Spitze am Heizölmarkt überschritten - Zahl der Neubestellungen rückläufig

09.02.12 • 10:39 Uhr • HeizOel24 News

Die Heizölpreise werden heute kaum verändert erwartet. Der Gasölpreis (Börsenwert für Heizöl und Diesel) ringt auch am Donnerstag mit der 1000-Dollar-Marke, ohne diese bisher zu überschreiten. Bis zum nachhaltigen Überschreiten der psychologischen Widerstandsmarke kann diese als obere Begrenzung der Aufwärtsambitionen gehen werden. Aktuell werden in London 999 Dollar je Tonne Gasöl bezahlt, wobei die Notierungen in den letzten Tagen verstärkt von der Kältewelle in Europa nach oben getrieben wurden. Die Nachfrage nach Heizöl und Diesel ist europaweit gestiegen, da es nicht nur in Deutschland Österreich und der Schweiz sehr kalt war. In den USA befindet sich der Ölmarkt dagegen in einer gemäßigten Handelsphase ohne große Angebots- oder Nachfrageüberhänge. Dieses Bild bestätigten auch die gestrigen Bestandsdaten des DOE.

Im Einzelnen fielen die gestern gemeldeten Lagerbestandsveränderungen nach DOE-Version (Department of Energy) wie folgt aus:

  • Rohöl: geringer Aufbau (+ 0,3 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): leichter Aufbau (+ 1,2 Mio Barrel)
  • Benzin: leichter Aufbau (+1,6 Mio Barrel)

Deutlich abgemildert werden die steigenden Gasölnotierungen durch einen ebenfalls steigenden Euro-Kurs. Die nahende Lösung der Griechenlandfrage gibt der Gemeinschaftswährung weiter Rückenwind und treibt sie mit aktuell 1,33 US-Dollar für einen Euro auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember. Die Importpreise für Öl sinken dadurch trotz steigender Ölnotierungen leicht.

Nach dem Ansturm der letzten Woche war im Inland gestern erstmals ein deutlicher Rückgang der Heizölnachfrage zu spüren. Etwas mildere Witterung, die mittelfristigen Aussichten auf Frühling und die hohen Zuschläge für kurzfristige Heizöllieferungen haben viele Verbraucher von neuen Bestellungen abgehalten. Das aktuelle Preisniveau taugt nicht für Vorratskäufe und wer handeln musste hat dies bereits mit dem Hereinbrechen der Kältewelle getan. Sollte sich in den nächsten Tagen eine weitere Milderung abzeichnen wird das Bestellaufkommen vermutlich weiter zurückgehen. Die Warenverfügbarkeit im Großhandel wird sich dann verbessern. Bis sich das Preisgefüge normalisiert kann es aber noch einige Zeit dauern. Besonders im östlichen Teil von Deutschland sind Transportmöglichkeiten auf den Binnenwasserstraßen kaum noch gegeben. Neben Elbe, Oder und zahlreichen Kanälen ist nun auch die Donau für den Schiffsverkehr gesperrt. Eine neue Kältewelle, bzw. die Aussichten auf einen winterlichen März, könnte dagegen den nächsten Schwung Verbraucher in Zugzwang bringen. Allgemein sind die gehaltenen Heizölbestände in den Verbrauchertanks in diesem Winter sehr knapp bemessen. Das Preisgefüge eröffnete im gesamten Jahr 2011 kaum Möglichkeiten, Heizöl auf Vorrat zu tanken.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 117,50 $, Gasöl ca. 999 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,10 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,330 (etwas fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Das Bestellaufkommen ist erstmals seit zwei Wochen rückläufig. Die Heizölpreise und Lieferfristen für Heizöl könnten sich bis Anfang März normalisieren. Eine neue Kältewelle könnte die Situation dagegen erneut verschärfen. Vorratskäufe sind derzeit nicht anzuraten. Kunden sollten aber aufgrund der verlängerten Lieferfristen rechtzeitig 500 bis 1000 Liter Heizöl nachbestellen, wenn der Tankinhalt nicht bis zum Ende des Winters reicht. www.heizoel24.de - 09.02.2012
 

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