Ölpreise an der Börse

Ölpreis: Nervosität an den Börsen weiter groß

Die Heizölpreise sind nach schwachen Börsenvorgaben niedriger in den Freitag gestartet. Verbraucher können mit durchschnittlich 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter weniger rechnen als am Donnerstag. Im Wochenrückblick ist das Bild zweigeteilt. Bis Dienstag steigen die Notierungen und nahmen erneut das Langzeithoch ins Visier. Seit Mittwoch geht es im Zuge der Börsenturbulenzen abwärts.

Nach einem neuerlich sehr schwachen Donnerstagshandel sind die Ölbörsen fester in den Freitag gestartet. Im Verlauf des Vormittags zeigen sich jedoch direkt wieder rückläufige Kurse und die Gewinne schmelzen. Das Krisengespenst spukt weiter an den internationalen Finanzmärkten und hat auch den Rohstoffsektor erfasst. Einzig Gold und weitere Edelmetalle konnten gestern zulegen. Rohöl hat sich im Wochenverlauf stark verbilligt und ist seit Dienstag rund fünf Prozent zurückgefallen. Brent (Nordseeöl) notiert aktuell nur noch knapp oberhalb von 80 Dollar je Barrel. Die Marke gilt als wichtige psychologische Unterstützung und wurde Ende September erstmals seit vier Jahren wieder überschritten. WTI (US-Öl) folgt Brent mit einem Abstand von ziemlich exakt zehn Dollar und versucht sich aktuell an einer Verteidigung der 70 Dollar-Marke.

Die gestern vom Department of Energy (DOE) gemeldeten Lagerbestandszahlen signalisierten eine bessere Versorgung des US-Markts mit Rohöl als zuletzt. Trotz hoher Exporte ziehen die Lagerbestände für Rohöl seit mehreren Wochen an. Die Gasölbestände (Heizöl/Diesel) liegen auf dem Niveau der Vorjahreswoche und Benzin ist deutlich mehr eingelagert als im Anfang Oktober 2017. Die amerikanischen Benzinbestände bewegen sich sogar weit oberhalb des für die Jahreszeit üblichen Niveaus. Nimmt man die US-amerikanischen Öllagerbestände – mangels vergleichbarer Statistiken – als Indikator für den globalen Ölmarkt, so zeichnet sich eine Entspannung der zuletzt knappen Versorgungslage ab. Die dürfte tendenziell auf die Ölpreise drücken.

Die Heizölpreise im Inland folgen dem Weltmarktgeschehen mit der erwarteten Verzögerung. Besonders in Deutschland liegen die Preise in vielen Landesteilen deutlich über den rechnerischen Vorgaben, die sich aus Ölpreis und Euro-Dollar-Verhältnis ergeben. Der Grund sind außergewöhnlich hohe Frachtkosten die aus dem anhaltenden Niedrigwasser auf den Binnenwasserstraßen und Raffinerieausfällen in Vohburg und Schwedt resultieren. Nennenswerter Regen ist nicht in Sicht, sodass das Niedrigwasserproblem bis in den November hinein bestehen bleiben könnte. Wann die Erdölverarbeitung in den beiden brandgeschädigten Raffinerien wieder das Ausgangsniveau erreicht, ist derzeit offen. In Vohburg dürfte es in jedem Fall nicht mehr 2018 gelingen. Nicht nur Heizölkunden in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz müssen bis auf Weiteres mit Logistik-Aufschlägen im Heizölpreis und langen Lieferzeiten rechnen. Schlimmer als aktuell dürfte es allerdings nicht mehr werden. Bleibt es bei der rückläufigen Ölpreistendenz am Weltmarkt, scheint auch beim Heizöl die Preisspitze durch zu sein und das Marktgefüge dürfte sich in Richtung Weihnachten langsam normalisieren. - ok

HeizOel24-Tipp: An den Börsen herrscht weiterhin große Nervosität, der sich auch der Ölpreis nicht entziehen kann. Kunden mit Heizölbedarf sollten den Markt engmaschig beobachten, ob die Heizölpreise ins Rutschen kommen. HeizOel24 - 12.10.2018

Börsendaten:
  Freitag 12.10.2018 - 12:37 Uhr Schluss Vortag 11.10.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
80,51 $
pro Barrel
80,36 $
pro Barrel
+0,19%
Gasöl 717,50 $
pro Tonne
738,50 $
pro Tonne
-2,84%
Euro/Dollar 1,1583 $ 1,1591 $ -0,07%
(konstant)
USD/CHF 0,9906 CHF 0,9897 CHF +0,09%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 12.10.2018 - 12:37 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 79,47 € 80,03 € -0,69%
Österreich 88,71 € 89,34 € -0,71%
Schweiz 107,22 CHF 107,75 CHF -0,50%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
fallend fallend
alle Angaben ohne Gewähr

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