Hochkonjunktur im Heizölhandel - je schneller desto teurer

08.02.12 • 10:24 Uhr • HeizOel24 News

Gute Nachrichten - die einen nahenden Rückgang der Heizölpreise zumindest theoretisch möglich machen - gibt es heute Morgen vom Weltmarkt. Der Gasölpreis (Börsenwert für Heizöl und Diesel) ist in einem ersten Anlauf auf die 1000-Dollar-Marke gescheitert. Nachdem es den Börsianern gestern nicht gelungen ist, die Notierungen über die psychologische Widerstandsmarke zu treiben, drehte der Kurs nach unten ab. Aktuell werden in London 997 Dollar je Tonne Gasöl bezahlt. Ein erneuter Anlauf ist damit allerdings jederzeit möglich. Eindeutig Freude macht dagegen ein Blick auf den Euro. Mit einem Gegenwert von 1,327 US-Dollar erklimmt die Gemeinschaftswährung den höchsten Stand seit Mitte Dezember und entlastet die Importpreise für Öl dadurch spürbar. Offenbar steht ein Durchbruch in den Verhandlungen zur Griechenlandrettung kurz bevor.

Schlechte Nachrichten - die einen nahenden Rückgang der Heizölpreise verhindern - liefert dagegen das Inland. Hierzulande gestaltet sich die Lage weiter angespannt und gibt Preisrückgängen beim Heizöl kaum eine Chance. Die Preisentwicklung hat sich teilweise vom Weltmarkt abgekoppelt. Eine Vielzahl von kurzfristigen Bestellungen steht einem kleiner werdenden Warenangebot und logistischen Schwierigkeiten gegenüber. Meldungen von ausgeflocktem Diesel in Auslieferungsfahrzeugen und zähflüssigem Heizöl in einigen Großtanklagern machen die Runde. Winterdiesel ist für Temperaturen bis max. - 22 °C ausgelegt und Heizöl ohne Kälteschutzadditiv bildet bereits deutlich früher Paraffinkristalle aus. Die Fließfähigkeit wird einschränkt und Filter und Leitungen verstopfen. Wird es wieder wärmer, verschwinden die Kristalle von selbst, ohne dass das Produkt Schaden nimmt. Einmal eingedicktes Heizöl lässt sich jedoch nicht wieder verflüssigen, solange es kalt bleibt.

Bis auf weiteres herrscht keine gute Zeit für Heizöl-Schnäppchen. Besonders teuer sind Expresslieferungen geworden. Diese und nächste Woche gibt es so gut wie keine freien Kapazitäten mehr. Sondertouren am Abend und am Wochenende müssen es richten. Auch wenn der Höhepunkt der Frostperiode überschritten sein soll, wird die Kältewelle eine Zeit lang nachwirken. Die Zahl der Neubestellungen ist nur leicht rückläufig. Täglich gehen weiterhin mehr neue Heizölorders ein, als abgearbeitet werden können. Bereits jetzt, ist bis in den März hinein mit Hochkonjunktur im Heizölhandel zu rechnen. Zu viele Kunden haben ihre Ölvorräte zu niedrig angesetzt. Der milde Januar brachte eine trügerische Sicherheit.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 116,50 $, Gasöl ca. 997 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,30 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,327 (deutlich fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Frostschutz nicht vergessen! Wird Heizöl im Freien oder unbeheizten Räumen gelagert, muss ein Kälteschutzadditiv zugesetzt werden, damit es unter null Grad fließfähig bleibt. Das Gleiche gilt für Diesel, sofern es sich nicht bereits um Winterdiesel handelt. www.heizoel24.de - 08.02.2012
 

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