Heizölpreise regional höchst unterschiedlich

Börsenseitig offerierte die gestrige Ölpreisentwicklung in der Folge weiteres Abwärtspotential für die inländischen Heizölpreise. Dieses wird – wie in den letzten Tagen auch – sehr unterschiedlich angenommen. Die Regionalpreise differieren weiterhin sehr stark und sin im Süden und Westen Deutschlands deutlich höher als im Norden und Osten.

Weltmarktseitig erfuhren die Ölpreise gestern im späten Handel einen Kursrutsch. Mutmaßlicher Auslöser war die Bekanntgabe der wöchentlichen DOE-Lagerbestandsdaten aus Amerika. Diese offenbarten zwar einen Rohölabbau, aber gleichzeitig Aufbauten bei Mitteldestillaten und Benzin. Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) und Rohöl verbilligten sich in der Folge um bis zu zwei Prozent und gingen im Vergleich zum Vortag ca. 1,5% niedriger aus dem Handel. Mittelfristig dreht sich am Ölmarkt viel um die Frage, ob der preistreibende Einfluss der Iransanktionen die Oberhand gewinnt oder ob die Weltkonjunktur unter dem Einfluss neuer Strafzölle leidet und die Ölnachfrage in der Folge sinkt. Der stetig und unerwartet stark steigende Öldurst der fernöstlichen Boom-Staaten hat im laufenden Jahr dazu geführt, dass es statt des prognostizierten Überangebots einen anhaltenden Nachfrageüberhang auf dem Weltmarkt gab. Ein überraschend hohes Angebotsdefizit aus Venezuela, teilweise aus Libyen und zuletzt aus dem Iran führte außerdem dazu, dass das Ende 2017 vorhergesagte Angebotswachstum weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Während es in Berlin und Leipzig aber auch in Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt deutlich um bis zu 0,8 Cent je Liter Heizöl abwärts geht, verbucht der bayrische Raum sogar Aufschläge. Der Raffineriebrand in Vohburg von letzten Wochenende wirkt nach und lässt die Heizölpreise in Ingolstadt und München neuerlich um ca. 0,4 Cent je Liter Heizöl steigen. Im Raum Köln steigen die Heizölnotierungen im Großhandel heute leicht um 0,2 Cent je Liter und in Hamburg, Hannover und Magdeburg bleiben sie konstant. Die relative Stärke entgegen dem fallenden Weltmarkttrend im Norden und Westen Deutschlands lässt sich mit planmäßigen Wartungsarbeiten an den Raffinerien in Heide bei Hamburg und Wesseling bei Köln erklären. Im Westen kommt zusätzlich das Niedrigwasser am Rhein hinzu. Für gewöhnlich folgen die hiesigen Heizölpreise den Börsennotierungen mit einem Tag Verzögerung. Diese normalen Preisbewegungen sind aktuell nurmehr im Osten und in der Mitte Deutschlands zu beobachten und es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend zumindest noch in der kommenden Woche fortsetzt. Positiv bleibt festzuhalten, dass sich das Marktgeschehen nach dem Vohburg-Schock zu Wochenbeginn weitgehend normalisiert hat. Das Preisgefüge dürfte bis auf Weiteres entsprechend der oben geschilderten Regionalverteilung gestört bleiben. Physische Warenknappheit und Lieferengpässe bei Heizöl, Benzin und Diesel sind dagegen kein Thema, vor dem Verbraucher Angst haben müssen. Öl und -produkte gibt es genug, nur die Verteilung ist aufwändiger und teurer als gewohnt. - ok

HeizOel24-Tipp: Die aktuelle Woche brachte ungeahnte Hektik und einen Preissprung in den Heizölmarkt. Verbraucher mit ausreichender Reichweite können darauf setzen, dass in den kommenden ein bis drei Wochen eine Normalisierung des Marktgeschehens einsetzt. Preiswunder sind jedoch nicht zu erwarten! HeizOel24 - 07.09.2018

Börsendaten:
  Freitag 07.09.2018 - 13:03 Uhr Schluss Vortag 06.09.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
76,62 $
pro Barrel
76,63 $
pro Barrel
-0,01%
Gasöl 678,75 $
pro Tonne
679,50 $
pro Tonne
-0,11%
Euro/Dollar 1,1625 $ 1,1623 $ +0,02%
(konstant)
USD/CHF 0,9655 CHF 0,9652 CHF +0,03%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 07.09.2018 - 13:03 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 75,79 € 76,12 € -0,43%
Österreich 83,88 € 84,12 € -0,29%
Schweiz 97,74 CHF 97,95 CHF -0,22%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
leicht steigend leicht steigend
alle Angaben ohne Gewähr

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