Öl- und Heizölpreis driften auseinander

Heizöl: Das teure Paradoxon

Während Öl am Weltmarkt immer billiger wird, wird Heizöl in Deutschland, Österreich und der Schweiz nahezu täglich teurer. Das gab es in dieser Form noch nie. Die prekäre Versorgungssituation in Süddeutschland hat bestand und entfaltet eine immer größere Wechselwirkung auf andere Landesteile.

Nach einem äußerst schwachen Handelstag rutschten die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent (Nordseeöl) und WTI (West Texas Intermediate) gestern erneut um rund drei Prozent ab und auch am heutigen Freitag stehen die Notierungen weiter unter Druck. Brent ist mit aktuell 72,70 Dollar pro Barrel auf den tiefsten Stand seit Anfang August gefallen. WTI notiert bei 63,50 Dollar je Barrel, was den tiefsten Stand seit April bedeutet! Der für den Heizölpreis ausschlaggebenden Börsenwert Gasöl verbucht nach aktuellem Stand ein Wochenminus von rund 40 Dollar je Barrel und ist von 720 auf 680 Dollar je Tonne gefallen. Euro und Franken können gleichzeitig gegenüber dem US Dollar an Wert zulegen, was die Importpreise zusätzlich entlastet. Auf dem Papier – und leider nur dort - ergeben sich für Heizölkunden beinahe Schnäppchenpreise. Die Realität sieht leider anders aus Die abgebrannte Raffinerie in Vohburg und der monatelange Wassermangel am Rhein haben das Preisgefüge im Inland derart durcheinandergebracht, dass Verbraucher heute neuerlich froh sein können, wenn sich trotz der äußerst günstigen Vorgaben vom Weltmarkt überhaupt Preissenkungen bei den hiesigen Heizölpreisen durchsetzen können.

Am Rhein gibt es nach wie vor keine Entspannung, da die Nachfrage nach Frachtraum das Angebot anhaltend übersteigt und die Niederschläge der letzten Tage nicht ausreichen, um die Pegel nachhaltig zu erhöhen. Die Gründe für die teils exorbitanten Heizölpreissteigerungen im Inland haben wir an dieser Stelle in den letzten Wochen gebetsmühlenartig erläutert, so dass dem interessierten Leser hierzu die Reports der Vortage empfohlen seien.

Spannende Neuigkeiten, die den Preisrutsch beim Rohöl erklären, gibt es aktuell vom Weltmarkt. Sowohl die USA als auch die OPEC melden Produktionssteigerungen und eine Förderung auf Rekordniveau. Die globale Nachfrage sinkt gleichzeitig leicht und der Markt läuft in Richtung einer leichten Überversorgung. Die Nachricht, dass Indien und Südkorea eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der Iran-Sanktionen erhalten, komplettiert heute morgen das Bild und sorgt dafür, dass die Stimmung an der Börse kippt. Innerhalb eines Monats ist der Rohölpreis für Brent um 14% und für WTI sogar um 17% eingebrochen und dieser Trend könnte sich durchaus über das Wochenende hinaus fortsetzen. Manchmal könne Marktmechanismen tatsächlich sehr einfach sein. Heizölkunden sollten die Aussicht, dass sich der Preisrutsch über kurz oder lang auch im Inland durchsetzt, bei ihrer Einkaufsplanung berücksichtigen. - ok

HeizOel24-Tipp: Kleinmengen sind Trumpf! Angesichts der teils enormen Preisdifferenzen zwischen Weltmarkt und Inlandsmarkt sollten Heizölorders so bemessen sein, dass sie den Bedarf der kommenden drei Monate abdecken. Sobald der Logistik-Knoten platzt, ist ein Preisrutsch im Inland absehbar. Das der Heizölmarkt noch vor Weihnachten dreht, wird angesichts der Großwetterlage zunehmend unwahrscheinlich. Zudem sind die Lieferfristen lang und von der Bestellung bis zur Lieferung sollte ein zusätzlicher Puffer von vier bis sechs Wochen eingeplant werden. HeizOel24. – 02.11.2018

Börsendaten:
  Freitag 02.11.2018 - 10:36 Uhr Schluss Vortag 01.11.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
72,90 $
pro Barrel
72,75 $
pro Barrel
+0,21%
Gasöl 682,75 $
pro Tonne
685,00 $
pro Tonne
-0,33%
Euro/Dollar 1,1437 $ 1,1405 $ +0,28%
(etwas fester)
USD/CHF 0,9994 CHF 1,0022 CHF -0,28%
(etwas schwächer)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 02.11.2018 - 10:36 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 86,22 € 86,46 € -0,28%
Österreich 89,36 € 89,59 € -0,27%
Schweiz 112,12 CHF 112,33 CHF -0,19%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
fallend konstant
alle Angaben ohne Gewähr
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