Keine Chance auf günstigeres Heizöl - auch Benzin und Diesel sehr teuer!

20.02.12 • 10:16 Uhr • HeizOel24 News

Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich bewegen sich zum Wochenstart kaum. Der Ölpreis kommt etwas fester aus dem Wochenende, der Euro ebenfalls. Unter dem Strich bleiben die Importpreise konstant. Die Ruhe befindet sich allerdings in einem sehr labilen Gleichgewicht und es ist nicht gesagt, dass dies so bleibt. Bis zum Abend gibt es viel Überraschungspotential. Wir reagiert der Ölmarkt auf den am Wochenende bekannt gewordenen Lieferstopp des Irans nach England und Frankreich? Wie verhalten sich Euro und Ölpreis nach der anstehenden Griechenlandentscheidung? Am Nachmittag wollen die Finanzminister der Euro-Staaten das nächste Hilfspaket für Griechenland auf dem Weg bringen. Ob es sofort die vollen 130 Mrd. Euro gibt, die für die zweite Tranche in Aussicht gestellt sind, ist ebenso offen, wie die Frage, ob das Geld am Ende reicht. Dass es nach dem Verschiebemarathon heute eine Entscheidung und frisches Geld für Griechenland geben wird ist dagegen relativ sicher.

Am Inlandsmarkt kühlt sich die Nachfrage stark ab. Zusätzlich zu den steigenden Außentemperaturen (in einigen Teilen Deutschlands werden im Wochenverlauf zweistellige Plusgrade erwartet) drückt der Karneval auf die Umsätze. Besonders entlang des Rheins interessieren sich heute die Wenigsten für Heizöl. Die Zahl der Neubestellungen dürfte hier gegen Null tendieren. Heizölhändler müssen damit rechnen, dass wenige Wochen nach der Überlastung durch die Kältewelle die große Flaute über die Auftragsbücher hereinbricht. Der Ölpreis ist aktuell sehr hoch und lähmt die Nachfrage, sobald es die Temperaturen zulassen. Schwindende Knappheitsprämien in den Inlandspreisen werden durch den fortlaufenden Ölpreisanstieg am Weltmarkt aufgezehrt. Der Gasölpreis (Börsenwert für Heizöl und Diesel) hat sich „heimlich“ über die 1000-Dollar-Marke geschlichen und kann sich seit Ende letzter Woche dort behaupten. Der Preis für ein Barrel Brent Crude Rohöl (Nordseeöl) ringt gleichzeitig mit der Marke von 120 Dollar je Barrel. Zwar fehlt es den Ölpreisen oberhalb dieser psychologischen Widerstandsmarken spürbar an Dynamik und von einem nachhaltigen Überschreiten kann noch nicht gesprochen werden, das Sprungbrett steht aber bereit. Kritische Meldungen aus dem Iran (z.B. ein Angriff Israels) oder weitere Kursanstiege am Aktienmarkt könnten den Ölpreis ganz schnell mit haussieren lassen.

In Euro gerechnet sind die Preise für Gasöl und Rohöl bereits fast so hoch, wie im unrühmlichen Rekordsommer 2008. 146 US-Dollar je Barrel Nordseeöl bzw. 1.315 Dollar je Tonne Gasöl hören sich zunächst deutlich teurer an. Legt man allerdings den damaligen Wechselkurs von 1,59 US-Dollar für einen Euro zugrunde, wird schnell klar, dass der eurobasierte Ölpreis bereits jetzt wieder am Rekordhoch kratzt. Es fehlen nur noch rund 8 %, denn aktuell hat ein Euro einen Gegenwert von 1,32 US-Dollar und notiert 17 % tiefer. Neben den hohen Heizölpreisen, die das 2008er Rekordhochteilweise schon übersprungen haben ist dies ganz deutlich bei Super Benzin und Diesel abzulesen. Wegen der sehr nahen Produktverwandtschaft zum Heizöl ist während der Kältewelle besonders der Dieselpreis stark gestiegen. An bundesdeutschen Tankstellen sind heute rund 1,55 Euro je Liter Diesel zu bezahlen. Benzin kostete ca. 1,65 Euro.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 120,50 $, Gasöl ca. 1.009 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. +/- 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,320 (etwas fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Wer auf fallende Preise spekuliert braucht einen langen Atem! Die mildere Witterung trägt aktuell nicht zu einem Absinken der Heizölpreise bei. Die Kältewelle wird als Preistreiber nahtlos von der Situation am Weltmarkt abgelöst. Der Euro schafft es nicht, die Importpreise für Öl durch einen Kursanstieg zu entlasten. Neben Heizöl sind auch Benzin und Diesel extrem teuer geworden. www.heizoel24.de – 20.02.2012
 

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