Party am Finanzmarkt, Euro und Ölpreis feiern mit

01.12.11 • 10:40 Uhr • HeizOel24 News

Die Lage an den weltweiten Finanzmärkten ist offensichtlich ernst. Solange sie aber nicht hoffnungslos ist, gilt der Grundsatz: „Feste soll man feiern, wie sie fallen“. Und gestern war Feiertag an den Börsen. Die Einladung kam kurzfristig und für viele überraschend in Form eines Geldregens wichtiger Zentralbanken. Die Zentralbanken Europas (EZB), Großbritanniens, der Schweiz, der USA, Kanadas und Japans fluteten den Markt mit Geld. Billigere Zinsen sollen die Liquidität im Interbankenmarkt sichern und einen drohenden Kollaps wie 2008 vermeiden. Nahezu zeitgleich gab auch China eine Lockerung seiner Geldpolitik bekannt.

Ob dieser Schritt die langersehnte Stabilisierung des Finanzsystems bedeutet, darf angezweifelt werden. Die kurzfristige Wirkung war allerdings fulminant und betraf nahezu alle Sektoren der Börsenwelt: Aktienkurse, Ölpreis und Euro marschierten im Gleichschritt und haben gestern kräftig zugelegt. Aktienindizes wie DAX und Dow Jones schossen 4 bis 5 % in die Höhe. Beim Ölpreis und beim Euro waren es knapp 2 %.

Ein wenig auf den Ölpreis konnten schließlich die hohen Bestandsaufbauten in den US-Tanklagern drücken. Im Einzelnen wurden vom Department of Energy (DOE) folgende Veränderungen zur Vorwoche gemeldet:

  • Rohöl: hoher Aufbau (+ 3,9 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): sehr hoher Aufbau (+ 5,5 Mio Barrel)
  • Benzin: kaum verändert (+ 0,2 Mio Barrel)

Besonders der erfreulich hohe Aufbau bei den Mitteldestillaten (Heizöl, Diesel, Kerosin) konnte zu einer Verbesserung der zuletzt rückläufigen Bevorratung beitragen.

Heizölkunden in Deutschland und Österreich spüren durch die bereits angesprochene Parallelbewegung von Ölpreis und Euro neuerlich wenig von den Börsenkapriolen. Positiv ausgedrückt heißt das, die Heizölpreise bleiben stabil, negativ formuliert bleiben wir nahe am erreichten Jahreshoch aus dem November.

Heute Morgen herrscht auch beim DAX Katerstimmung. Die gestern übersprungene 6000-Punkte-Marke gerät in Gefahr. Beim Ölpreis und beim Euro sehen wir ebenfalls leichte Abschläge. Unter dem Strich sollte es beim Heizöl für einen leichten Preisrückgang in Größenordnung von 0,3 Cent je Liter reichen. Der Westen Deutschlands erfährt gegen den Bundestrend leichten Preisauftrieb durch knappe Warenbestände und das anhaltenden Niedrigwasser am Rhein.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 110,10 $, Gasöl ca. 962 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,346 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise seitwärts
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Fallende Heizölpreise sind aktuell leider Wunschdenken. Wer tanken muss, kann sich mit einer Teilmenge behelfen und auf günstigere Preise im Januar oder Februar spekulieren. www.heizoel24.de - 01.12.2011
 

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