Teuerste Heizölwoche des Winters geht zu Ende - Wer spekuliert braucht langen Atem

17.02.12 • 10:32 Uhr • HeizOel24 News

Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich stagnieren vor dem Wochenende auf dem erreichten Jahreshoch. Zwar konnte sich der Euro festigen und notiert nun wieder deutlich über der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 US-Dollar, die Gasölpreise (Börsenwert für Heizöl und Diesel) stiegen allerdings in gleichem Maße mit, so dass die Importpreise unter dem Strich gleich bleiben. Besonders kräftig stiegen gestern die Rohölpreise für das europäische Nordseeöl (Brent Crude), das erstmals seit Juni vergangenen Jahres wieder über 120 Dollar je Barrel notiert. Leichtes US-Öl (WTI) ist im Preis ebenfalls gestiegen, bleibt aber im Bereich von 103 Dollar je Barrel stecken und kostet sogar etwas weniger als zu Jahresbeginn. Brent Crude Öl notiert über 6 % höher als Anfang Januar. Hier zeigt sich neuerlich die Nähe Europas zum Iran. Auch die zurückliegende Kältewelle spielt natürlich eine Rolle bei der Preisbildung.

Heizölkunden haben weiterhin keine realistische Chance beim Einkauf zu sparen. Öl bestellt aktuell nur der, der muss. Die Nachfrage im Inland ist nach dem recht abrupten Ende der Kältewelle spürbar zurückgegangen. Der Blick auf die Umsatzzahlen verdeutlicht allerdings: Unter Zugzwang stehen immer noch einige. Drei Grad plus mögen einem angesichts der zurückliegenden minus zwanzig Grad zwar frühlingshaft mild vorkommen, eine Möglichkeit, die Heizung abzuschalten bieten sie aber noch lange nicht. Wir befinden uns mitten in der Heizperiode.

In Sachen Markteinschätzung gehen wir weiter davon aus, dass eine Spekulation auf sinkende Heizölpreise bei weitem nicht aussichtslos ist. Wer sich dazu entschließt, benötigt aber einen langen Atem. Die aktuelle Börsensituation ist und bleibt unübersichtlich. Setzt der Aktienmarkt nach einer möglichen Griechenlandrettung – Montag soll es nun endlich eine Entscheidung zur Freigabe des Hilfspakets geben – zu einem Kurssprung an, der auch den Ölsektor mit nach oben zieht? Verpufft die Rettungsaktion ohne Wirkung, oder gibt es doch noch ein desaströses Ende? Dies käme Heizölkunden dann teuer zu stehen, wenn der Euro abstürzt und die Ölpreise hoch bleiben. Ein konstantes Wirtschafts- und Nachfragewachstum allein würde wohl einen weitgehend linearen Anstieg der Ölpreise nach sich ziehen, wie wir ihn in den letzten dreieihalb Jahren gesehen haben. Als Auslöser für einen Kurssprung beim Öl kommt nach wie vor ein Irankrieg in Frage.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 120,40 $, Gasöl ca. 1.008 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,315 (deutlich fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

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