Börsen im Aufschwung - Heizöl bleibt billig

Die Ölpreise an den internationalen Börsen können am Dienstagvormittag leicht zulegen und Rohöl (Brent) erklimmt ein neues Drei-Monats-Hoch bei 43,80 Dollar je Barrel. Die Inlandspreise für Heizöl zeigen sich kaum verändert und reagieren neuerlich kaum auf den Börsenanstieg, was nicht zuletzt der sehr geringen Nachfrage geschuldet ist.

Die Ölpreise am Weltmarkt schleichen sich im Sog der Börsen sukzessive nach oben. Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle sind auf dem Auge der Corona-Krise weiterhin blind und schielen auf die allgegenwärtigen Konjunkturprogramme und das massenhaft ausgeschüttete Billiggeld der Notenbanken. Der Ölpreis notiert noch ca. ein Drittel unter dem Niveau des Jahresstarts 2020, beim Dow Jones sind es knapp zehn und beim DAX gerade noch ca. fünf Prozent. Angesichts der sich weiter aufbauenden Konjunkturrisiken und Haushaltslöcher drängt sich der Eindruck einer zunehmenden Entkoppelung von Börsen und Realwirtschaft auf.

Heizöl bleibt dagegen ausgesprochen billig und kostet je nach Region und Land rund ein Drittel weniger als zum Jahresstart und gut ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Die teils stolzen Handelsmargen aus den Zeiten des Heizölruns im Frühjahr schrumpfen nahezu täglich und kompensieren den börsenseitigen Ölpreisanstieg. Die heimischen Heizölpreise bleiben dadurch auf dem Teppich und verharren in unmittelbarer Nähe des Anfang Juni markierten Langzeittiefs, das verbreitet die niedrigsten Heizölpreise seit Januar 2016 brachte. Betrachtet man den Juni separat, so war Heizöl seit 15 Jahren nicht günstiger. Auf den ersten Blick überhaupt nicht dazu passend entwickelt sich die Nachfrage, die normalerweise stets ansteigt, sobald die Heizölpreise fallen. Aktuell fällt sie um fast zwei Drittel zum Vormonat und ca. 50% gegenüber dem Vorjahresmonat. Hier gilt: 2020 bleibt ein Jahr der Sondereffekte. Nachdem im Frühjahr parallel zum Ölpreiscrash an den Börsen der große Heizölrun im Inland einsetzte, ehe sich der Preisrutsch hier durchsetzen konnte, herrscht nun eine vorübergehende Absatzflaute in Erwartung des Steuergeschenks der deutschen Bundesregierung. Kunden stellen Heizölbestellungen offenbar in großem Stil zurück, um von der angekündigten Mehrwertsteuersenkung ab 1. Juli zu profitieren. Die nächste Bestellwelle ist also vorprogrammiert und auch wenn das Steuergeschenk ein halbes Jahr lang gelten soll, sollten sich Kunden mit der Bestellung unbedingt beeilen. Denn die Lieferfristen sind nach wie vor außergewöhnlich lang und wer bis zum Jahresende nicht mehr beliefert werden kann, wird vom Beschenkten zum Bestraften. Nicht nur die angekündigte Mehrwertsteuersenkung läuft zum 31.12.2020 voraussichtlich aus, sondern zusätzlich droht am Horizont die CO2-Steuer, die den Liter Heizöl ab 1.1.2021 recht empfindlich um ca. sieben Cent je Liter verteuern soll. Ein schwacher Trost ist, dass der Kelch auch an Haushalten, die mit Gas heizen nicht vorüberzieht. Erdgas, Benzin und Diesel werden ebenfalls höher besteuert. - ok

HeizOel24-Tipp: Gemeinsam günstiger! Sommerzeit ist Sammelbestellerzeit. Prüfen Sie mit Hilfe der Preismatrix wie viel Sie bei einer Heizölbestellung gemeinsam mit den Nachbarn sparen können. HeizOel24. 22.06.2020

Börsendaten:
  Dienstag 23.06.2020 - 12:49 Uhr Schluss Vortag 22.06.2020 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
43,72 $
pro Barrel
42,99 $
pro Barrel
+1,70%
Gasöl 369,25 $
pro Tonne
363,25 $
pro Tonne
+1,65%
Euro/Dollar 1,1292 $ 1,1261 $ +0,28%
(etwas fester)
USD/CHF 0,9455 CHF 0,9472 CHF -0,18%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 23.06.2020 - 12:49 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 45,28 € 45,11 € +0,38%
Österreich 59,35 € 59,40 € -0,09%
Schweiz 69,09 CHF 69,52 CHF -0,62%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
konstant fallend
alle Angaben ohne Gewähr
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