Jahreshoch

Heizöl: Ist die Preisspitze durch?

Die Ölpreise an der Londoner Börse sind leichter in die neue Handelswoche gestartet und auch die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen sich ein Stück zurück. Am Montagmorgen sind zunächst Abschläge von bis zu 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter avisiert. Bereits am Nachmittag könnte sich zeigen, ob sich der Kursrutsch auswächst und Heizöl noch etwas billiger wird. Preiskritisch bleibt die hohe Inlandsnachfrage in Verbindung mit eingeschränkten Transportkapazitäten durch Niedrigwasser auf vielen Flüssen.

Was spricht für fallender Heizölpreise? Sowohl der Weltmarkt für Rohöl als auch die nationalen Märkte für Heizöl haben unlängst eine Rallye hingelegt. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl (Brent) ist binnen sechs Wochen um rund 20% gestiegen und zeigt aktuell erste Anzeichen von Höhenangst. Eine größere Abwärtskorrektur durch Gewinnmitnahmen und als charttechnische Reaktion auf den steilen Anstieg wäre keine große Überraschung. Die Öllagerbestände in den USA sind zuletzt gestiegen. Zudem hat Saudi Arabien am Wochenende in Aussicht gestellt weitere Reservekapazitäten bei der Förderung anzuzapfen. Währungsverluste und nicht zuletzt der hohe Ölpreis selbst könnten auf die Nachfrage in den Schwellenländern drücken. Speziell der riesige Öldurst Chinas hatte den Ölpreis zuletzt stetig angeheizt. Von den internationalen Börsen könnte dem Ölpreis also zumindest vorübergehend Gegenwind ins Gesicht blasen. National gesehen besteht besonders in Süddeutschland erhebliches Korrekturpotential bei den Heizölpreisen, dass diese kurzfristig gehoben wird ist jedoch unwahrscheinlich, denn die Logistiksituation bleibt angespannt.

Was spricht gegen fallende Heizölpreise? Die hohe Binnennachfrage. Neu eingehende Bestellungen treffen auf volle Auftragsbücher bei den Lieferanten. Neben den Lieferfristen (aktuell drei bis örtlich acht Wochen) hält dies auch das Preisniveau hoch. Speziell in Bayern ist die Logistikprämie durch Niedrigwasser und den Raffinerieausfall in Vohburg auf mehrere Cent je Liter angewachsen. Dass sich die Aufschläge kurzfristig abbauen ist aufgrund der hohen Nachfrage jedoch unwahrscheinlich. Weltmarktseitig wird vieles darauf ankommen, wie sich die neuen US-amerikanischen Iran-Sanktionen im November auf den Ölpreis auswirken. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass das Inkrafttreten bereits heute größtenteils eingepreist ist. Die Handelsbeschränkungen galten bereits in den letzten Wochen als Preistreiber Nummer eins.

Fazit: Die Ölpreise am Weltmarkt scheinen in dieser Woche reif für eine Korrektur. Verbraucher sollten beobachten, ob diese einsetzt und wenn ja, wie lange sie anhält. Auch optisch spricht im Chartbild einiges dafür, dass sich eine Preisspitze gebildet hat. Der deutschlandweite Durchschnittspreis ist im Begriff unter die Marke von 80 Cent je Liter Heizöl zurückzufallen, nachdem diese erstmals seit vier Jahren wieder überschritten wurde. Wunder in Sachen Ölpreis sind jedoch nicht zu erwarten und Heizöl dürfte mindestens bis Weihnachten relativ teuer bleiben. Mitverantwortlich für das aktuelle Hoch ist nicht zuletzt die anhaltend hohe Binnennachfrage. Wer auf günstigeres Heizöl spekuliert sollte sich bereits jetzt auf den Jahresstart 2019 fokussieren und sicherstellen, über ausreichend große Vorräte zu verfügen, um bis dahin zu heizen. Express- und Notdienstbestellungen gilt es aus Kostengründen auf jeden Fall zu vermeiden. - ok

HeizOel24-Tipp: Heizöl monatlich bezahlen. Mit dem Ratenkauf von HeizOel24 entscheiden Sie sich bei der Bestellung zwischen 3 bis 18 Monaten Laufzeit und zahlen Ihr Heizöl verteilt über die gesamte Heizperiode – quasi erst dann, wenn Sie es verbrauchen. HeizOel24 - 08.10.2018

Börsendaten:
  Montag 08.10.2018 - 12:19 Uhr Schluss Vortag 07.10.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
83,13 $
pro Barrel
84,11 $
pro Barrel
-1,17%
Gasöl 729,75 $
pro Tonne
735,00 $
pro Tonne
-0,71%
Euro/Dollar 1,1474 $ 1,1523 $ -0,43%
(etwas schwächer)
USD/CHF 0,9930 CHF 0,9916 CHF +0,14%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 08.10.2018 - 12:19 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 79,93 € 80,71 € -0,98%
Österreich 89,49 € 88,68 € +0,91%
Schweiz 108,40 CHF 108,83 CHF -0,40%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
fallend leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr

Heizöl: Preisschock am Rhein

weiterlesen

Heizöl: Rhein wird zum teuren Nadelöhr

weiterlesen
TKW bei der Lieferung

Heizölpreise: Das große Warten auf Regen

weiterlesen

Pressekontakt

+49 (0)30 701 712 0
Oliver Klapschus
Geschäftsführer