Heizöl: Lieber den Spatz im Tank als die Taube auf dem Dach

Die Öl- und Heizölpreise geben zum Wochenstart leicht nach. Die Aufregung um die Iran-Krise hat sich über das lange Wochenende weiter gelegt, sodass Heizölkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Abschlägen von bis zu 0,3 Cent bzw. Rappen je Liter Heizöl rechnen können. Neue Langzeithochs sind vorläufig kein Thema mehr und die Heizölnotierungen bröckeln leicht ab.

Auch die Benzin- und Dieselpreise an den Tankstellen dürften im Wochenverlauf Abwärtspotential besitzen, nachdem diese im Wochenverlauf um gut vier Cent je Liter gestiegen sind (deutscher Durchschnittspreis). Die Heizölpreise zeigen im Vergleich zum letzten Montag ein Plus von lediglich 2,5 Cent bzw. Rappen je Liter.

Ungebrochen ist trotz des leicht rückläufigen Heizölpreistrends die Kundennachfrage! Anstatt zu warten, ob die die Notierungen weiter fallen, greifen viele Verbraucher zu, um für den Fall eines neuerlichen Anstiegs abgesichert zu sein. Das Medienecho auf die Trump-Rede ging mit einer umfangreichen Berichterstattung zu den seit Anfang April kräftig gestiegenen Ölpreisen einher. Aber nicht nur die Iran-Debatte, auch die OPEC-Quoten und die krisengeschüttelte Ölindustrie in Venezuela haben das Ölpreisniveau in den letzten Monaten kontinuierlich steigen lassen. Die geschwächte Angebotsseite trifft auf eine stärker als erwartet wachsende Nachfrage. Besonders der Öldurst in Fernost ist ungebrochen und der globale Ölverbrauch kratzt an der nie dagewesenen Marke von 100 Mio. Barrel pro Tag.

Entlastend auf die Ölpreise könnten sich ausgerechnet die Fördermengenkürzungen der OPEC auswirken – nämlich dann, wenn sie aufgehoben werden. Um rund zwei Mio. Barrel Rohöl hat das Kartell seine Tagesförderung in Abstimmung mit Russland und anderen wichtigen Nicht-OPEC-Staaten gedrosselt um die 2016 abgestürzten Ölpreise zu stützen. Mit Erfolg! Seit dem Beschluss Ende 2016 hat sich der Barrelpreis um zwei Drittel erhöht. Seit dem Ausverkauf im Januar 2016 hat sich der Ölpreis mehr als verdoppelt. Sieht die OPEC ihr Preisziel im Herbst als erreicht und fallen die Exportmengen des Irans durch neue Sanktionen tatsächlich weg, läge es in der Macht der OPEC, den Markt mit einem Nullsummenspiel zu beglücken. Die Reservekapazitäten wären in etwa genauso groß, wie das auf der Kippe stehende iranische Angebot. Insofern scheint der Markt trotz stetig steigender Nachfrage vor ausufernden Preisen geschützt.

Der derzeitige Preispoker an den Ölbörsen bleibt vor allem eins – psychologisch getrieben. In den USA wird die unlängst noch vielgepriesene „Wunderwaffe“ des Frackingöl-Booms durch eine Diskussion über die Verteilungs- und Verarbeitungskapazitäten klein geredet und die OPEC-Reserven werden ignoriert. Technologischer Fortschritt, Umweltschutzbestrebungen und der neue Trend zur E-Mobilität scheinen gleich gar nicht stattzufinden. Der Ölpreis steigt, Prognosen werden der Reihe nach einkassiert und das Ende Ölzeitalters ist mal wieder in weite Ferne gerückt.

In Flüsterschätzungen werden längst wieder Ölpreise von 80 oder 100 Dollar je Barrel gehandelt. Aus dieser Perspektive betrachtet bietet sich dem Markt der ideale Nährboden für die Ausbildung einer Spekulationsblase. Wann das Ende der Fahnenstange erreicht ist und ob dies noch vor dem Ende der Heizperiode der Fall ist, ist kaum seriös zu prognostizieren. Hier schließt sich der Kreis zum aktuellen Verbraucherverhalten. In Anlehnung an ein altes deutsches Sprichwort ist man versucht zu formulieren: „Lieber den Spatz im Tank als die Taube auf dem Dach!“ - ok

HeizOel24-Tipp: Das Frühjahr ist die ideale Zeit für eine Tankreinigung. Wann Öltanks gereinigt werden müssen, wie die Reinigung abläuft und was sie kostet, erfahren Sie auf unserer Sonderseite zum Thema Tankreinigung. HeizOel24 - 14.05.2018

Börsendaten:
  Montag 14.05.2018 - 12:28 Uhr Schluss Vortag 13.05.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
77,04 $
pro Barrel
77,18 $
pro Barrel
-0,18%
Gasöl 674,00 $
pro Tonne
675,00 $
pro Tonne
-0,15%
Euro/Dollar 1,1979 $ 1,1947 $ +0,27%
(etwas fester)
USD/CHF 0,9992 CHF 0,9995 CHF -0,03%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 14.05.2018 - 12:28 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 67,40 € 67,50 € -0,15%
Österreich 78,99 € 78,27 € +0,92%
Schweiz 95,10 CHF 95,31 CHF -0,23%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
steigend steigend
alle Angaben ohne Gewähr
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