängt von dort nach oben. Demnach
ist Öl keine endliche, sondern wie Wind und Sonnenenergie eine sich erneuernde,
im Überfluss vorhandene Ressource. Die abiotische Theorie macht seit drei Jahren
im westlichen Europa und vor allem in Amerika die Runde und ist äußerst umstritten.
Khalaf al-Anzi belächelt die in Mode geratene Sowjettheorie. Er ist leitender Reservoirgeologe
der Kuwait Oil Company (KOC), eines regierungseigenen Betriebs, der die 1975 verstaatlichten
Ölfelder des Landes verwaltet. »Ich kann mir vorstellen, dass Öl immer weiter entsteht«,
sagt er. »Aber sicher nicht ohne organische Materie. Und ganz sicher nicht so schnell,
wie wir es ausbeuten.« Al-Anzis Büro ist in einem schmucklosen Barackenbau in Achmadi
untergebracht. Achmadi ist eine mittelgroße Industriestadt in der kuwaitischen Wüste,
in der sich alles nur um Öl dreht. Aus der Zeit von British Petroleum von 1938 bis
1975 sind ein Rugbyclub und wunderschöne Villen im Kolonialstil geblieben. Gerade
entsteht eine imposante, moderne Hauptverwaltung der KOC mit einer wie Dünen gewellten
Fassade aus grünem Glas. Die Angestellten lassen ihre wüstengängigen Allradwagen
an Tanksäulen auffüllen, die keinen Preis anzeigen. Treibstoff ist für sie kostenlos.
Woher kommt der Druck, der unseren Liter Öl mit 500 psi aus dem Wüstenboden trieb?
Tief unter dem Burganfeld, erklärt al-Anzi, liege eine wassergetränkte Bodenschicht,
eine Art unterirdischer See. Der erzeuge, durch den ganz natürlichen Wasserdruck,
den Auftrieb. Auf dem Ölfeld ließe sich ein »natürlicher Entleerungsmechanismus«
beobachten. Dabei dringt das unter Hochdruck stehende Wasser ins Ölreservoir ein.
Das Reservoir wird ständig kleiner. Sehr langsam, aber doch unauhaltsam. Auf einer
Karte des geologischen Untergrundes kann man das sehen. Al-Anzi deutet auf einen
kleinen weißen Rand. Da war früher Öl. Jetzt ist da nur noch Wasser.
Tag 2. Unser Liter fließt aus der Sammelstation 19 in das Öllager
Süd, eine kaum zu überblickende Ansammlung riesiger Tanks in der Nähe von Achmadi.
Zusammen mit einer weiteren Tankfarm besitzt das Öllager Süd ein Fassungsvermögen
von 16 Millionen Tonnen. Das entspricht fast einem Sechstel des Jahresbedarfs der
Bundesrepublik an Öl, des immerhin viertgrößten Erdölmarktes der Welt.
Öl ist nicht gleich Öl. Jede Sorte hat bestimmte Eigenschaften – wie Wein, der aus
verschiedenen Anbaugebieten stammt. Neben dem mittelschweren Burganöl, das 80 Prozent
der Produktion Kuwaits ausmacht, gibt es schweres Öl aus Minagisch, leichtes Öl
aus South Maqua und ein very light crude, ein sehr leichtes Öl mit dem
schönen Namen Kara’a al-Mara Nadschmah Nargelu. Im Öllager vor den Toren der Stadt
Achmadi wird unser Liter mit den obigen Sorten zu Kuwait Export Crude (KEC) gemixt,
einer durch ein spezifisches Gewicht von 30,5 API (kurz für American Petroleum Institute)
und einen Schwefelgehalt von 2,65 Prozent definierten Tunke. Einen Tag lang wird
das verpanschte Öl gelagert, damit sich letzte Wasserreste am Boden der riesigen
Tanks absetzen können.
Tag 3. Fragt man den Geologen Khalaf al-Anzi, was die Produktion
unseres Liters bisher gekostet hat, kann er mit einem Barrelpreis weiterhelfen:
»So um einen Dollar.«
Ein Barrel, ein Fass von 159 Litern, ist die Einheit, in der Öl auf der ganzen Welt
unverändert gehandelt wird, so, wie man es vor der Erfindung der Pipelines 1865
getan hat. ExxonMobil beispielsweise hat für seine weltweiten Operationen Förderkosten
von durchschnittlich 3,33 Dollar pro Barrel errechnet. Bei komplizierten Bohrungen
im offenen Atlantik oder der teuren Erschließung von Ölsand im kanadischen Alberta
schnellen die Kosten, wer immer da fördert, bis auf 20 Dollar pro Barrel hoch. Kuwait
produziert das billigste Öl der Welt. Rechnen wir den Dollar für unseren Liter in
Euro um, kommen wir auf 0,6 europäische Cent.
Unser Liter fließt in einer Überlandpipeline ein paar hundert Meter meerwärts und
dann weiter zur Al Salheia, einem Supertanker der Kuwait Oil Tanker Company
(KOTC), in der Nähe des ausgedienten Verladeterminals Sea Island, wo das Wasser
tief genug ist. Mit 300.000 Tonnen voll beladen, schleppt ein solcher, wie er in
der Fachsprache heißt, very large crude carrier (VLCC) einen 25 Meter tiefen
Bauch unter sich her. Im relativ flachen Gewässer des Persischen Golfs kann er nicht
näher als zwanzig Kilometer unter Land navigieren. Die Al Salheia, jetzt
noch leer, hat an einer roten Boje festgemacht. Sie ist durch Unterwasserrohre mit
dem Festland verbunden. Zwei auf dem Wasser schwimmende Schläuche verbinden sie
mit dem Schiff.
Als unser Liter in einem dieser Ladeschläuche an der Bordwand emporklettert, ist
er, wie gesagt, 0,6 europäische Cent wert. Dann geschieht ein Wunder. Als er über
Bord flutscht, kostet er plötzlich 16 Cent. 26-mal so viel. So viel hat der Händler,
der die Al Salheia für den Transport gechartert hat, für ihn bezahlt. Warum?
Die Erklärung ist in einem komplizierten Prozedere zu finden.
Das finanzielle Schicksal unseres seinen Wert märchenhaft vervielfachenden Liters
hatte schon zwei Monate, bevor er aus ölschwammiger Tiefe in die Steigleitung der
Burganquelle 473 gerissen wurde, seinen Lauf genommen. In Wesseling bei Köln ist
eine von drei Raffinerien der deutschen Shell angesiedelt. Der Raffinerie lag ein
Großauftrag von einer Straßenbaugesellschaft für Bitumen vor, den Grundstoff zur
Herstellung von Asphalt. Bei der Destillation von Öl entstehen nicht nur Benzin
und Diesel, sondern über ein Dutzend andere Produkte, vom Flugbenzin bis zu Methylalkohol,
von Flüssiggas bis zu Ammoniak. Und eben Bitumen. Aus dem Öl des Nahen Ostens lässt
sich aufgrund seines spezifischen Gewichts besonders viel Bitumen gewinnen.
Susanne Schuetze-Kayser, Economics & Scheduling Manager des Kölner Unternehmens,
bestellte bei der für den Einkauf zuständigen Shell Trading and Shipping Company
(Stasco) in London einen Posten, mehrere hunderttausend Tonnen arabisches Rohöl.
Die bekannten Namen im Geschäft – Shell, BP, ExxonMobil, Chevron und TotalFinaElf
– fördern selbst nur knapp über 14Prozent des weltweit gewonnenen Rohstoffs. Sie
sind in erster Linie Ölhändler und Ölveredler. Sie kaufen den größten Teil ihres
Bedarfs ein. Der Preis wird an drei Börsen fixiert, der New Yorker Nymex, der SGX
in Singapur und der International Petroleum Exchange (IPE) in London. Hier besorgte
die Stasco das Nahostöl für Wesseling, genau genommen besorgte sie an der Londoner
Börse ein Papier mit Preis- und Lieferdatum.
Merkwürdigerweise steht auf diesem Papier »Brent«, als ob unser Öl das Öl aus einem
durch die Brent Spar zu Berühmtheit gelangten Feld in der Nordsee sei,
das den Höhepunkt seiner Produktivität schon lange überschritten hat. Jackie Bulliemore,
die für die Marktanalysen der IPE verantwortlich ist, erklärt den verwirrenden Umstand
so: Öl wird je nach Bestimmungsort als Brent für Europa, als Dubai für Asien und
als West Texas Intermediate für Amerika bezeichnet, ganz gleich, von welcher Sorte
es ist. »Bei uns geht es um virtuelles Öl. Mit physischem Öl hat das nichts zu tun.«
Als die Stasco die Ladung übernimmt, zahlt sie also 16 Cent für unseren Liter, der
an diesem Tag an der Londoner Ölbörse für 22 Cent gehandelt wird. Das hat zwei Gründe.
Kuwait Export ist um 17 Prozent billiger als das leichtere, bessere Nordseeöl. Das
minderwertigere Öl zu raffinieren kostet mehr als das leichte, deswegen hat es von
vornherein einen geringeren Preis. Nach dem Preisabschlag von 17 Prozent hat die
Stasco die Ladung immer noch billiger bekommen, als sie an diesem Tag in London
gehandelt wurde – eine Differenz von 2,26 Cent pro Liter. Die hat Stasco gespart,
weil sie ihn vor zwei Monaten als virtuelles Öl erwarb, zum damaligen Preis für
den jetzigen Liefertermin. Man nennt das ein Termingeschäft.
Termingeschäfte sind ein unverzichtbares Elixier des internationalen Rohstoffhandels.
Vor allem in unsicheren Zeiten beugen Großabnehmer damit einem Kollaps vor. So wie
die Stasco mit steigenden Ölpreisen spekulierte und unseren Liter frühzeitig einkaufte,
sicherte sich beispielsweise die Lufthansa 90 Prozent ihres Treibstoffverbrauchs
für 2004 im Voraus und kaufte ihn fast ein Viertel billiger ein als zum gegenwärtigen
Zeitpunkt, da der Rohölpreis jetzt viel höher steht. Die British Airways besorgte
sich 72 Prozent ihres Bedarfs bis März 2005 sogar noch günstiger. Dazu sind allerdings
große Mengen flüssigen Geldes erforderlich.
Tag 4. Die Al Salheia hängt noch an der Boje. Das rote
Unterteil ihres riesigen Leibes versinkt langsam im Wasser, bis nur der obere schwarze
Rand zu sehen ist. Sie ragt nicht mehr aus dem Meer, sondern mutet jetzt fast wie
ein überdimensionales U-Boot an. Wenn die Tanks bis oben voll sind, bleiben gerade
noch zwei Meter Freiraum zwischen Kiel und Meeresboden. Insgesamt dauert die Beladung
des Schiffs mit den 300.000 Tonnen 36 Stunden.
Unser Liter Öl, der dank des Börsengeschäfts so stolz an Wert zugesetzt hat, hat
einen Anteil am Wohlstand in seinem Ursprungsland Kuwait. Die knapp eine Million
Staatsbürger genießen eine familienfreundliche Sozialpolitik, jedes Paar erhält
nach der Hochzeit 70.000 Dinar, etwa 190.000 Euro, als zinsloses Darlehen zur Abzahlung
eines vom Staat gebauten Hauses. Erziehung und Gesundheitsversorgung sind frei,
inklusive eventuell nötig werdender Behandlung in Londoner Privatkliniken. Steuern
jeglicher Art sind unbekannt.
Kuwait ist ein zuverlässiger Öllieferant. Soziale Spannungen werden subtil überbrückt,
politischer Streit ebenso subtil unterdrückt. Ein »Höherer Ölrat« unter Vorsitz
des Ministerpräsidenten Scheich Saba Al-Achmed al-Saba trifft alle wichtigen Geschäftsentscheidungen.
Die al-Sabas regieren das Land seit 200 Jahren.
Tag 5. Die Al Salheia legt ab. Fährt durch einen engen
Tiefwasserkanal in den Persischen Golf hinaus, dann mit 15 Knoten parallel zur Küste
Saudi-Arabiens nach Südost. Reisegeschwindigkeit und Anlieferdatum sind im Chartervertrag
genau festgeschrieben, weil der Charterer den Treibstoff bezahlen muss und exakt
kalkuliert. Die Al Salheia biegt in das Rote Meer ein, und unser Liter
schwappt irgendwo in ihrem großen Bauch.
An der Londoner Ölbörse wird unterdessen immer weiter um sein virtuelles Dasein
gefeilscht. Täglich, stündlich, oft minütlich klettern die Preise. Jeder Zeitungsbericht,
jedes Gerücht, jede Agenturmeldung treibt die Fieberkurve nach oben. Die Meldungen
flackern als Laufschrift unter der Leuchttafel mit gerade ausgehandelten Kontrakten
vorbei: Sabotageakte an Pipelines im Irak; die Äußerung eines irakischen Ministers,
dass die von der amerikanischen Besatzungsverwaltung vor einem Jahr für 100 Millionen
Dollar zum Schutz der Pipelines angeheuerte Privatarmee ihrer Aufgabe nicht gewachsen
sei; neue Verwicklungen in der Finanzkrise des russischen Ölgiganten Yukos; ein
Streik der Ölarbeiter in Nigeria; politische Unsicherheit in Venezuela; eine Erklärung
des Generalsekretärs der Organisation der Erdöl exportierenden Länder Opec, er sähe
in seinen Mitgliedsländern keine Möglichkeiten zur Ausweitung der Förderung.
Saudi-Arabiens Ölminister widerspricht. Sein Land wolle jeden Tag 1,3 Millionen
Barrel mehr fördern, sichert er zu. Das sollte den Preisdruck stoppen. Die Notierungen
geben tatsächlich nach, aber nur für kurze Zeit. Schon wiegen neue Hiobsbotschaften
schwerer. Ein sich im Golf von Mexiko zusammenbrauender tropischer Sturm, ein Brand
in einer amerikanischen Raffinerie. Vor allem aber der drohende Kollaps der öffentlichen
Stromversorgung Chinas, das Deutschland als drittgrößten Ölimporteur der Welt überholt
hat. Immer mehr Haushalte versorgen sich mit Dieselgeneratoren. Wo soll all der
Sprit für die Chinesen herkommen?
Noch wird das kapitalistische Spektakel wie auf einer Bühne aufgeführt, die Londoner
Makler und Händler fuchteln mit den Armen, schreien sich heiser und machen dabei
kryptische Handzeichen. Aber geplant ist bereits, die Londoner Börse auf elektronischen
Handel umzustellen. Sie gehört der Tochterfirma einer im amerikanischen Bundesstaat
Delaware registrierten Intercontinental Exchange Inc., als deren größte Anteilseigner
die BP und die Geschäftsbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley eingetragen sind.
In dem Zeitraum von seinem Einkauf als virtuelles Handelsgut ist der Wert unseres
damals noch in der Erdtiefe ruhenden Liters von 16 auf 22 Cent hochgeschossen. Die
Financial Times sieht für ihn einen Preis von 25 Cent zum Jahresende voraus,
also einen Barrelpreis von 50 Dollar. Die Kuwait Times zitiert einen Marktanalytiker,
der meint, die kritische Schwelle könne schon in den nächsten Wochen überschritten
werden. Mit allem, was das für die Verbraucherländer bedeutet. Pleiten, Einbruch
der Aktienmärkte, Rezession.
Angesichts solcher Nachrichten wird schnell vergessen, dass erst vor drei Jahren
alle Welt über den scheinbar unaufhaltsamen Kollaps der Ölpreise jammerte. Im November
2001 kostete der Liter Rohöl an der Börse in London 10 Cent. 1997 waren es weniger
als 6 Cent. Die als Kartell gegründete Opec war damals so hilflos, wie sie es auch
heute ist: Damals drosselten die Mitgliedsstaaten, die 40 Prozent des weltweit verbrauchten
Öls liefern und die auf knapp 80 Prozent aller nachgewiesenen Reserven sitzen, die
Produktion. Ohne Erfolg. Jetzt fördern sie mit ebenso wenig Effekt 16,5 Prozent
mehr als ihre selbst auferlegten Quoten. Der Ölpreis bewegt sich unabhängig von
dem, was die Opec tut. Der wahre Grund für die Preisschwankungen liege darin, meint
ein Kolumnist der New York Times, dass die mit Öl zusammenhängende Infrastruktur,
Transport und Verarbeitung also, zu unflexibel sei, um den Finten der Märkte zu
folgen. Öl gibt es gegenwärtig im Überfluss, auch wenn man Lomonossows konventionelle
Theorie des »endlichen Öls« zur Grundlage nimmt. Zwar machen meistens pessimistische
Vorhersagen die Schlagzeilen. Selbst die Ölmultis trauen ihrer Zukunft nicht: BP
veröffentlichte in den siebziger Jahren eine Analyse, die davon ausging, dass die
weltweite Förderung 1985 ihren Höhepunkt überschreiten würde. Shell setzte auf das
Jahr 1999.
Tatsächlich aber sind die nachgewiesenen Reserven heute fast doppelt so hoch wie
damals, trotz einer jährlichen Zunahme der Förderung um 1,5 bis 2 Prozent. Das jedenfalls
ergab eine Aufstellung der englischen Universtät Plymouth, wonach der Bestand der
Reserven seit 1945 kontinuierlich schneller wuchs als der Verbrauch. Manche Fachleute
glauben, das Ölzeitalter werde lange vor einem Versiegen der Quellen zu Ende gehen,
wie das Kohlezeitalter lange vor einer Erschöpfung der Reserven zu Ende ging. Andere
bevorzugen das Krisenszenario.
Eins ist jedoch unbestritten: Der Ölhahn lässt sich nicht, wie so oft gefordert,
einfach »aufdrehen«. Fachleute sprechen von Reservoir-Development, das heißt jedes
Ölvorkommen muss bei der Nutzung über Jahrzehnte behutsam entwickelt werden. Sonst
wird das sensible Gleichgewichtsverhältnis von Öl, Gas und Wasser dauerhaft zerstört.
Dazu kommen die anderen Engpässe, die es auf dem Weg von der Quelle bis zur Tankstelle
zu überwinden gilt. Der Durchmesser der Pipelines beschränkt den Ölfluss; die Ladekapazitäten
sind beschränkt – und dann ist da noch der Sueskanal.
Tag 15. Voll beladen kommt die Al Salheia nicht durch
den viel zu flachen, 135 Jahre alten Schifffahrtsweg, der nur einspurig mal in die
eine, mal in die andere Richtung zu benutzen ist. Vor der Einfahrt wird ein Großteil
der Fracht gelöscht und durch eine Rohrleitung auf die Mittelmeerseite gepumpt.
In Port Said kommt die Ladung zurück an Bord. Ob es wirklich dasselbe Öl ist, da
ist sich Kapitän Masoud Ali nie ganz sicher. Hauptsache, es hat die gleichen Eigenschaften:
spezifisches Gewicht, Schwefel- wie Wassergehalt. Hauptsache, es fehlen nicht 400
Tonnen, was auch schon vorgekommen ist. Hauptsache die Ladepapiere sind in Ordnung.
Kapitän Ali ist ein würdevoller Herr, dessen natürlicher Autorität sich jeder beugt.
Er spricht von dem komplizierten Beziehungsgeflecht von Händlern, Mittelsmännern
und Maklern und der Schlüsselrolle, die sie in der Bewegung des Liters Öl von A
nach B spielen. So viel ist schnell klar. Die umständliche Passage durch den Sueskanal
kommt trotz der einmaligen Gebühr von 305.000 Dollar pro Durchfahrt billiger als
eine monatelange Reise um die Südspitze von Afrika. Während Wirtschaftsflauten,
wenn Schiffstreibstoff billig, die Nachfrage nach Öl flau und Chartergebühren niedrig
sind, ist das manchmal umgekehrt.
Doch derzeit kostet die Charter eines solchen Schiffes wie der Al Salheia
180.00 bis 23.000 Dollar am Tag. Die Reeder, in unserem Fall die Kuwait Oiltanker
Company, verdienen prächtig, weil ihre Kosten nur zwischen täglich 11.000 bis 14.000
Dollar liegen. Für die Reise nach Rotterdam verlangen sie rund eine halbe Million
Dollar. Der Charterer muss neben der Kanalgebühr den Treibstoff, etwa 315.000 Dollar,
und später noch 130.000 Dollar Hafengebühr in Rotterdam bezahlen. Mit dem Transport
addieren sich 1,25 Millionen Dollar, etwas über eine Million Euro, zu den Kosten
der Ladung. Für unseren Liter schlägt die große Zahl mit gerade 0,3 Cent zu Buche.
Der legt sein kommerzielles Fett anderswo an.
Tag 30. Die Al Salheia macht nach 25-tägiger Reise zum
festgelegten Zeitpunkt am Maasvlakte Olie Terminal in Rotterdam fest. Die kolossale
Anlage an der Ausfahrt des 35 Kilometer langen Hafens ist ein Gemeinschaftsunternehmen
von BP, ExxonMobil, Kuwait Petroleum, Shell, Total und Vopak, letztere eine holländische
Reederei. Alles ist auf Masse und Größe ausgerichtet. Zwei Anleger für Supertanker.
36Tanks, jeder so hoch wie ein siebenstöckiges Haus mit einem Durchmesser von 85
Metern. Über vier Millionen Kubikmeter passen in alle zusammen hinein, mehr als
das Ladevermögen der gesamten Tankerflotte Kuwaits. In 36 Stunden wird das Schiff
leer gepumpt.
Hafenmeister Leo Koet, ein kerniger Holländer und ehemaliger Tankerkapitän, sagt:
»Schwarz ist schwarz, Öl ist Öl.« Damit deutet er an, dass in den Tanks das Öl nach
Herzenslust zwischen den Firmen ausgetauscht und oft auch vermischt wird. Er lässt
bei der Entladung drei Proben ziehen, die er, in Flaschen abgefüllt, säuberlich
sortiert und etikettiert, in einem dunklen Nebengebäude wie in einem Weinkeller
aufbewahrt. Als flüssige Belege, dass, solange er zuständig ist, alles mit rechten
Dingen zuging.
Tag 32. Unser Liter verschwindet ordnungsgemäß in der Rotterdam-Rhein-Pipeline
(RRP), um in vier Tagen nach Wesseling bei Köln zu kommen. Rotterdam hängt fast
wie ein arabisches Sultanat am Öltropf. Ein Drittel der Hafeneinnahmen fließt in
den Etat der Stadt. Den Unterlauf der Maas säumt ein Konglomerat von Raffinerien
und Tanklagern. Diese Tanklager sind der Ausgangspunkt eines internationalen Rohrnetzes.
In Deutschland reicht es bis nach Hamburg und Ludwigshafen (Ostdeutschland wird
aus dem russischen Samava versorgt, Süddeutschland aus Triest und dem französischen
Lavéra).
Auch das Ölrohr nach Wesseling gehört einem Konsortium von Multis, in diesem Falle
Shell, BP und Texaco. Der Pipelinetransport kostet drei bis vier Euro pro Tonne.
Ebenfalls eine kaum merkliche Größe in unserem Liter, weitere drei Zehntel hinter
dem Komma, die seinen Wert aufgerundet auf 17 Cent springen lassen. Er treibt im
Spaziergängertempo unter holländischen Wiesen und der norddeutschen Tiefebene rheinwärts.
Der Transport auf einem Rheintanker würde nicht viel mehr kosten, einen halben Cent
für den Liter. In einem Eisenbahnkesselwagen wären es neun, in einem Straßentankwagen
30-mal so viel wie in dem unterirdischen Rohr. Pipelines sind die Arterien der Energieversorgung
der Republik. Nicht nur Öl wird in ihnen transportiert, auch Flüssiggas, Benzin
und andere Ölprodukte. Aus der Zeit des Kalten Krieges gibt es ein eigenes, weit
verästeltes Rohrleitungsnetz der Nato, das mittlerweile auch zivil genutzt wird.
Sichtbar wird das unterirdische Geflecht nur an wenigen Stellen, an Pumpstationen
und Abzweigungen zum Beispiel.
Die Bundesrepublik hängt heute zu 97 Prozent von Importen ab. Doch ein Drittel kommt
mittlerweile aus der Nordsee, 40 Prozent aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.
Mitglieder der Opec lieferten 2003 nur 20 von insgesamt 106 Millionen eingeführten
Tonnen. Der Anteil des Nahen Ostens ging von 83 Prozent 1950 auf 9,6 Prozent zurück.
Für den Notfall wird Öl auf Vorrat gehalten, ein Viertel des Jahresverbrauchs, das
ist gesetzlich vorgeschrieben. Ein Großteil ist unterirdisch in Salzstöcken bei
Wilhelmshaven, Bremen, Hamburg und Heide eingelagert. Alle Ölfirmen müssen sich
daran beteiligen. Der am Hamburger Jungfernstieg ansässige »Erdölbevorratungsverband«
treibt zur Finanzierung eine Zwangsabgabe ein, die sich mit 0,005 Cent beim Preis
jedes, also auch unseres Liters Öl niederschlägt.
Tag 36. Ankunft in Wesseling, heute eine trostlose Trabantenstadt.
Auf dem Raffineriegelände, unter den Nazis eine Braunkohleverflüssigungsanlage für
Wehrmachtsbenzin, erinnern nur noch einige Bunker an die braune Vergangenheit. In
der Raffinerie und dem nördlich von Wesseling gelegenen Schwesterwerk Godorf destilliert
Shell jährlich 16 Millionen Tonnen Rohöl, ein knappes Sechstel des deutschen Gesamtverbrauchs.
Das zwei Quadratkilometer große Gelände reicht von der A555 bis ans Rheinufer. Es
erweckt den Eindruck einer gewissen Verwahrlosung. Nur gelegentlich radeln behelmte
Arbeiter durch fast verkehrslose Werkstraßen. Überall sprießt Unkraut. Viele Rohre
und Kessel sind rostig.
Der Betrieb ist so hoch automatisiert, dass 48Arbeiter die Kernfunktionen der acht
Produktionsanlagen steuern können, gerade drei Mann mehr, als in der Betriebsfeuerwehr
beschäftigt sind. Sie sitzen vor bunten Bildschirmen, beobachten, was in den Kesseln
und Rohrleitungen vor sich geht, und betätigen elektronisch gesteuerte Klappen und
Ventile. Die Raffinerie scheffelt zurzeit Geld wie nie zuvor. In einem Monat verdient
sie so viel wie im ganzen letzten Jahr. Die Preise für ihre Erzeugnisse sind noch
schneller gestiegen als der Rohölpreis. Die USA und China, beides Länder, die nicht
über genug Raffinerie-Kapazitäten verfügen, um ihren Bedarf zu decken, kaufen, was
sie können.
Vom Öl sieht man keine Spur. Unser Liter ist irgendwo in den Destillationskolonnen,
Hydrocrackern, Entschwefelungs- und Olefinanlagen verschwunden. Das »wilde Gemisch
aus verschiedenen Stoffen«, wie einer der in Backsteinbaracken untergebrachten Manager
es nennt, wird in für einen Laien ziemlich rätselhaften Prozessen in Flüssiggas,
Gasöl, Mittelöl und Schweröl verwandelt. Aus Gasöl und den Mitteldestillaten entstehen
Treibstoff, Heizöl und Flugbenzin. Das dauert nicht länger als einige Minuten. Ruck,
zuck entsteht aus dem Öl das Benzin. Andere Bestandteile werden in »kostbare Verkaufsprodukte«
wie Naphta, Benzol und Propylen verwandelt.
Und wieder ereignet sich ein Wunder. An einer Shell-Tankstelle vor dem Firmentor
kostet unser Liter aus Burgan als Benzin 112 Cent. Er hat fast einen Euro, genau
95 Cent, angesetzt und seinen Wert mehr als versechsfacht. Shell zufolge ist das
nicht die Schuld des Unternehmens: Diesmal schlage vor allem die Bundesregierung
zu. Zwar nicht so heftig wie der Staat Kuwait, aber immerhin. Steuern machen 75
Prozent des Benzinpreises aus. Sechs Prozent zahlt der Endverbraucher für Transport,
Vertrieb und Kapitalverzinsung. Ganze 19 Prozent spiegeln den Produktpreis wider.
Nach dieser Kalkulation bleiben bei der Shell 4,24 Cent pro Liter hängen. Der Liter
hat in der Raffinerie knapp 20 Prozent Wert zugesetzt.
Alle zwei Minuten rollt ein Tankwagen aus Tor9 der Wesselinger Raffinerie. Auf den
meisten Lastern steht nicht Shell, sondern Aral, Jet Conoco oder Esso. Das Benzin
ist überall das Gleiche. Die Mineralölfirmen nehmen es sich gegenseitig ab. Austausch
nennen sie das. In Bayern gibt es an so gut wie jeder Zapfsäule Esso-Benzin aus
Ingolstadt. Im Einzugsbereich von Wesseling verkauft jede Tankstelle Shell, ganz
gleich, in welchen Firmenfarben sie angepinselt ist. Was ja auch vernünftig ist.
Das verringert die Transportkosten.
Nur ein Drittel unseres kuwaitischen Liters wird als Benzin oder Diesel Autos, Lastwagen
und Busse antreiben. Dieses Drittel treibt beispielsweise einen C-Klasse-Mercedes
Diesel mit 220 Kubikmeter Hubraum, die sparsamste Limousine aus Stuttgart, sechs
Kilometer weit voran. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde ist
es in drei Minuten verblasen.
Das zweite Drittel unseres Liters wird in der Industrie verfeuert, oft auch zum
Betrieb werkinterner Kraftwerke. Eigentlich eignet sich Öl dazu nicht besonders.
In der Gesamtstromerzeugung spielt es deshalb eine untergeordnete Rolle. In der
Hauptsache hält es Räder am Laufen, Schwungräder in Stahlwerken zum Beispiel und
Traktorenräder auf dem ökologischen Bauernhof. Jetzt, da der Herbst naht, bestellen
Privatleute Heizöl für den Winter. Sie kaufen 18,5 Prozent unseres Liters ein. Sechs
Prozent gehen als Kerosin an Fluggesellschaften oder werden als Nebenprodukte wie
Kohlendioxid oder Schwefel aus der Raffinerie abtransportiert.
Die Ölfirmen versuchen mit an die Emotionen appellierenden Mitteln, den Preis des
Endprodukts zu puschen. Vor einer Shell- Tankstelle flattern Fahnen, die einen neuen
»V-Power«-Diesel anpreisen. Der kostet satte 35 Cent mehr als Normaldiesel. Die
Marketingleute wollen mit dem teuren Saft »einen anspruchsvollen Nischenmarkt bedienen«.
In der Wesselinger Tankstelle steht eine Verkäuferin mit Shell- und Ferrari-Emblem
auf dem T-Shirt an der Kasse. Auf die Frage, ob der besonders teure Sprit viel gekauft
werde, antwortet sie zögernd: »Ja, doch, schon.« Ob der wirklich besser sei? Sie
gibt kryptisch zurück: »Das muss jeder selber wissen. Die einen glauben, ihr Wagen
läuft ruhiger, andere, dass sie mehr aus ihren Motoren herausholen können, wieder
andere, er optimiere den Verbrauch.« – Es ist also hauptsächlich Einbildung? – »Deshalb
sage ich ja, jeder muss es selber wissen.«
Tag 37. Im Büro des Werkleiters Jürgen Kerth im petrochemischen
Unternehmen Basell begegnen wir dem Liter Öl aus Burgan zum letzten Mal in sichtbarer,
wenn auch kaum mehr wiedererkennbarer Form. Er ist jetzt weiß wie Schnee, riecht
nach nichts und hat die Form kleiner Kügelchen. »Ein reines Naturprodukt«, schwärmt
Kerth. »Da ist nichts als Kohlenstoff und Wasserstoff drin.«
Der Chemiker sieht saubere Molekülketten, die unter Markennamen wie Lupolen, Moplen
und Hostalen in den Handel kommen. Der Besucher verliert die Orientierung in einer
schier endlosen, von unsichtbarer Hand gesteuerten Fabrikanlage, 610 Kilometer Rohrleitungen,
22 Kilometer Straßen, 12 Kilometer Eisenbahnschienen. 1,76 Millionen Tonnen im Jahr,
die aus monumentalen Silotürmen in eine nicht abreißende Kolonne Lastwagen rieseln.
Basell ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Shell und der BASF. Weil Raffinerieprodukte
jetzt so teuer sind, macht das Werk Verluste. Man fragt sich natürlich, warum die
Shell-Raffinerie ihrer verschwisterten Petrochemie nicht mit Preisnachlässen unter
die Arme greift. Aber so läuft das nicht im Geschäftsleben. Die Raffineriegewinne
gehen voll auf die Firmenbilanz. Die Verluste in der Petrochemie teilt der Ölmulti
sich mit der BASF.
Geht man auf dem Marktplatz von Wesseling spazieren und sieht sich um, was aus den
weißen Kügelchen geworden ist, wird man allenthalben fündig. Im Musikladen sind
es die CDs, im Brillenstudio die Brillen. Der Metzger Osenau, ein traditionsbewusster
Handwerker, presst seine Spitzenleberwurst zwar in Naturdarm. Aber die Bierwurst
steckt in Kunstdarm, und der, sagt er, »ist aus Plastik, und das ist aus Erdöl gemacht«.
Der Obst- und Gemüsemarkt bietet im Sonderangebot eine Reihe von Ölprodukten an.
Gerolsteiner Wasser, deutschen Gouda und Hühnchenschenkel. Das Hühnchen wurde mit
Futter gemästet, das ohne Kunstdünger so preiswert nicht hergestellt werden könnte.
Der Käse ist in aus Öl gewonnenem Wachs eingeschlagen. Kohlendioxid für den »quelleigenen«
Sprudel im Gerolsteiner Wasser wurde aus der Raffinerie Wesseling geliefert.
Auf die Frage, wie viel Öl er verkaufe, holt der Apotheker Josef Rau erst einmal
eine Flasche Benzin und einen Topf Vaselin aus dem Regal. Aus Öl gewonnene Lippensalbe
habe er seiner Kundschaft schon »ausgetrieben«, sagt er. Die schade mehr, als dass
sie helfe. Dann setzt sich Rau an seinen Computer und stellt fest, dass seine Apotheke
eine Art Tankstelle ist.
Im Computer kann er die Zusammensetzung von 330.000 Medikamenten abrufen. Jedes
Medikament besteht aus den Wirkstoffen und zahlreichen Hilfsstoffen, die entweder
die Rieselfähigkeit im Herstellungsprozess, die Haltbarkeit, die Dosiergenauigkeit
oder die zeitlich und lokal erwünschte Lösung der Tablette im Körper sicherstellen.
Bei der Durchsicht der Hilfsstoffe stellt Rau immer wieder fest: »Das ist mit Sicherheit
Öl, das ist wahrscheinlich aus Öl und das vermutlich auch.« Er findet gerade zwei
Mittel, die mit Sicherheit keine Spur unseres Liters aus der Burganquelle 473 in
Kuwait enthalten: Aspirin und Togal.
(c) DIE ZEIT 26.08.2004 Nr.36 36/2004