Ölpreis rauf, Euro runter - keine gute Mischung für die Heizölpreise

16.02.12 • 09:53 Uhr • HeizOel24 News

Deutliche Kursabschläge beim Euro lassen die Inlandspreise für Heizöl weiter steigen. Verbraucher in Deutschland und Österreich müssen mit höheren Heizölpreisen in Größenordnung von 0,7 Cent je Liter rechnen. Am Morgen war ein Euro kurzzeitig für unter 1,30 US-Dollar zu haben. Gewinnmitnahmen und die nicht enden wollenden Verhandlungen zur Griechenlandrettung drücken auf die Gemeinschaftswährung.

Der Ölpreis selbst erlebte gestern ein auf und ab im Spannungsfeld widersprüchlicher Impulse. Über weite Strecken war der Handel am Ölmarkt von Konjunktursorgen geprägt. Es mehren sich die Anzeichen, dass die Börsenparty der ersten sechs Wochen des Jahres 2012 zu Ende zu gehen droht. Besonders der Aktienmarkt konnte mit Zuwächsen von rund 15 % beim DAX stark zulegen. Eine baldige Konsolidierung käme nicht überraschend. Am Mittag sorgte der Iran für sprunghaft steigende Ölnotierungen, nachdem ein dortiger Fernsehsender über einen Lieferstopp in die EU berichtete. Offizielle Dementis beider Seiten sorgten dann aber rasch für ein Abbröckeln der Preisspitze. Die DOE-Bestandszahlen am späten Nachmittag waren insgesamt neutral bis leicht bullish zu bewerten und sorgten kaum für Kursausschläge.

Im Einzelnen fielen die gestern gemeldeten Lagerbestandsveränderungen nach DOE-Version (Department of Energy) wie folgt aus:

  • Rohöl: geringer Abbau (- 0,2 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): deutlicher Abbau (- 2,9 Mio Barrel)
  • Benzin: geringer Aufbau (+ 0,4 Mio Barrel)

Die Gasölpreise (Börsenwert für Heizöl und Diesel) sind gestern im Zuge der Iran-Meldung über die 1.000-Dollar-Marke gesprungen. Auch die schwache Entwicklung der Gasölbestände in den USA trug nicht dazu bei, den Kurs unter die psychologische Schwelle zu drücken. Erst heute Morgen zeichnet sich eine Rückwärtsbewegung ab. Der Gasölpreis beträgt um 9:30 Uhr exakt 1.000 Dollar je Tonne.

Bei der Ölpreisbildung am Weltmarkt wird in den nächsten Tagen viel davon abhängen, ob die Aktienmärkte in eine Konsolidierungsphase mit sinkenden Kursen abgleiten oder ob die Rallye weitergeht und die Rohstoffpreise mit nach oben zieht. Genauso spannend zu beobachten wird es sein, wie sich das Euro/Dollar-Verhältnis entwickelt. Die Lösung der Griechenlandfrage tritt endgültig in die heiße Phase ein. Bis zum Rückzahlungstermin der vielzitierten Staatsanleihe im März bleibt nur noch gut ein Monat. Ohne frisches Geld fehlen Griechenland am 20. März 14 Mrd. Euro und es droht der Staatsbankrott. Weder zum Schuldenschnitt, noch zum EU-Hilfspaket gibt es bisher eine Einigung. Die Spannungen im Irankonflikt wirken bereits jetzt preissteigernd auf den Ölmarkt. Je nach Verlauf kann sich die Wirkung noch deutlich verstärken bzw. leicht abschwächen.

Im Inland kann man von einem normalen Geschäft sprechen. Die Zahl der Auftragseingänge beiden Heizölhändlern bewegt sich auf dem für die Jahreszeit üblichen Niveau.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 118,40 $, Gasöl ca. 1.000 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,70 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,300 (deutlich leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die Heizölpreise markieren heute erneut ein neues Jahreshoch. Der schwache Euro und die Spannungen im Iran ziehen die Börsenpreise nach oben. Im Inland wirkt die Kältewelle nach. Bessere Zeiten für Verbraucher sind lediglich in Bezug auf die Lieferfristen absehbar. Die Preisentwicklung ist sehr ungewiss. www.heizoel24.de -16.02.2012
 

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