Heizölpreis steigt drastisch: Kältewelle, Iran und Euroschwäche

06.02.12 • 11:11 Uhr • HeizOel24 News

Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich steigen am Montagmorgen kräftig! Die Gemengelage könnte ungünstiger kaum sein: Steigende Ölpreise am Weltmarkt, ein Schwächeanfall des Euros und stark steigende Prämien im Inland treffen aufeinander. Bereits seit Freitagnachmittag treiben neue Sorgen über eine Eskalation des Atomstreits mit dem Iran den Ölpreis nach oben. Israel könnte die Nerven verlieren und zu einem Präventivschlag ausholen. In Sachen Euro nehmen die Verhandlungen zur Griechenlandrettung kein Ende. Die wachsende Unsicherheit drückt die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar um über 1 % nach unten. Im Inland ist der strenge Dauerfrost das preistreibende Thema. Besonders in Deutschland trifft eine ungebrochen hohe Nachfrage auf zunehmende Schwierigkeiten bei der Nachversorgung der Großtanklager.

Verbreitet herrschten in der letzten Nacht Temperaturen von - 20 °C und darunter. Die Logistik wird dadurch erheblich erschwert, wobei nahezu alle Transportwege betroffen sind. Auf der Schiene können Weichen einfrieren, auf dem Wasser behindert Eis den Verkehr. Am besten läuft noch der Straßentransport, doch dieser taugt kaum dazu, die benötigten Mengen zur Nachversorgung der Großtanklager zu bewegen. Wirklich ausfallsicher sind derzeit nur pipelineversorgte Standorte - und das sind wenige. Auch die Ware selbst ist nicht uneingeschränkt kälteresistent. Bei Minusgraden ist Heizöl zunehmend nicht mehr fließfähig. Das Abpumpen wird erschwert und ist bei zweistelligen Minusgraden gar nicht mehr möglich. Wohlbemerkt geht es hier um die Warentemperatur und nicht um die Lufttemperatur.

Laut Wetterbericht befinden wir uns in diesen Tagen auf dem Höhepunkt der Kältewelle. Dass die Heizölversorgung ganz zusammenbricht ist unrealistisch. Heizölkunden müssen sich aber auf verlängerte Lieferfristen und Verzögerungen in der Tourenplanung einstellen. Von temporären Warenengpässen über nicht anspringende LKW bis hin zu ganz normalen Verkehrsstaus lauern einige Unwägbarkeiten in den dicht gedrängten Terminkalendern der Heizölfahrer. Schnee und glatte Straßen sind zum Glück kein Thema.

Wer rechtzeitig bestellt und die aktuelle Stoßzeit beim Heizöl vermeiden kann fährt auf jeden Fall stressfreier und billiger. Bereits in 14 Tagen sollten die Großkampftage des Heizölhandels vorbei sein. Wo es eng wird mit dem Heizölvorrat, sollte aber auf keinen Fall spekuliert werden, dass der Tankinhalt bis zum Frühling reicht. Da es nur langsam wärmer werden soll ist noch den gesamten Februar mit einem erhöhten Heizölverbrauch zu rechnen. Insbesondere der Januar dieses Jahres war kein Maßstab dafür, wie hoch der Heizölbedarf an einem kalten Wintertag ist.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 113,80 $, Gasöl ca. 975 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 2,00 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,303 (deutlich leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Frostschutz nicht vergessen! Wird Heizöl im Freien oder unbeheizten Räumen gelagert, muss ein Kälteschutzadditiv zugesetzt werden, damit es unter null Grad fließfähig bleibt. Das Gleiche gilt für Diesel, sofern es sich nicht bereits um Winterdiesel handelt. www.heizoel24.de - 06.02.2012
 

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