Schwacher Euro und hohe Ölpreise - Eine schlechte Kombination

25.05.12 • 09:51 Uhr • HeizOel24 News

Im Vorfeld des langen Pfingstwochenendes bewegt sich nicht allzu viel an den Börsen. Der Markt bleibt dem Trend der Vortage treu. Der Ölpreis notiert konstant bis leicht schwächer und der Euro sucht nach Halt, den er nicht findet. Die Gemeinschaftswährung ist inzwischen auf einen Gegenwert von rund 1,25 US-Dollar abgesackt. Tiefer stand der Euro nur vor zwei Jahren, als Kurse von 1,23 € / $ notiert wurden. Wird auch diese Marke gebrochen müssen wir bis Januar 2006 zurückblicken, um tiefere Eurokurse im Chartbild zu erspähen. Der Super-GAU würde deutschen und österreichischen Heizölkunden drohen, falls der Euro im Zuge der Staatsschuldenkrise auf die Kursniveaus vom Beginn dieses Jahrtausends zurückfällt und der Ölpreis hoch bleibt. Im Jahre 2000 erlebte der Euro sein Allzeittief gegenüber dem Dollar. Für einen Euro bekam man damals gerade 85 US-Cent. Seit Ende 2002 notiert der Euro konstant über der Marke von einem Dollar.

Bereits die Parität (ein Euro gleich ein Dollar) würde bei den aktuellen Gasölpreisen (Börsenwert für Heizöl und Diesel) Heizölpreise von über einem Euro je Liter bedeuten. Dass es soweit kommt ist unwahrscheinlich, denn in der Regel bewegen sich Ölpreis und Euro in dieselbe Richtung, da sich die Kurse gegenseitig beeinflussen. Steigt der Euro, steigt auch der Ölpreis und umgekehrt. Das Dilemma wird allerdings deutlich. In den letzten Wochen hinken die inländischen Heizölpreise der Abwärtsbewegung bei den in Dollar notierten Ölpreisen am Weltmarkt hinterher. Es stellt sich ernsthaft die Frage, wie lange die Euro Zone der Zerreißprobe noch standhält. Während sich Deutschland inzwischen zinslos Geld leihen kann die erste Staatsanleihe mit null Prozent Zinsen erfolgreich emittiert hat, steigen die Zinsen für andere Eurostaaten immer höher. Griechenland bekommt gar kein Geld mehr über den regulären Markt mehr. In Irland und Portugal sieht es kaum besser aus und die Unsicherheit in Spanien wächst. Ein Segen wäre aus Sicht eines Heizölkunden wohl die Wiedereinführung der D-Mark. Doch dies ist wie die Einführung des Euros ein politisches Thema und aktuell Utopie, so dass es müßig wäre an dieser Stelle über Vor- und Nachteile eines gemeinsamen Währungsraums zu sinnieren.

Für Kunden mit Heizölbedarf zählt ohnehin der kurzfristige Blick auf die Preise. Aufgrund der Jahreszeit ausnahmsweise auch der Mittelfristige. Bis September oder Oktober bleibt noch Zeit, den richtigen Kaufzeitpunkt für Heizöl zu erhaschen. Hier stehen die Aussichten wie bereits mehrfach in dieser Woche geschildert nicht schlecht, dass die Heizölpreise noch ein Stück zurückkommen. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten. Vorsicht ist geboten, wenn die Ölpreise nach oben drehen, oder der Euro zum finalen Tauchgang ansetzt.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 106,50 $, Gasöl ca. 905 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,40 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,253 (nahezu unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 1,043 (nahezu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr

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